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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Hopfen

(16.6.2015)

Hopfen 

Typ I-Sofortypallergen, (potenzielles) Typ IV-Kontaktallergen

Vorkommen und Beschreibung

Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) ist eine Pflanzenart in der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Der Wilde Hopfen ist in Mitteleuropa nahezu überall anzutreffen, die Kulturformen des Echten Hopfens werden landwirtschaftlich angebaut.  Hopfen wird hauptsächlich beim Bierbrauen verwendet. Die Hopfeninhaltsstoffe wirken zusätzlich beruhigend, konservierend und schaumstabilisierend. Ein geringer Anteil des geernteten Hopfens wird daher zu medizinischen Zwecken genutzt. Vereinzelt wird Hopfen auch als Geschmacksbereicherung für einige Liköre und Schnäpse verwendet. Seit einigen Jahren gewinnt auch die Ernte von Hopfenspargel wieder an Bedeutung. Wertbestimmende Bestandteile des Echten Hopfens sind eine Harzfraktion und ein ätherisches Öl, das Hopfenöl. Die Hopfensäuren (Humulone, Lupulone) machen anteilig etwa die Hälfte am Harz aus, weiterhin sind Chalkone, Flavonide und Gerbstoffe enthalten. Im Hopfenöl sind über 150 Einzelstoffe für ihr Vorkommen bekannt, wie Mono- und Sesquiterpene (z.B. Myrcen, Humulen, beta-Caryophyllen, Farnesene) sowie verschiedene Fettsäureester. Pharmazeutisch in der Pflanzenheilkunde verwendete Drogen Hopfenzapen, bei denen es es sich um die getrockneten, vollständigen weiblichen Blütenstände handelt, und die Hopfendrüsen (syn.: Lupulin), die von den Fruchtständen abgesiebten Drüsenhaare. In der Aromatherapie werden Hopfenblüten  oder Hopfenauszüge als Badezusatz verwendet.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Humulus lupulus extract (INCI). Extrakt aus Hopfen. Funktion: kräftigend, adstringierend, geschmeidig machend, linderend, antimikrobiell, hautpflegend

Humulus lupulus oil (INCI). Aus den frisch getrockneten Fruchtzapfen weiblicher Hopfenpflanzen gewonnenes ätherisches Öl. Funktion: kräftigend, maskierend

Allergologie (Relevanz)

Aus Exposition mit Hopfenstaub, der bei der Ernte oder Verarbeitung entsteht, können gelegentlich berufsbedingte Atemwegserkrankungen wie Rhinitis Asthma bronchiale auftreten. In Hopfen-Anbaugebieten sollte zudem mit der Möglichkeit einer Pollenallergie gegen diese Pflanze gerechnet werden. In seltenen Fällen kann durch Hopfen auch eine IgE-mediierte Typ I- Reaktionen in Form einer Kontakturtikaria ausgelöst werden, eine Nahrungsmittelallergie ist jedoch allenfalls äußerst selten. Auch eine systemische Urtiaria mit jedoch unklarem Aulösemechanismus wurde beschrieben.

Zur Hopfenpflückerdermatitis liegt eine große Zahl von Fallbeschreibungen vor. In erster Linie handelt es sich dabei um irritative Reaktionen. Berufsbedingtt können jedoch auch kontaktallergische Reaktionen auftreten. Beschrieben ist ein Fall mit Handekzem und aerogener allergischer Kontaktdermatitis im Gesichtsbereich, die durch einen positiven Epikutantestung auf die Hopfenzapfen bestätigt wurde.

Allergologische Diagnostik 

Prick, i.c. (Al.: Hopfenpollen), RAST (Ph.), ggf. nasale Provokation (Al.). Epikutantestung: Testkonzentration: Kurzetherextrakt 10 % in Vaseline 

Literatur: 1, 2, 3

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

Reeb-Whitaker et al: Respiratory disease associated with occupational inhalation to hop (Humulus lupulus) during harvest and processing. Ann Allergy Asthma Immunol 113, 534-538 (2014)

Pradalier et al: Systemic urticaria induced by hops. Allergy Immunol 34, 330-332 (2002)

Spiewak et al: Occupational airborne and hand dermatitis to hop (Humulus lupulus) with non-occupational relapses. Ann Agric Environ Med 9, 249-252 (2002)

Estrada et al: Contact urticaria from hops (Humulus lupulus) in a patient with previous urticaria-angioedema from peanut, chestnut and banana. Contact Dermatitis 46, 127 (2002)

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