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Karotte
Möhre, Gartenmöhre, Mohrrübe, gelbe Rübe; Daucus carota, Fam.: Umbelliferae/Apiaceae
Vorkommen und Beschreibung
Die Möhre (Daucus carota), auch Karotte genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Es werden mehrere Unterarten unterschieden.
Die Karotte (Daucus carota ssp. sativus), auch Gartenmöhre, Mohrrübe, Gelbe Rübe genannt, ist eine Kulturform der Wilden Möhre (D. carota ssp. carota), die vermutlich mit der südeuropäischen Riesenmöhre (D. carota ssp. maximus) und evtl. der orientalischen Schwarzmöhre (D. carota ssp. afganicus) gekreuzt wurde.
Die ältesten Belege über eine Nutzung von wilden und kultivierten Möhren stammen aus der Antike Griechenlands und Roms.
Genutzt wird fast ausschließlich die Rübe. Sie ist in der EU die mengenmäßig zweitwichtigste Gemüseart. Die Nutzung der Karotte als Gemüse ist recht vielseitig. Sie wird roh, gekocht, als Saft und konserviert verzehrt. Die Konservierung erfolgt dabei als Nass-, Gefrier- oder Sauerkonserve, als Saft oder als Trockenprodukt.
Ernährungsphysiologisch wichtig ist dabei besonders der Carotingehalt, gefolgt von Vitamin C, Kalium und Eisen. Bedeutung hat die Karotte besonders in der Ernährung von Kleinst- und Kleinkindern sowie in der Diätküche. Die Färbung geht auf Carotinoide, Anthocyane und Chlorophyll zurück.
Verwendung von beta-Carotin als Färbemittel von Nahrungsmitteln oder Einsatz in Pharmazeutika und Kosmetika (Lichtschutzmittel in Sonnenschutzpräparaten); beta-Carotin ist ein Antioxidans und Stabilisator. beta-Carotin ist in den Karotten bis 0,1 % enthalten, wird jedoch heute synthetisch hergestellt.
Ätherische Öle der Karotte werden in Parfümen und Gewürzextrakten eingesetzt.
Typ I-Reaktion
Relativ häufiges Auftreten von Nahrungsmittelallergien; dritthäufigstes Allergen bei der Auslösung von systemischen Reaktionen (13,2 % bei 10). Häufig werden jedoch auch Symptome eines oralen Allergiesyndroms gesehen (21,8 % bei 11).
In der Nahrungsmittelindustrie werden Karotten als Farbstofflieferant für unterschiedliche Produkte, auch für Süßigkeit oder Eis verwendet. Als solche Bestandteile können Karotten unerwünsche allergische Reaktionen auslösen.
Karottenallergene werden allerdings durch Erhitzen zerstört, so dass sie im gekochten Zustand keine allergologische Relevanz mehr besitzen.
Berufsbedingte Rhinorrhö, Asthma und Kontaktutikaria sind bekannt. Asthma-Beschwerden können bereits beim verarbeiten von rohen Karotten auftreten.
Kreuzreaktionen bestehen häufig mit Birkenpollen im Rahmen einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie und Sellerie (Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürzsyndrom). Eine isolierte Karottenallergie ohne entsprechende Pollensensbilisierung ist ausgesprochen selten.
Als Allergene sind das Dau c1 (16-18 kDa), ein dem Bet v1 homologes Protein, Karotten-Profilin (12 kDa) und ein Bet v6-Allergen (35 kDa) identifiziert.
Diagnostik
Prick und i.c. mit kommerziellen Extrakten (Al.), Prick/Scratch mit nativem Material besitzt eine höhere Sensitivität, RAST (Ph.), ggf. orale Provokation
Typ IV-Reaktion
Der Mehrzahl der durch Karotten hervorgerufenen Kontaktdermatitiden sind irritativer oder phototoxischer Natur. Echte allergische Reaktionen sind selten.
Epikutantestung
Epikutantestung mit direkter Applikation der rohen äußeren Teile der Rübe oder wässriger Auszug
Literatur: 1, 2, 3
Fernándes-Rivas et al: Anaphylaxis to raw carrot not linked to pollen allergy. Allergy 59, 1239-1240 (2004)
Morena-Ancillo et al: Role of Dau c 1 in three different patterns of carrot-induced asthma. Allergol Immunopathol 34, 116-20 (2006)
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Schiappoli et al: Anaphylaxis due to carrot as hidden food allergen. Allergol Immunopathol (Madr) 243-3 (2002)
Ballmer-Weber et al: Carrot allergy: double-blinded, placebo-controlled food challenge and identification of allergens. J Allergy Clin Immunol. 301-7 (2007)