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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Arnika

(30.1.2015)

Arnika 

Pflanzliches Typ IV-Kontaktallergen 

Vorkommen und Beschreibung

Die Echte Arnika (Arnica montana) ist eine Pflanzenart von etwa 30 Arten der Gattung Arnika in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Das Verbreitungsgebiet umfasst die Gebirgen von Alpen und Pyrenäen bis zum Balkan sowie eine nördliche Verbreitung bis Südskandinavien. Aufgrund des großen Bedarfs werden auch A. chamissonis. A. longifolia und A. sacchalinensis zur Arzneiherstellung, besonders der Arnika-Tinkturen herangezogen. 

Arnika ist ein altes Hausmittel und ist heute in zahlreichen naturheilkundlichen Präparaten zu finden. Arnikaextrakt zählt zu den am häufigsten eingesetzten Pflanzenauszügen in kräuterhaltigen Kosmetika und Hygieneartikeln. Anwendung in Lebensmitteln findet sich in Kräutertees, Kaugummi, Kräuter- und Fruchtbonbons und Likören. Arnika-Tinktur wird bei Entzündungen, leichten Verletzungen und Verstauchungen eingesetzt.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Arnica montana extract (INCI). Extrakt der getrockneten Blüten der Arnika. Kosmetische Funktion: kräftigend, geschmeidig machend, Antischuppenwirkstoff, antimirkobiell.

Allergologie (Relevanz) 

Die Sensibilisierungspotenz von Arnika ist als stark einzuschätzen. Arnika gehört innerhalb der Kompositenfamilie zu den wichtigsten Kontaktallergie-induzierenden Arten. Aufgrund seiner vielseitigen Verwendung treten kontaktallergische Reaktionen relativ häufig auf. Die Inhaltsstoffe der Arnika-Blüten sind u.a. Flavone, Cumarine, Gallensäuren und die Gruppe der Terpene, die zahlreiche Sesquiterpenlaktone beinhaltet. Diesen Laktonen wie Helenalin, Xanthalogin, Carabron, Arnilid D oder Arnifolin werden die Hauptwirkungen, aber auch die Sensibilisierungspotenz zugewiesen. Die angeführten Stoffe konnten als Auslöser für allergische Reaktionen gesichert werden. 

Die Arnika-Tinktur gehört zu den häufigsten Sensibilisatoren bei Patienten mit Hand- und Gesichtsekzemen, Kosmetik-Allergien und Ulcera crura. Auch bei Patienten mit lichtprovozierten Dermatosen waren positive Testreaktionen auffallend häufig. Die Gefahr eine Kontaktallergie auf Arnika bei der Gartenarbeit zu akquirieren sowie die mögliche direkte hautreizende Wirkung sind bekannt, jedoch insgesamt eher wenig relevant. Auch berufsbezogene Kontaktallergien auf Arnika bei Gärtnern, Floristen oder Landwirten sind beschrieben.

Kreuzallergien sind möglich mit anderen Kompositen, insbesondere mit Rainfarn, Schafgarbe, Chrysanthemen, Mutterkraut und Sonnenblumen. Andere Pflanzenarten, die chemisch ähnliche Inhaltsstoffe (Sesquiterpenlaktone) enthalten, können ebenfalls allergische Hautreaktionen auslösen (z.B. Lorbeer und Magnolien). 

Allergologische Diagnostik

Epikutantestung: Arnika-Tinktur 1:10 verdünnt in Ethanol, Kurzätherextrakt: 0,5 %, Arnikablüten-Extrakt (Bestandteil des Kompositen-Mix), Testblock Pflanzen, SmartPractice

Literatur: 3, 62

Hörmann et al: Allergie acute contact dermatitis due to Arnica tincture self-medication. Phytomedicine 1, 315-317 (1995)

Pirker et al: Cross-reactivity with Tagetes in Arnica contact eczema. Contact Dermatitis 26, 217-218 (1992)

Paulsen et al: Patch testing with constituents of Compositae mixes. Contact Dermatitis 66, 241-246 (2012)

Jocher et al: Allergenic potential of Arnica-containing formulations in Arnica-allergic patients. Contact Dermatitis 61, 304-306 (2009)

Spettoli et al: Contact dermatitis caused by sesquiterpene lactones. Am J Contact Dermat 9, 49-50 (1998)

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