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Unnötige und gefährliche Operationen - Allergologie Allergie Forum
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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeApr 17th 2015 bearbeitet
     

    (17.4.2015) Unnötige und gefährliche Operationen

    Dass in Deutschland viel zu oft und oft genug vollständig unnötig und aus finanziellen Interessen heraus operiert wird, dürfte doch wohl mittlerweile vollständig unbestritten sein und lässt sich in zahlreichen Fachgebieten entsprechend nachhaltig belegen.

    Was jetzt jedoch öffentlich wird, spottet doch wohl jeder Beschreibung und man ist geradezu fassungslos und konsterniert. Da werden zwar teils vollständig gesunde Patienten unnötig operiert, doch wenn die Op dann normal und ohne Komplikationen verläuft, könnten man dies ja vielleicht noch akzeptieren. Doch was passiert? Die operierenden Ärzte arbeiten dann auch noch schlampig. Noch viel mehr kann das fehlende Interesse im deutschen Gesundheitswesen für das Wohl des Patienten gar nicht mehr offengelegt werden, wenn ökonomische Interessen derartig vor das Patientenwohl gestellt werden.

    Schlampige Ärzte: Vergesslichkeit fordert jedes Jahr tausende Todesopfer

    Patienten erhoffen sich von einer Operation eine Heilung. Was aber, wenn der OP-Tisch zur Todesfalle wird. Mehrere Hunderte Nadeln, Tupfer und andere Operationsmaterialien werden jedes Jahr nach einer Operation im Körper eines Patienten vergessen. Resultat: Die Patienten sterben.

    Jedes Jahr sterben ca. 600 bis 700 Menschen in Deutschland an vergessenen OP-Materialien. Das ist für das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) aber nur ein Beispiel, welchen Risiken ein Patient in einer Klinik oder beim Arzt ausgesetzt ist.

    Das als seriös geltende Aktionsbündnis Patientensicherheit beruft sich bei seinen Schätzungen zu den vergessenen OP-Gegenständen auf mehrere Studien und Umfragen. Demnach bleiben bis zu 3000 Tupfer, Bauchtücher, Scheren nach einer Operation im Körper des Patienten. Daher werden von der APS strengere Regeln gefordert und bessere Einhaltung bei den Zählkontrollen der OP-Materialien...

    Was passiert noch immer wieder?

    Ein Chirurg verwechselt die Seite, an der der Patient aufgeschnitten wird, Medikamente werden falsch verabreicht oder in der falschen Form, nicht zur Blutgruppe passende Blutkonserven werden eingesetzt - oder ein Patient zieht sich auf Station gefährliche Keime zu. . In deutschen Kliniken sterben jedes Jahr mehrere Tausende Menschen, da sie sich mit multiresistenten Keimen angesteckt haben.

    Wie oft passiert was?

    Die Einschätzung, dass es pro Jahr 360 000 bis 720 000 vermeidbare unerwünschte  Ereignisse in deutschen Kliniken gibt, stammt von den offiziellen Gesundheitssachverständigen im Regierungsauftrag. Die meisten dieser Fälle haben für die Betroffenen vergleichsweise glimpfliche Folgen. Ein AOK-Report ging von rund 19 000 Toten durch Behandlungsfehler in Kliniken pro Jahr aus.

    Literatur

    http://healthnewsnet.de/news-2/op-tisch-vergesslichkeit-fordert-todesopfer-10377/

    http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Kompresse-vergessen-sind-Aerzte-manchmal-zu-schlampig-1812252828

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJul 22nd 2015 bearbeitet
     

    (23.7.2015) Unnötige Operationen und unnötige Krankenhausaufenthalte

    Dass gerade bei "Rückenschmerzen" ganz überwiegend vollständig unnötige Operationen durchgeführt werden und überwiegend vollständig unnötiger Krankenhausaufenthalte erfolgen, wird wieder einmal durch einen aktuellen Report der Barmer GEK belegt. Wenn zahlreichste Ärzte offenbar nicht mehr weiter wissen, landen Menschen mit Rückenschmerzen immer häufiger im Krankenhaus...Viele werden operiert und dies dann auch noch ziemlich wenig erfolgreich, mit teils erheblichen Gefahren und negativen Folgen der Operation (insbesondere Infektionen mit teils resistenten Krankenhauskeimen) und ganz erheblichen Kosten. Dabei könnte in der Mehrzahl doch sehr gut eine suffiziente ambulante Schmerz- und Physiotherapie oder auch physikalischen Maßnahmen geholfen werden. Zudem wäre auch ein ärztlicher Rat zu ausreichender Bewegung mit sportlicher Betätigung und entsprechender Gewichtsreduktion dringend notwendig. So kommt es jedoch dann, dass vor allem Patienten mit chronischen Schmerzen oft jahrelang bei verschiedenen Ärzten nach der richtigen Therapie suchen, ohne diese jemals zu finden.

    Vollständig unglaublich wird die Situation jedoch, wenn man sich die Neurochirurgische Leitlinie zum Lumbalen Bandscheibenvorfall anschaut, in der ganz eindeutig zu lesen ist: Indikationen zur primär operativen Behandlung bestehen bei einem Kaudasyndrom (Notfall-Operation) und bei signifikanten und progredienten Paresen. Bei massiven radikulären Schmerzen, die kurzfristig nicht durch Analgetika beeinflussbar sind, und einem adäquaten Befund in der Bildgebung ist ebenfalls ein frühes operatives Vorgehengerechtfertigt. In den übrigen Fällen empfiehlt sich eine konservative Therapie, die aber innerhalb eines Zeitraumes von 6-8 Wochen eine deutliche Verbesserung der Schmerzen und eine Zunahme der Belastbarkeit erbringen sollte....Bis zu 90 % der symptomatischen Bandscheibenvorfälle können durch eine konservative Therapie beherrscht werden, weshalb eine adäquate nichtchirurgischeBehandlung als Therapie der Wahl anzusehen ist.

