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(7.7.2015)

Ascorbinsäure

Typ IV-Kontaktallergen, (potenzielles) Typ I-Nahrungsmittelallergen

Vorkommen und Beschreibung

Ascorbinsäure ist eine organische Säure, ihre Salze heißen Ascorbate. Die L-Ascorbinsäure und ihre Derivate mit gleicher Wirkung werden unter der Bezeichnung Vitamin C zusammengefasst, das in vielen Obst- und Gemüsesorten sowie in Milch reichlich enthalten ist. Es verhindert die Entstehung freier Radikale, die durch den Einfluss von Luftsauerstoff entstehen können. Ascorbinsäure gehört daher zu den natürlichen Antioxidationsmitteln/Antioxidanzien, wird jedoch in erheblichem Umfang industriell hergestellt. Im menschlichen Organismus ist Vitamin C unter anderem an Bildung von Kollagen beteiligt, das für den Aufbau von Bindegewebe, Knochen und Knorpel nötig ist. Es stimuliert darüber hinaus das Immunsystem, verbessert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und verzögert Einflüsse des Sauerstoffs wie etwa Braunverfärbungen bei angeschnittenem Obst und Gemüse. Ascorbinsäure (E 300) und seine Salze Natrium-L-Ascorbat (E 300) und Calcium-L-Ascorbat (E 302) sind ohne Höchstmengenbeschränkung für Lebensmittel zugelassen Sie werden als Antioxidationsmittel, zur Mehlverbesserung, als Farbstabilisator und zur Vitaminisierung von Lebensmitteln eingesetzt. Sie sind insbesondere zu finden in Obst- und Gemüsekonserven, tiefgefrorenen oder getrockneten Kartoffelprodukten, Fruchtsäften und –nektaren, Konfitüre, Marmelade, Gelee, Fleisch- und Wurstwaren, Brot, Backmischungen sowie Bier und Wein.

L-Ascorbinsäure, Calciumascorbat, Magnesiumascorbat, Magnesiumascorbylphosphat, Natriumascorbat und Natriumascorbylphosphat besitzen in kosmetischen Formulierungen in erster Linie eine antioxidative Funktion. Ascorbinsäure wird üblicherweise als Antioxidans und zur pH-Einstellung in einer Vielzahl von Kosmetika insbesondere in Haarfärbemitteln und Haarfarben eingesetzt. Calciumascorbat und Magnesium Ascorbate sind als Antioxidantien und Hautkonditionierungsmittel beschrieben.

Ascorbinsäureester sind die Ester der Ascorbinsäure mit Palmitin- oder Stearinsäure (E 304): Ascorbylpalmitat und Ascorbylstearat. Ascorbinsäureester sind im Gegensatz zu Ascorbinsäure und den Ascorbaten nicht wasser- sondern fettlöslich. Ihre Vitaminwirkung ist gering.Ascorbinsäureester wirken in fetthaltigen Lebensmitteln antioxidativ und verstärken die Wirksamkeit anderer Antioxidanzien. Sie haben darüber hinaus Emulgator-Eigenschaften. Sie sind insbesondere zu finden in Speiseöle, Mayonnaise, Brat- und Backfette, Fleisch- und Wurstware, Weißbrot, Trockenmilcherzeugnisse und Säuglingsanfangsnahrung.

Verwendung als kosmetischer Zusatzstoff

Ascorbic acid (INCI). Chem. .Bezeichnung: Ascorbinsäure. Funktion: antioxidativ, puffernd

Ascorbic acid polypeptide (INCI). L-Ascorbinsäure, Reaktionsprodukte mit Proteinhydrolysaten. Funktion: hautpflegend

Ascorbyl dipalmitate (INCI). L-Ascorinsäure, Dihexydecanat. Funktion: antioxidativ

Ascorbyl methylsinalol pectinate (INCI). Ascorbinsäure, Polymer mit Pektin und Methylsinalol. Kosmetische Funktion: antioxidativ, viskositätsregelnd

Ascorbyl palmitate (INCI). 6-O-Palmitoylascorbinsäure. Funktion: antioxidativ

Ascorbyl stearate (INCI). (Steaoryloxy)-L-ascorbinsäure. Funktion: antioxidativ

Chitosan ascorbate (INCI). Ascorbinsäure, Verbindungen mit Chitosan. Funktion: antioxidativ, filmbildend, hautpflegend

Disodium ascorbyl sulfate (INCI). L-Ascorbinsäure, Sulfat, Monoester, Dinatriumsalz. Funktion: antioxidativ

Magnesium ascorbate (INCI). antioxidativ, hautpflegend

Methylsinalol ascorbate (INCI). Funktion: antistatisch, hautpflegend

Allergologie (Relevanz)

Ascorbinsäure und ihre Salze gelten bei der Verwendung als Lebensmittelzusatzstoffe unbedenklich und sind als sicher anerkannt. Sie sind wasserlöslich und werden über den Harn ausgeschieden. Ascorbinsäureester gelten als unbedenklich. Sie werden im Dünndarm in Fettsäuren und Ascorbinsäure aufgespalten und verdaut.

Bei einer 4tägigen Epikutantestung mit 10%iger Ascorbinsäure konnten keine hautirritativen Wirkungen festgestellt werden. In Studien an Probanden konnte bei Anwendung von Produkten, die 5 und 10%ige Ascorbinsäure enthielten, keine dermalen Sensibilisierungen  beobachtet werden. In seltenen Fällen kann Ascorbinsäure jedoch eine kontaktallergische Reaktion verursachen, einzelne Fälle sind diesbezüglich beschrieben. Zur diagnostischen Verifizierung wird ein offener Anwendungtest (OAT) empfohlen.

Literatur

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90v

http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/94.e300_ascorbins%E4ure.html

Belhadjali et al: Contact dermatitis from vitamin C in a cosmetic anti-aging cream, Contact Dermatitis 45, 317 (2001)

Johansen et al: Contact Dermatitis, Springer, 5. Aufl. (2010)

Assier et al: Contact dermatitis caused by ascorbyl tetraisopalmitate in a cream used for the management of atopic dermatitis. Contact Dermatitis 71, 60-61 (2014)

Yagami et al: Allergic contact dermatitis caused by 3-o-ethyl-L-ascorbic acid (vitamin C ethyl). Contact Dermatitis 70, 376-377 (2014)

Swinnen et al: Allergic contact dermatitis caused by ascorbyl tetraisopalmitate. Contact Dermatitis 64, 241-242 (2011)

Elmore: Final report of the safety assessment of L-Ascorbic Acid, Calcium Ascorbate, Magnesium Ascorbate, Magnesium Ascorbyl Phosphate, Sodium Ascorbate, and Sodium Ascorbyl Phosphate as used in cosmetics. Int J Toxicol 24, Suppl 2, 51-111 (2005)

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