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Suchbegriffe zu diesem Artikel: inhalative, Soforttypallergene

(2.8.2015)

1-Amino-2-propanol (MIPA)

Reizwirkung auf Haut und Atemwege, Typ IV-Kontaktallergen

Vorkommen und Beschreibung

1-Amino-2-propanol (syn.: Isopropanolamin, Monoisopropanolamin, MIPA) ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Alkanolamine. Es wird verwendet als Zwischenprodukt zur Herstellung von Farb- und Arzneistoffen, sowie Ester, Amiden und Salzen höhermolekularer Fettsäuren, die als Waschmittel oder Öl-in-Wasser- Emulgatoren (in Kosmetika) geeignet sind, als Stabilisator für Textilwachse und Lösungsvermittler sowie als Korrosionsinhibitor in Kühlschmierstoffen.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Isopropanolamine (INCI). Funktion: puffernd

Hydroxyethyl stearamide-mipa (INCI). Chem. Bezeichnung: N-(2-(2-Hydroxyethoxy)propyl)stearamid. Funktion: antistatisch, viskositätsregelnd, trübend

Isostearamide mipa (INCI). Isooctadecansäure, Verbindung mit 1-Amino-2-propanol Funktion: antistatisch, viskositätsregelnd, schaumverstärkend, Tensid.

Mixed isopropanolamines (INCI). Funktion: puffernd

Ricinoleamide mipa (INCI). Funktion: antistatische, vikositätsregelnd, schaumverstärkend

Aminotriazine Pentane Carboxamide Mipa (INCI). 5-(2-Amino-1,3,5-triazin-4-yl)pentanamid, Reaktionsprodukte mit 2-Hydroxypropylamin. Funktion: hautpflegend

Allergologie (Relevanz)

Die Angaben zum hautreizenden Potential sind etwas widersprüchlich. Im Tierversuch zeigten sich nach 5-minütiger Einwirkungszeit lediglich Rötungen, während Hautstellen, die 15 Min. lang behandelt worden waren, innerhalb von 24 Std. Nekrosen zeigten. Eine 4-stündige Einwirkung führte zu der Einstufung "ätzend", während aus einem weiteren Versuch über 24 Std. nur eine leichte Reizung resultierte. Bei wiederholter dermaler Exposition gegenüber 2-Amino-2-propanol (MIPA) in Arbeitsbereichen wurde über Kontaktdermatitiden berichtet, die auf die irritative Substanzwirkung zurückgeführt wurden. An Probanden war ein sensibilisierendes Potential nicht nachweisbar. Beschrieben sind ganz vereinzelte Fallberichte mit allergischen Kontaktdermatitiden. In einer Untersuchung an 144 Patienten, bei denen der Verdacht einer berufsbedingten Kontaktdermatitis auf Kühlschmierstoffe bestand, regierte 1 Patient auf das MIPA. Die inhalative Exposition eines Aerosols über 3 Std. führte im Tierversuch lediglich zur Irritation der Atemwege. Auch eine Exposition gegenüber noch wesentlich höheren Konzentrationen (230 g/m3 über 90 Min.) soll nur Reizwirkungen verursacht haben.

Literatur

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/014890.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0

Cooper et al: Contact allergy to isopropanolamine in Traxam gel. Contact Dermatitis 41, 233-234 (1999)

Geier et al: Patch testing with components of water-based metalworking fluids: results of a multicentre study with a second series. Contact Dermatitis 55, 322-329 (2006)

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