Alles zur Allergologie
Darstellung von ca. 7000 potentiellen Allergenen
Datenbank:

Suchbegriffe zu diesem Artikel: Isotretinoin

Vitamine 

Typ I-Soforttypallergene, Typ IV-Kontaktallergene 

Vitamin A 

Allergische Reaktionen sind extrem selten. 

Bei Vitamin A-Hypervitaminosen kommt es zur Desaggragation von Epidermiszellen und Veränderungen der Kollagenstruktur des Bindegewebes. Dieses zeigt sich durch Schälen großer Hautflächen und bei chronischer Intoxikation außerdem durch Juckreiz, Erytheme, Hyperkeratosen, Trockenheit von Haut und Schleimhäuten, Abschuppung an Handflächen und Fußsohlen sowie Ausfallen von Körper-, Haupthaar und Augenbrauen. Außerdem wurden orangefarbene Verfärbungen der Haut sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit beobachtet. Nachtschweiß ist ein relativ häufig vorkommendes Symptom bei einer Vitamin A-Hypervitaminose. 

Vitamin A-Säure-Derivate 

Intern 

  • Isotretinoin (Roaccutan®
  • Etretinat (Tigason®
  • Acitretin (Neo-Tigason®

Muko-kutane Hautnebenwirkungen finden sich dosisabhängig in 90 – 100 % der Behandlungsfälle und entsprechen der Symptomatik bei Hypervitaminose A, am häufigsten wird eine Lippentrockenheit (Cheilitis) beobachtet. Die Reaktionen sind jedoch allenfalls äußerst selten allergisch verursacht. 

Extern 

  • Isotretinoin 
  • Tretinoin 

Kontaktallergien gegen Retinsäure-Derivate sind eher selten zu beobachten. In der Literatur sind lediglich Einzelfälle beschrieben. Dabei kann allerdings die Abgrenzung gegen die sogenannte Tretinoin-Dermatitis, die als lokale Hypervitaminose A erklärt wird, schwierig sein. Gesichert werden kann die Diagnose durch eine Epikutantestung mit Tretinoin 0,005 % in Alkohol. 

B-Vitamine 

  • Vitamin B1 
  • Vitamin B2 
  • Vitamin B5 
  • Vitamin B6 (Pyridoxin) 
  • Vitamin B12 
  • Folsäure 
  • Nikotinsäure 

Nach oraler Vitamin B1-Einnahme sind allergische Reaktionen sehr selten, häufiger werden sie nach parenteraler Applikation beobachtet. Gelegentlich können dabei Exantheme, ekzematöse Dermatitis, Urtikaria, Angioödeme und sehr selten auch ein anaphylaktischer Schock auftreten. 

Bei Vitamin B2, Vitamin B5 und Vitamin B6 sind allergische Reaktionen sehr selten. Es gibt  Berichte über eine Vaskulitis sowie ein Pseudoporphyrie-Syndrom unter Megadosen von Vitamin B6 

Bei Vitamin B 12 können in relativ häufigen Fällen allergische Reaktionen mit anaphylaktischer Symptomatik (Urtikaria, Hypotonie und Tachykardie) auftreten. 

Bei Nikotinsäure können relativ häufig mit einem Flush auftreten. Andere Nebenwirkungen wie vorübergehende Exantheme, Urtikaria, Juckreiz, Schuppung wurden ebenfalls dokumentiert. Selten kam es zu persistierenden Exanthemen und Haarverlust. Außerdem kommt es zum Schälen und Austrocknen der Epidermis. Eine braune Pigmentierung und Schwielen in Form von Hyperpigmentierungen und Acanthosis nigricans-artigen Veränderungen, werden sichtbar. 

Bei Folsäure treten allergische Reaktionen in Form von Erythemen, Pruritus, Bronchospasmus, Übelkeit und anaphylaktischem Schock relativ selten auf. 

Bei nahezu allen B-Vitaminen kann die Auslösung von akneiformen Hautveränderungen oder die Exazerbation einer bestehenden Akne beobachtet werden. 

Vitamin C 

Allergische Reaktionen sind sehr selten, auftreten können dabei Exantheme, Urtikaria, Angioödeme und Bronchospasmus. 

D-Vitamine 

Allergische Reaktionen sind extrem selten. 

Die durch Vitamin D erzeugte Hyperkalzämie führt auch zur Kalzifizierung der Haut und der Hornhaut des Auges. Außerdem zeigen sich Rötungen und gelegentlich wurde ein exsudative Dermatitis beobachtet. Auch Fälle von Granuloma anulare können während einer Vitamin D-Behandlung auftreten. 

In seltenen Fällen kann bei einer Psoriasis-Therapie eine Kontaktallergie auf Calciprotriol (Vitamin D-Derivat) beobachtet werden. Zudem soll diese Substanz vorübergehende lokale Reizungen und eine (periorale) Dermatitis verursacht haben. 

Vitamin E 

Das Vitamin E (Tocopherol) erfreut sich zunehmender Beliebtheit und ist weit verbreitet in den verschiedensten Hautbehandlungsmitteln, u.a. in Deodorants und in Kosmetika,  wie auch in innerlich anwendbaren Medikamenten. In der Literatur finden sich einzelne Fäller einer allergischer Kontaktdermatitis und Kontakturtikaria.  Im Falle einer Kontaktdermatitis kann es trotz lokaler Anwendung zu großflächigen Hautveränderung bis hin zur generalisierten hämtogenen Kontaktdermatitis (Einzelfall) kommen.  Auch ein Fall eines  Bei interner Anwendung können in sehr seltenen Fällen Urtikaria und Erythema multiforme beobachtet werden. 

Vitamin K 

(siehe unter Blutgerinnung) 

Literatur: 7, 9 

Matsumura et al: Widespread contact dermatitis form tocopherol acetate. Contact Dermatitis 51, 211-212 (2004) 

Vorankündigung:

Dr. Irion kündigt publizistische Neuauflage seines allergologischen Werkes für das Frühjahr 2016 an. Lesen Sie mehr

Profitieren Sie von den Kenntnissen und Erfahrungen von Dr. Irion:

Dr. Irion hat alleine in den letzten 10 Jahren ca. 45.000 Patienten als selbstständiger und angestellter Hautarzt behandelt
Autor eines der umfassendsten allergologischen Fachbücher
Buch bei Amazon
Betreiber der umfangreichsten allergologischen Web-Seite im Internet überhaupt:
alles-zur-allergologie.de