Suchbegriffe zu diesem Artikel: Rizinus

Rizinus 

Syn.: afrikanischer Wunderbaum, Ricinus communis, Euphorbiaceae/Wolfsmilchgewächse

Vorkommen/Beschreibung

Ricinus communis ist ein krautartige Pflanze, die aus Ostindien stammt und vorwiegend in sonnigen Gegenden wie Südamerika, Afrika und in den Südstaaten der USA verbreitet ist. Gelegentlich ist sie aber auch in unseren Breiten als Gartengewächs unter der Bezeichnung Wunder- oder Kreuzbaum zu finden. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 2-3 Metern. Die Samen zeigen eine bohnenartige Form, daher der Name Rizinusbohne, und weisen eine braune Zeichnung auf. Die Rizinusbohne enthält 50 - 60 % Öl und 18 - 20 % Proteine.

Bei der Kaltpressung wird das Rizinusöl gewonnen, das u.a. in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt wird. Durch Heißpressung und anschließender Solventextraktion lässt sich ein gelbbraunes Öl darstellen, das im technischen Bereich Verwendung findet. Das nach dem Pressen als Rückstand verbleibende Material stellt ein ideales Düngemittel dar. Rizinusöl ist farblos bis gelblich, durchsichtig, dickflüssig, brennbar, von schwachem Geruch, schmeckt mild, aber unangenehm und wirkt stark abführend. Das Rizinusöl besteht zu 80-85 % aus de Triglycerid der Ricinolsäure, daneben auch aus Linolsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, Dihydroxystearinsäure, Linolensäure und Eicosensäure.

Medizinisch verwendet wird das aus den Samen durch Kaltpressung gewonnene Öl (lat. Ricini Oleum). Es wirkt abführend, da es enteral nicht resorbiert wird. Rizinusöl lässt sich in Reaktivmassen wie Polyurethan-Beschichtungen für diverse industrielle Einsätze im Korrosionsschutz und Baubereich direkt verarbeiten. Der weitaus bedeutendere Einsatz ist der als Rohstoff für Bindemittel in lufttrocknenden Lacken und Dispersionsfarben. Neben der medizinischen Anwendung wird Rizinusöl in der Kosmetikindustrie zur Herstellung von Cremes, Salben, Lippenstiften, Wimperntuschen und Schaumbädern genutzt.

Typ I-Reaktion 

Im Pressrückstand ist ein äußerst potentes Allergen enthalten, welches bei entsprechender Sensibilisierung Rhinokonjunktivitis, Asthma und Kontakturtikaria verursachen kann. Betroffen hiervon sind insbesondere Landwirte, Winzer, Gärtner sowie Personen, die mit der Produktion und dem Vertrieb von Düngemitteln beschäftigt sind, da die Rizinus-haltigen Produkte, entweder konzentriert oder als Zusatz, als Düngemittel eingesetzt werden. 

Auch bei Arbeitern in der Kaffeeindustrie wurden Rizinus-Allergien festgestellt, ursächlich hierfür waren mit Rizinus-Schrot verunreinigte Jutesäcke, die zum Transport von Kaffeebohnen verwendet worden waren. 

Der Genuss von Rizinusöl wird vom Rizinus-Allergiker vertragen, ein Phänomen, welches auch von der Sesam- und Soja-Allergie bekannt ist. 

Die Pollen von Ricinus communis, Blüteperiode Juni bis Oktober, rufen nur selten allergische Reaktionen hervor. 

Diagnostik 

Prick und Reibetest mit Staub-, Stoff- und Düngemittelproben, RAST (Ph.), in Einzelfällen inhalativer Provokationstest 

Typ IV-Reaktion 

In eher seltenen Fällen können beim Umgang mit Rizinuspflanzen oder-bohnen auch allergische Kontaktekzeme ausgelöst werden. 

Auch in Kosmetika, besonders in Lippenstiften, kann Rizinusöl gelegentlich nachgewiesen werden und dabei in selten Fällen kontaktallergische Reaktionen hervorrufen. 

Nach topischer Anwendung eines Präparates mit Rinzinusöl als Inhaltsstoff konnte ein fixes Arzneimittelexanthem beobachtet werden  (positiver Epikutantest).  

Literatur: 3, 385 

Di Berardino et al: Side effects to castor oil. Allergy 58, 826 (2003) 

Profitieren Sie von den Kenntnissen und Erfahrungen von Dr. Irion:

Vereinbaren Sie einen Termin mit Dr. Irion im Kompetenz- zentrum für integrierte Medizin - MZW Berlin: Kontakt

Autor eines der umfassend- sten allergologischen Fachbücher

Buch bei Amazon

Betreiber der umfangreichsten allergologischen Web-Seite im Internet überhaupt:
alles-zur-allergologie.de