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(31.7.2015)

Resorcin 

irritative Wirkung auf Haut und Schleimhäute, Typ IV-Kontaktallergen 

Vorkommen und Beschreibung

Resorcin (syn.: m-Dihydroxybenzol, Resorcinol) ist als Reduktionsmittel Inhaltsstoff zahlreicher Kosmetikaartikel (Haarpflegemittel, Haarfärbemittel, Lippenstifte). Außerdem hat es auf Grund seines keratolytischen und mild antiseptischen Effekts einen Platz in der Aknetherapie. Castellani-Lösung, die auf Grund ihrer antimikrobiellen sowie abtrocknenden Eigenschaften in der dermatologischen Behandlung von Ulcera crurum sowie ekzematösen und mikrobiellen Hautveränderungen zum Einsatz kommt, enthält als wesentlichen Inhaltsstoff Resorcinol. Daneben auch Zwischenprodukt zur Herstellung von Bindemitteln, Kleb- und Farbstoffen. Es wird dabei u.a. in Kunststoffen als UV-Absorber eingesetzt.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Resorcinol (INCI). Funktion: haarfärbend

Resorcinol acetate (INCI). 3-Hydroxyphenylacetat. Funktion: antistatisch, hautpflegend, haarkonditionierend

4-Chloro-resorcinol (INCI). Chem. Bezeichnung: 1,3-Benzoldiamin, 4-Chloro-. Funktion: haarfärbendINCI). 1,3-Benzoldiol-, 2-Methyl-. Funktion: haarfärbend

2-Methylresorcionol (INC). 1,3-Benzoldiol, 2-Methyl-. Funktion: haarfärbend

Allergologie (Relevanz)

In konzentrierter Form zeigt Resorcin ein deutliches Reizpotential, vor allem an Schleimhäuten. Stark verdünnte Formulierungen, die in heute gebräuchlichen kosmetischen Produkten oder medizinischen Präparaten vorliegen, werden im Allgemeinen gut toleriert. Im Tierversuch erwies sich konzentriertes R. (pulverförmig oder angefeuchtet) bei Testungen unter als schwach reizend. Technisches Produkt wirkte stärker reizend. 2,5%ige Lösung löste dagegen keine Hautreaktionen aus. Aus der therapeutischen Anwendung ist bekannt, dass 3 - 25%ige Rersocin-Formulierungen bei wiederholtem Gebrauch zu Rötung, Juckreiz, Hautentzündung bis hin zur Schädigung der oberen Hautschicht führen können.Testungen im Tierversuch zum sensibilisierenden Potential verliefen uneinheitlich, ein Maximierungstest war aber positiv. Eine photoallergene Wirkung war nicht nachweisbar. Beim Menschen sind Sensibilisierungen der Haut  in mehreren Fällen nachgewiesen worden. Hauptsächlich sind Resorcin-haltige Zubereitungen nur dann ein kontaktallergisches Problem, wenn sie im Bereich ekzematös oder entzündlich veränderter Haut (wie bei Ulcus cruris oder Akne) zur Anwendung gelangen. Bei Menschen  mit gesunder Haut ist das sensibilisierende Potenzial nicht sehr ausgeprägt.  In Einzelfällen kam es aber schon nach kurzem Kontakt (1 - 3 Tage) mit höher konzentriertem Resorcin zur Sensibilisierung und es zeigten sich sogar akute generalisierte allergische Reaktionen (Urtikaria). Die Betroffenen zeigten auch schwache Reaktionen gegenüber strukturell ähnlichen Verbindungen (wie Hydrochinon, Brenzkatechin). Insgesamt wird auf ein schwaches hautsensibilisierendes Potential geschlossen. Allergische Reaktionen gegen Resorcinol sind in den letzten Jahren – auch in größeren Testkollektiven – nur selten beobachtet. worden. In einer Studie bei der über 2000 Patienten auf Inhaltsstoffe in Haarfärbeprodukte getestet wurden, fand sich lediglich eine Sensbilisierungsrate von 0,1 % auf das Resorcin. Beschrieben sind einzelne Kasuistiken über allergische Kontaktdermatitiden auf Resorcin-haltige Solutio Castellani, die zur Markierung von Epikutantestfeldern verwandt wurden. In eher seltenen Fällen können auch Sensibilisierungen auf Haarfärbemittel oder Shampoos zurückgeführt werden. Hauptsächlich sind Resorcin-haltige Zubereitungen nur dann ein kontaktallergisches Problem, wenn sie im Bereich ekzematös oder entzündlich veränderter Haut (wie bei Ulcus cruris oder Akne) zur Anwendung gelangen. Bei Menschen  mit gesunder Haut ist das sensibilisierende Potenzial nicht sehr ausgeprägt. In Arbeitsplatzstudien an Beschäftigten, die direkten Hautkontakt mit Rersorcino hatten, ist ein gehäuftes Auftreten von Hauterkrankungen (Dermatitis) festgestellt worden. Hauptsächlich aus der therapeutischen Anwendung ist auch über Sensibilisierungen und allergische Hautreaktionen nach längerem Gebrauch berichtet worden. In seltenen Fällen bestand ein Zusammenhang mit einer beruflichen Exposition. Eine Testung bei Friseuren und Friseurkunden, die mit Rersorcin-haltigen Haarfärbemitteln Kontakt hatten, ergab in dieser Gruppe keine wesentliche Erhöhung der Sensibilisierungsraten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Kürzlich wurde über den Fall eines Kontaktekzems im Bereich der rechten Handinnenfläche bei einer Sekretärin berichtet Bei dieser wurde eine Computer-Maus, die Resorcinmonobenzoat enthielt, auf der Basis von Epikutantestungen und der chemischen Analysen, als Auslöser der kontaktallergischen Reaktion angenommen. 

Literatur: 6, 380, 381, 463

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/010390.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0

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