Toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
Großflächiges “Abschwimmen der Haut”. Siehe auch unter “Stevens-Johnson-Syndrom”
Die Medikamente, die als Auslöser in Frage kommen, werden 1 bis 3 Wochen zuvor zum ersten Mal verabreicht und abschießend kontinuierlich gegeben. Es ist unwahrscheinlich, dass ein bestimmtes Medikament, das zum ersten Mal 24 Stunden vorher gegeben wurde oder mit dem bereits mehr als 3 Wochen behandelt worden ist, für eine TEN verantwortlich ist. Alle Medikamente kommen prinzipiell in Frage, sehr unwahrscheinlich sind: Mineralstoffe, Ringerlösung, Aminosäurelösungen, Fettlösungen, Vitamine, Nasen- oder Augentropfen, Externa. Erfahrungsgemäß können einige Medikamente, nämlich Allopurinol, Carbamazepin und Phenytoin eine TEN auch nach einem längeren Zeitraum auslösen, dieser Zeitraum ist allerdings nicht länger als 8 Wochen.
Das medikamentöse induzierte TEN ist bei Kindern selten und muss bei ihnen vom Staphylococcal scalded skin syndrom (SSSS), dem Syndrom der verbrühten Haut, unterschieden werden. Bei diesem entstehen die Blasen durch eine intraepidermale subkorneale Spaltbildung, die durch ein Toxin verursacht wird, das Keime der Staphylococcus aureus-Gruppe II, Phagentyp 71 bilden. Dass SSSS kann jedoch auch bei Erwachsenen auftreten und bildet daher eine wichtige Differentialdiagnose zur TEN. Die Untersuchung von Gefrierschnitten eines Blasendaches erlaubt eine schnelle Unterscheidung der beiden Erkrankungen, da die Spaltbildung beim SSSS subkorneal erfolgt und bei der medikamentös induzierten TEN, bei der die gesamte nekrotische Epidermis das Blasendach bildet, bedeutend tiefer liegt.
Häufige Auslöser von Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse (häufigste Auslöser)
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Allopurinol
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Amoxicillin
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Azlocillin
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Ampicillin
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Barbiturate
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Butalbital
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Carbamazepin
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Carprofen
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Chlormezanon
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Cotrimoxazol
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Dapson
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Diclofenac
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Fenbufen
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Fenoprofen
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Flurbiprofen
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Ibuprofen
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Indometacin
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Isoxicam
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Lonazolac
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Metamizol
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Mezlocillin
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Nifluminsäure
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Oxaprofen
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Oxicame
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Oxyphenbutazon
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Penicillin
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Phenazon
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Phenobarbital
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Phenylbutazon
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Phenytoin
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Piroxicam
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Primidon
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Propicillin
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Sulindac
Weniger häufige bzw. seltenere Auslöser von Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse
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Acetylsalicylsäure
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para-Aminobenzoesäure
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Aminoglykoside
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Antidepressiva, trizyklische
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Benzodiazepine
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Bleomycin
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Butylscopolamin
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Cephalosporine
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Chinidinbisulfat
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Chinin
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Chlorambucil
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Chloramphenicol
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Chloroquin
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Chlorpromazin
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Cimetidin
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Codein
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Doxycyclin
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Erythromycin
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Ethambutol
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Etoposid
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Fluconazol
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Furosemid
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Fursultiamin
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Gentamicin
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Glibenclamid
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Gold
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Griseofulvin
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Hydrochlorothiazid
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Indapamid
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Iopamidol
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Isoniazid
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Lamotrigin
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Maprotilin
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Masernvakzine
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Methotrexat
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Minocyclin
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Nitrofurantoin
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Norfloxacin
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Ofloxacin
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Oxyfedrin
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Paracetamol
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Phenacetin
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Phenolphthalein
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Pyrimethamin
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Pyritinol
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Rifampicin
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Streptomycin
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Tetracyclin
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Thiabendazol
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Tobramycin
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Tramadol
Literatur: 15, 18