    Vollständig absurd wird es jedoch, wenn diese geradezu unsägliche und ignorante Vorgensweise zahlreichster Ärzte zwar dann ausreichend dokumentiert ist, jedoch selbst vom Vorstandsvorsitzenden der Barmer BEK keine ernsthaften Konsequenzen gefordert werden, insbesondere wenn dann auch noch die Patientenunzufriedenheit bereits derartig belegt und dokumentiert ist, einmal von vollständig unnötigen Kosten für vollständig unnötige Krankenhausaufenhalte ganz abgesehen

    (Barmer BEK) Zwischen 2006 und 2014 haben Krankenhausaufenthalte aufgrund lumbaler Rückenschmerzenum 50,2% zugenommen(von 34,2 auf 51,4 Fälle je 10.000 Versichertenjahre).Diese Steigerung ist nur zu einem kleinen Teil auf demografische Veränderungen zurückzuführen....30% wurden an der Wirbelsäule operiert, 5% erhielten eine multimodale Schmerztherapie und 34% eine interventionelle Schmerztherapie. Bei 30% der an der Befragung Teilnehmenden ist weder eine Operation an der Wirbesäule noch eine Schmerztherapie dokumentiert...Nur gut ein Drittel der Patienten ist 1,5 Jahre nach dem Krankennhausaufenthalt schmerzfrei. Immerhin fast die Hälfte der operierten Patienten (48,7%) und in etwa jede vierte Person nach interventioneller Schmerztherapie ist schmerzfrei. Erwartungsgemäß ist bei den erheblich stärker vorbelasteten, mit einer multimodalen Schmerztherapie behandelten Patienten nur gut jede zehnte Person schmerzfrei.Eine normale rückenbezogene Funktionskapazität errechen aber nur 52,3% der operierten Patienten, 39,1% der mitinterventioneller Schmerztherapie Behandelten und immerhin 18,4% der mit multimodaler Schmerztherapie Versorgten. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Befragten liegt zum Zeitpunkt der Befragung (teilweise sehr) deutlich unterhalb der Referenzbevölkerung...

    Die niedrigste Ergebniszufriedenheit, die wir jemals bei den im Rahmen des BARMER GEK Reports durchgeführten Patientenbefragungen gemessen haben: Nur jede zweite operierte Person und nur jeder vierte mit (multimodaler oder interventioneller) Schmerztherapie behandelte Versicherte ist uneingeschränkt mit dem Ergebnis der Krankenhausbehandlung zufrieden.... Interessant ist zudem die relativ große Patientengruppe, bei der weder eine Operation an der Wirbelsäule noch eine Schmerztherapie während des Krankenhausaufenthaltes dokumentiert ist...mit welchem Ziel ein Drittel der Krankenhausaufenthalte mit lumbalen Rückennschmerzen erfolgt, bleibt unklar...

    (SPON vom 21.7.1015) Immer mehr Menschen mit Rückenschmerzen in Klinik

    Rechnet man die Zahlen der Krankenkasse auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands hoch, gab es im Jahr 2013 insgesamt 415.000 Krankenhausaufenthalte wegen Schmerzen im unteren Rücken (lumbale Rückenschmerzen). Im Jahr 2006 waren es rund 282.000 gewesen....Diese Leistung hat sich den Krankenkassenzahlen zufolge seit 2006 verdoppelt und die Zahl der Kliniken, die eine solche Behandlung anbieten, ist um 40 Prozent gestiegen (von 612 Krankenhäusern im Jahr 2006 auf 858 Kliniken im Jahr 2014)...Nicht selten landen diese Patienten irgendwann auf dem OP-Tisch: Die Zahl der Bandscheiben-Operationen hat dem Report zufolge zwischen 2006 und 2014 um zwölf Prozent zugenommen. Das Problem dabei ist: Ein chirurgischer Eingriff birgt zwar alle Gefahren einer Operation wie etwa Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen und Herz-Kreislauf-Probleme durch die Narkose. Eine Garantie, dass die Schmerzen nach dem Eingriff verschwunden sind, gibt es aber nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie etwa hält zur Diagnose Bandscheibenvorfall fest: "Bis zu 90 Prozent der symptomatischen Bandscheibenvorfälle können durch eine konservative Therapie beherrscht werden" - also ohne OP.

    Barmer-GEK-Chef Christoph Straub wertet die aktuellen Zahlen auch als Ausdruck dafür, dass Schmerzpatienten zu oft nicht am richtigen Ort therapiert würden. Von den 415.000 Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, würden 140.000 weder operiert noch bekämen sie eine spezielle Schmerztherapie. "Wir sehen eine deutliche Fehlentwicklung", so Straub.

    Literatur

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/barmer-gek-rueckenschmerzen-treiben-immer-mehr-menschen-in-kliniken-a-1044569.html

    http://www.klinikum-fulda.de/fileadmin/documents/02_Kliniken_und_Institute/02_11_Neurochirurgie/Lumbaler_BSV.pdf

    http://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Aktuelle-Pressemitteilungen/150721-Report-Krankenhaus/PDF-Report-Krankenhaus-2015,property=Data.pdf

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