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(29.7.2015)
Pfirsich
Typ I-Nahrungsmittelallergen, (potenzielles) Typ IV-Kontaktallergen
Vorkommen und Beschreibung
Der Pfirsichbaum (Prunus persica) ist eine der wichtigsten Arten der Gattung Prunus und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Seine Früchte werden Pfirsiche genannt und zählen zum Steinobst. Der Pfirsich wurde vor mehr als tausend Jahren im Mittelmeerraum eingebürgert. Ursprungsland ist aber China, wo seine Kultur schon 2000 v. Chr. bekannt war. Die Blütezeit liegt im April. Es gibt weiß-, gelb- und rotfleischige Sorten. Zu finden sind die samtig behaarten Edelpfirsiche, die glattschaligen, überwiegend gelben Nektarinen und die glattschaligen, violetthäutigen Aprikosenpfirsiche. Die Früchte werden meist roh gegessen, jedoch auch zu Konserven, Saft und Konfitüren verarbeitet.
Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff
Prunus persica extract (INCI). Extrakt aus Pfirsichfrüchten. Funktion: abrasiv, quellend, hautpflegend, feuchtigkeitsspendend
Prunus persica flower extract (INCI). Extrakt aus Pfirsichblüten. Funktion: hautpflegend, feuchtigkeitsspendend
Prunus persica juice (INCI). Aus frischem Fruchtfleisch des Pfirsich gepresster Saft. Funktion: hautpflegend, feuchtigkeitsspendend
Prunus persica kernel extract (INCI). Extrakt aus Pfirsichkernen. Funktion: hautpflegend, feuchtigkeitsspendend
Prunus persica kernel oil (INCI). Pfirsichkernöl. Aus Pfirsichkernen gepresstes Öl. Funktion: geschmeidig machend, hautpflegend
Prunus persica leaf extract (INCI). Extrakt aus Pfirsichblättern. Funktion: hautpflegend, geschmeidig machend
Prunus persicia seed powder (INCI). Pulver aus gemahltenen Steinkernen des Pfirsichs. Funktion: abrasiv
Prunus nectarina extract (INCI). Extrakt aus der Frucht der Nektarine. Funktion: hautpflegend
Allergologie (Relevanz)
Pfirsichallergien treten recht häufig in Form eines oralen Allergiesyndroms auf (17,3 % bei 11); bei dieser Form der Obstallergie ist der Pfirsich nach dem Apfel der zweihäufigste Auslöser. Systemische Reaktionen sind dagegen eher selten (ca. 1 % bei 10) in Zentraleuropa, jedoch jedoch relativ häufig, vorwiegend im Mittelmeerraum, vor allem in Italien, Spanien und Portugal zu beobachten. Letzere entsteht über eine primär gastrointestinale Sensibilisierung wahrscheinlich durch den Verzehr reifer Pfirsiche. Das orale Allergiesyndrom, das überwiegend in Zentraleuropa zu beobachten ist, erfolgt über eine Kreuzsensibilisierung zum Birkenpollenallergen Bet v1 sowie weiteren Profilinen. Durch den Allergengehalt können Frühte und selbst Blätter Kontaktreaktionen auslösen.
In seltenen Fällen wurde auch eine berufsbedingte Rhinitis und Asthma bronchiale bei Kontakt mit Pfirsichen oder Pfirsichblättern beobachtet. Ebenfalls bevorzugt in Mediterranen Ländern wird eine überweigend berufsbedinge Sensibilisierung des Respirationstraktes über einen durch die Luft übertragenen Kontakt mit dem Nahrungsmittelallergen verursacht.
Das Hauptallergen des Pfirsich, Pru p 3 (9,2 kD), durch das ca. 90 % der Pfirsichallergiker sensibilisiert sind; ist vor allem in der Fruchthaut nachzuweisen, weniger im Fruchtfleisch. Pru P3 ist recht stabil und und erreicht damit in immunogener wie auch IgE-bindender Form den Darm. Dies erklärt die Möglichkeit der oralen Sensibilisierung. sowie das Auftreten von schwereren anaphylaktischen Reaktonen. Es findet sich im Bereich der Schale in 7fach höherer Aktivität als im Fleisch; deshalb können nicht selten Allergiker geschälte Früchte vertragen. Bei diesem Allergen handelt es sich um “Lipid transfer protein” (LPT); die strukturelle Ähnlichkeit des Pfirsich-LTP Pru p 3 mit anderen hitze- und säurestabilen Vertretern dieser Allergenfamilie bedingt anschließend Kreuzreaktionen gegenüber anderen Obst- und Gemüsesorten sowie manchmal anderen pflanzlichen Lebensmitteln, die LTP enthalten (z. B. Mais). Die Reaktionen können gegenüber typischen birkenpollenassoziierten Lebensmitteln wie Apfel, Kirsche, Pflaume, Haselnuss und Erdnuss auftreten, es können aber auch Nahrungsmittel betroffen sein, die selten pollen-assoziierte Allergien auslösen, z. B. Weintraube, Soja oder Spargel. Eine Kreuzreaktivität dem Bohnen-LTP scheint jedoch nicht vorhanden zu sein, so dass diese Gemüsesorte von Pfirsichallergikern gut toleriert werden sollte. Jedoch können in zahlreichen Fällen Sensibilisierungen gegen Pru p3 auf Grund der starken Kreuzreaktivität mit Bet v1-Homologien, Profilien sowie Carbohydrat-Determinanten ohne klinische Relevanz sein.
Unabhängig von der bei Obstallergie üblichen Bet-v-1-Kreuzreaktion werden in unseren Breiten nur selten LTP-Sensibilisierungen nachgewiesen, die relativ selten mit systemischen Reaktionen wie bei den Patienten aus dem Mittelmeerraum einhergehen.
Pru p4 ist ein 14 kD-Allergen und gehört zu den Profilinen. Sensiblisierungen finden sich meist bei gleichzeitig bestehender Pollenallergie.
Allergologische Diagnostik
Prick, i.c. (Al.), RAST (Ph.)
Literatur: 1, 2, 3
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