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(18.6.2015)
Hydrochinon
Typ IV-Kontaktallergen
Vorkommen und Beschreibung
Hydrochinon (1,4-Dihydroxybenzol) ist ein Phenol und neben Brenzcatechin (1,2-Dihydroxybenzol) und Resorcin (1,3-Dihydroxybenzol) das dritte mögliche Dihydroxybenzol. Hydrochinon ist sowohl in Arzneimitteln und Haarkosmetika zu finden, als auch in technischen Produkten:
- in Arzneimitteln zur äußerlichen Anwendung zum Bleichen von Epheliden und Lentigines
- in Haarfärbemitteln
- als Reduktionsmittel bei der Kunststoffherstellung
- als Bestandteil von Pelzfärbemitteln
- als Konservierungsmittel für Öle, Fette und Anstrichmitteln
- als Entwickler in der Fotoindustrie
Da die Substanz bei der Kunststoffherstellung verwendet wird, kann sie auch in Zahnprothesenmaterial enthalten sein (Kunststoffkronen, Gaumenplatten) und in Kunststofffüllungen für die Zahne sowie Klebern zum Einsetzen von Einlagefüllungen (Inlays) aus Keramik oder Kunststoff.
Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff
Hydroquinone (INCI). Funktion: haarfärbend, bleichend, reduzierend, antioxidativ
Diamylhydroquinone (INCI). Chem. Bezeichnung: 2,4-Di-tert-pentylhydrochinon. Funktion: antioxidativ
Allergologie (Relevanz)
In Testungen zur Hautverträglichkeit bei einmaligem Kontakt erwies sich Hydrochinon als schwach hautreizende Substanz. In Tierversuchen wurden wäßrige Lösungen bis zu max. 20 % Hydrochinon-Gehalt ohne Reizung vertragen. Erfahrungen zu Folgen des Hautkontaktes resultieren vor allem aus der langjährigen medizinischen Anwendung Hydrochinon-haltiger Cremes (1,5 - 8 % Hydrochinon-Gehalt) als Bleichmittel zur Behandlung von Hyperpigmentierungen. Kutenate Nebenwirkungen können irritative Kontaktdermatitiden, Hydrochinon-induzierte exogene Ochronose, Depimentierungen und Leukoderms ein. 1,5 - 2 %ige Formulierungen wurden ohne Reizung toleriert. Salben mit 2 - 5 % Hydrochinon-Gehalt verursachten beim Menschen bei einmaliger oder wiederholter Applikation Prickeln, Reizung, Rötung, Entzündung. Nebenwirkungen der Anwendung 5 %iger Cremes waren Rötung, Brennen und Hautentzündungen. Nach sehr langer Anwendung kam es auch zu Hyperpigmentierung, Verdickung der Haut und Verfärbungen der Fingernägel. Bei beruflichem Hautkontakt mit Hydrochinon-haltigen Entwicklerlösungen wurde über Hautdepigmentierungen (ähnlich einer Leukodermie oder Vitiligo) berichtet. In einem Fall zeigten sich fleckenartige Depigmentierungen nach 9-monatigem Umgang mit nur 0,06 %iger Hydrochinon-Lösung. Die Depigmentierungen bilden sich ohne begleitende Hautentzündungen oder Juckreiz aus. Die betroffenen Hautstellen waren allerdings gegenüber Sonneneinwirkung empfindlich. Vereinzelt wurde über rötliche Verfärbungen der Haare und der Haut nach langer beruflicher Hydrochinon-Exposition berichtet. Hydrochinonnkann nachweislich hautsensibilisierend wirken, die Sensibilisierungpotenz ist allerdings schwach ausgeprägt. Sensibilisierungen der Haut mit klinisch relevanten allergischen Kontaktdermatitien sind trotz der vielfältigen Expositionsmöglichkeiten bei den üblichen Einsatzkonzentrationen von max. 2 % nur selten beobachtet worden und beschrieben. Kreuzallergien sind möglich mit Resorcin, Hexylresorcin, Pyrocatechol, Hydroxyhydrochinon, Phenol, Pyrogallol sowie p-Phenylendiamin. Eine Reizwirkung auf die Atemwege wird nicht ausgeschlossen.
Allergologische Diagnostik
Epikutantestung mit Block Friseurstoffe, Kosmetik/Haushalt, Lack-, Plastik-, Klebestoffe, Methacrylate/Kunststoffe (Zahntechnik), Photographische Chemikalien; Testkonzentration 1 % in Vaseline (SmartPractice)
Literatur: 6
https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw
Greim H (Hrsg): Gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe. Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begründung von MAK-Werten: 1,4-Dihydroxybenzol. VCH, Weinheim (1994)
http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/013050.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0
Jow et al: Hydroquinone-induced depigmentation: case report and review of the literature. Dermatitis 25, e1-5 (2014)
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