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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Hund

(9.3.2015)

Hund 

Inhalatives Typ I-Sofortypallergen 

Vorkommen und Beschreibung

Die Hunde (Canidae) sind eine Familie innerhalb der Überfamilie der Hundeartigen. Zu den Hunden gehören beispielsweise die Füchse, Schakale, Kojoten, Wölfe und deren domestizierte Formen, die Haushunde, die als Namensgeber für die Gruppe dienen. Der Haushund (Canis lupus familiaris) Haustier und wird als Heim- und Nutztier gehalten. Seine wilde Stammform ist der Wolf (Canis lupus), dem er als Unterart zugeordnet wird. Weltweit leben schätzungsweise 500 Millionen Haushunde, von denen etwa 75 Prozent freilebendend sind. In Deutschland lebten 2008 etwa 5 Millionen Hunde (etwa 69 % Rassehunde und 31 % Mischlinge). Neben der Hauskatze ist der Hund damit das meistgehaltene Haustier.

Allergologie (Relevanz)

Hundeallergene sind nach den Milben- und Katzenallergenen die bedeutendsten Allergene des häuslichen Bereiches. Sie können im Serum (Hundeserumalbumin, mit dem wichtigsten Expositionsweg über den Speichel), Schuppen und Fell gefunden werden, während Urin und Kot keine signifikante allergene Aktivität besitzen. Obwohl Allergenunterschiede je nach Herkunft des Allergens bestehen können (z.B. Epithel oder Speichel), werden jedoch im Gegensatz zu älteren Studien keine Rasse-spezifischen Allergene gefunden. Jedoch variiert die Allergen-Konzentrationen innerhalb der Rassen und zwischen diesen.

Haut-/Haarschuppen von Tieren sind sehr leicht und klein (ca. 2,5 Mikrometer) und können stundenlang in der Luft verbleiben.
Das Serumalbuminist ein sehr häufiges Allergen im Hausstaub. Ältere Tiere produzieren mehr Hautschuppen als jüngere, weil ihre Haut trockener ist. Die Zellerneuerung ist schneller bei Hunderrassen, die anfällig für die verschiedenen Formen der trockene und fettige Seborrhoe sind. Anstelle des normalen 21-Tage-Zyklus besitzt die epidermale Umsatzzeit des seborrhoischen Hundes 3 bis 4 Tage. Zudem kann die Allergenität von Hundeepithelien saisonale Schwankungen zeigen. Allergenkonzentrationen in Häusern mit Hunden können hohe Werte erreichen; in der Regel über 10.000 ng Can f 1, dem Major-Hundeallergen / g Staub. Allergenspiegel in Häusern ohne Hunde sind in der Regel 10 bis 100 mal niedriger, können aber immer noch nachgewiesen werden. Hohe Allergenmengen können auch in Haushalten ohne ein Haustier gefunden werden, wenn die ehemaligen Bewohner bereits haben ein derartiges besaßen oder wenn Hunde häufig ein Gebäude aufsuchen. Can f 1-Konzentrationen können innerhalb von Häusern mit Hunden stark variieren (Bereich: 0,3 bis 99 ng/m3). Allergene werden dann in den höchsten Konzentrationen auf dem Wohnzimmerboden gefunden, daneben auch auf Möbeln und in den Schlafzimmern, zudem auch an den Wänden und auf glatten Böden und Flächen. Waschen der Hunde bewirkt lediglich eine bescheidene Verringerung der Allergenmengen. Der Hund muss dabei mindestens zweimal pro Woche gewaschen werden, um eine erkennbare Verringerung von Can f 1 aus dem Hundehaar aufrecht zu erhalten. Hundeallergene werden nicht nur in Häusern, in denen Hunde als Haustiere behalten werden, nachgewiesen, sondern auch auch an anderen Orten wie Schulen und Kindertagesstätten, wo Hunde sich nicht regelmäßig aufhalten.  Die Allergene werden wohl über die Kleidung transportiert und können in relativ hohen Konzentrationen vorhanden sein. Daneben bilden gepolsterte Sitze und Stühle in öffentlichen Gebäuden oder Verkehrsmittel oder auch Autositze ein Reservoir für Hundeallergene.

Zu den Hundeallergenen siehe unter "inhalative Säugetierallergene".

Der Zusammenhang zwischen einer Hunde-Exposition und der Auslösung einer Sensibilisierung oder klinischen Symptomatik kann widersprüchlich sein und die aktuelle Studienlage unterstützt dabei fast jede Sichtweise: Hunde-Expsition verringert oder erhöht die Gefahr einer Sensibilisierung. Asthma kann häufiger oder seltener bei einer Hunde-Exposition auftreten bzw. verursacht werden. Zudem sind Hunde- (und Katzen-) Allergene allgegenwärtig in der menschlichen Gesellschaft und eine Sensibilisierung kann bei entsprechend disponierten Personen unabhängig von Haustierhaltung ausgelöst werden. In Studien konnte gezeigt werden, dass bei einer frühen Exposition gegenüber Haustieren das Risiko für die Entwicklung einer atopischen Erkrankungen in der frühen Kindheit reduziert werden kann. Dennoch sind Haare- und Hautschuppen von Hunden eindeutig eine Quelle für Inhalationsallergene, und Studien belegen, dass allergische Symptome bei sensibilisierten Personen induziert werden können. Symptome sind dabei Asthma, allergischer Rhinitis und allergischer Konjunktivitis. 30 bis 35% der atopisch veranlagten Menschen zeigen Typ I-allergische Symptome bei Einwirkung von Katzen und / oder Hunde-Allergenen.

Allergologische Diagnostik 

Prick, i.c. (Al.: Hundeepithelien), ImmunoCAP Can f1, f2, f3, f5 (Phadia), ggf. nasale Provokation (Al.) 

Therapie 

Ggf. Durchführung einer Hyposensibilisierungsbehandlung (Al.)

Literatur

http://www.phadia.com/en/Products/Allergy-testing-products/ImmunoCAP-Allergen-Information/Epidermals-and-Animal-Proteins/Allergens/Dog-dander/

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