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Rind 

Typ I-Soforttypallergen 

Hausrind, Bos taurus, Fam.: Bovidae 

Siehe auch unter ”Fleisch”, ”Tiere” , "Landwirtschaft"

Vorkommen 

Das Hausrind stammt vom Ur oder Auerochsen ab, der vor über 300 Jahren ausgestorben ist. Der Domestikationsprozess für dieses wichtigste Haustier des Menschen begann vor über 8000 Jahren. Seit dieser Zeit sind sehr verschiedenartige Rassen entstanden. 

Allergologische Relevanz 

Allergieauslösende Proteine konnten in Epithelien der Haut, in Hautschuppen und in Haaren nachgewiesen werden. Sensibilisierungen kommen in der Regel nur bei Landwirten, deren Ehefrauen, Metzgern und Tierärzten (Berufsallergen) vor, ausgelöst werden kann eine Rhinokonjunktivitis oder das Rinderhaar-Asthma. 

Auch im Fleisch und in der Milch und aus den daraus gewonnen Produkten (siehe unter ”Milch” und ”Fleisch”) befinden sich spezifische Eiweiße, die Allergien auslösen können. Allergische Reaktionen auf Rindfleisch sind eher selten. Fleisch enthält Rinderserumalbumin, ein hitzelabiler Bestandteil der Kuhmilch. Es wird meistens jedoch von Kuhmilchallergikern toleriert. Majorallergene, die z.B. auch im Rinderhaar zu finden sind, werden auch im Fleisch gefunden. 

Kontaktallergische Reaktionen werden überwiegend bei Metzgern oder anderen Personen in der fleischverarbeitenden Industrie beobachtet. Als Symptom ist dabei häufig eine Kontakturtikaria zu finden. 

                                                                        Erkrankungsstadien des Rinderhaar-Asthma 

Stadium 

zeitliches Auftreten 

häufig Symptome 

Frühstadium 

33 +/- 14 Jahre nach erstem Rinderkontakt 

Rhinitis, Konjunktivitis, Kontakturtikaria 

Vollstadium 

6 +/- 3,5 Jahre nach Auftreten erster Symptome 

Atemnotanfälle, Husten, Auswurf bei Rinderkontakt 

Komplikations-stadium 

häufig bereits im Vollstadium 

unspezifische bronchiale Hyperreaktivität, z.B. bei Nebel, Staub, kalter Luft; Belastungsdyspnoe,
obstruktives Emphysem 

”Residual-
stadium”
(Karenz) 

nach Abschaffen der Rinder 

meist Fortbestehen der Symptome des Komplikationsstadiums 

40 % der Fälle mit nachgewiesenem Rinderhaar-Asthma zeigten im Intrakutan-Test eine Sensibilisierung auf Milch, ohne dass eine klinische Symptomatik bestand. Der positive Hauttest ist vermutlich auf eine Antigen-Gemeinschaft von Proteinen aus Rinderhaaren und Milch zurückzuführen. 

Diagnostik 

Prick, i.c. (Al.: Rinderepithelien, Rindfleisch), RAST (Ph.: Rinderepithelien, -serumalbumin), ggf. nasale (Al.) oder bronchialer Provokationstest mit Rinderepithel-Extrakten 

Therapie 

ggf. Hyposensibilisierung (Al.) 

Literatur: 384 

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