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Vertrauensverlust der Mainstream-Medien und seine Ursachen - Allergologie Allergie Forum
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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJan 11th 2015 bearbeitet
     

    (11.1.2015) Vertrauensverlust der Mainstream-Medien und seine Ursachen

    Dass auch auf dem Gebiet der Medizin häufig genug von Seiten der Mainstream-Medien ganz bestimmte Interessenslagen vertreten werden, teils ganz bewusst und offensichtlich versucht wird zu manipulieren, zumindest in der Wissenschaftsliteratur, die sich ja dann jedoch vollständig unreflektiert im Mainstream niederschlägt, teils ganz massive Zensur ausgeübt wird, Propaganda gemacht wird und auf eine geradezu unsägliche Weise Hysterie und Panikmache verbreitet wird, habe ich hier ja auch schon in mehreren Artikeln und Beiträgen versucht darzustellen und zu erklären. Die Unterscheidung dabei zwischen entsprechender "Steuerung durch interessierte Kreise" oder die mehr als offensichtlicher "Vertretung bestimmter Interessenslagen" und sei es auch nur von zahlenden Anzeigenkunden auf die man als ökonomischen Gründen geradezu angeweisen ist, halte ich dabei allenfalls für ganz mariginal. Manipulation bleibt eben doch Manipulation, auch wenn man hier noch zur Rechtfertigung versucht einigermaßen "ehrenwerte" Gründe anzuführen.

    Mehr als offensichtlich wird dies wieder einmal, wenn man sich die geradezu unsägliche Hysterie und Panikmache bez. der Ebola-Infektion vor Augen hält, bei der mehr als offensichtlich wird, dass man das gleiche Schema wie bei der bereits schon gefakten Schweingrippevirus-Pandemie verfolgt und anscheinend gegen jeglichstes Wissen so gar keine Konsequenzen daraus ziehen will (Cui bono?). Gleiches gilt für einmal von bestimmten Kreisen, wie der entsprechend interessierten Ärzteschaft oder der Pharma-, Kosmetik- und Impfindustrie festgesetzte und geradezu zementierte Dogmen, die jedoch durch die Mainstream-Medien nahezu vollständig kritiklos in die Öffentlichkeit transportiert werden müssen, um überhaupt wirksam zu werden. Dies ließe sich zigfach belegen, wie durch die geradezu absurde Verteuflung der Sonne, mehr als offensichtliche Lügen zum ach so schädlichen Cholesterin, die Panikmache bei verschiedenen Infektionskrankheiten oder die fortwährende Propagierung von letztlich jedoch tatsächlich überwiegend vollständig sinn- und nutzlosen Vorsorgeuntersuchungen. Die Frage, wem diese ganzen Auslassungen letztlich eigentlich tatsächlich dienen oder nützen könnten, stellt sich also nicht nur bei den ganz aktuellen politischen Krisen, sondern auch auf zahlreichen weiteren gesells chaftlichen Bereichen.

    Natürlich fällt es einem dann noch viel leichter, entsprechende Kritik zu üben, wenn man über entsprechend Sach- und Fachverstand verfügt, über den der ganz "normale" Journalisten oder Autor ja letztlich gar nicht verfügen kann; wenn anscheinend dazuhin dann noch erwartet wird, dass auch der ganz normalen Menschenverstand geradezu über den Haufen geworfen werden soll, wird man jedenfalls geradezu vollends fassungslos.

    Und besonders unsäglich wird es zudem dann (und diese ganz ernsthafte Problematik wird m.E. in der ganzen Diskussion viel zu wenig beachtet und auch beleuchtet) wenn diese mehr als offensichtliche Glaubwürdigkeitslücke, die der Mainstream-Journalismus hinterlässt, von sog. alternativen Medien gerade auf medizinischen Gebiet aufgenommen wird, die teils noch viel schlimmere und haarsträubendere Meinungen und Auffassungen propagieren, die auch noch jeglichster naturwissenschaftlich-orientierten und evidenz-basierten Medizin widersprechen.

    Jetzt werden anscheinend dann doch nur noch vollständig unsägliche Rundumschläge verteilt, wenn man die ersten Zeilen eines Essays eines Essays aus dem aktuellen Spiegel so liest und es wundert einen schon etwas, welch teils geradezu absurden Tobak ein Professor für Medienwissenschaften so von sich gibt..

    Der Hass der Bescheidwisser

    Die aktuellen Attacken von Verschwörungstheoretikern bedrohen den Journalismus. Von Bernhard Pörksen

    ... Und schlimmer noch, sie werden gesteuert diese Mainstream-Medien, wahlweise...

    Peter Harth schreibt für den Kopp-Verlag eine Stellungnahme, die man durchaus in weiten Teilen nachvollziehen kann...

    Die Wahrheit kommt erst zum Schluss...Dort steht, warum den Medienkritikern das Kritisieren so leicht fällt. Wobei Pörksen lieber von »Verschwörungstheoretikern« spricht. Aber Bezeichnung hin oder her – nicht sie demontieren den Journalismus, das schafft der von ganz allein.

    Der Journalismus leidet unter einer »selbstherrlich gelebten Arroganz«, gibt Pörksen zu. Er schließt seine Leser und deren Realität aus (»Exklusion«). Er lebt unter einer Glaskuppel, die ihn weltfremd macht. Und er errichtet »Scheiterhaufen«. Scheiterhaufen?...

    ...Das hat bisher geklappt, weil Medien die exklusiven Meinungsmacher waren. Sie und nur sie. Und das war ein gutes Geschäft, weil die Politik wie auch die Wirtschaft die veröffentlichte Meinung braucht. Jedenfalls die in ihren Augen richtige. Dafür zahlen sie...

    Der Journalismus hat seine Macht verloren. Nicht nur, weil inzwischen jeder auch ohne die Medien Meinungen machen kann. Es ist jetzt fast zu leicht, die Fehler und Unwahrheiten der Journalisten aufzudecken. Und davon gibt es seit der Ukraine-Krise so viele wie seit dem Ende des Kalten Krieges 1989 nicht mehr. Das ist eine Tatsache. Jeder Fehler kostet die Mainstream-Medien ein Stück ihrer Glaubwürdigkeit...

    ...Das ist keine Medienrevolution, es ist eine Erosion, ein Zerbröckeln. Mit den einfachsten Mitteln, ohne viel Aufwand. Die Fehler sind da, sie müssen nur offen gezeigt werden im Internet: Seien es Propaganda, verlorene Glaubwürdigkeit, Zensur, Manipulation, Arroganz, Unaufrichtigkeit....

    Überhaupt: Lange vor den Inhalten stehen die bezahlten Anzeigen fest. Erst dann wird der Journalismus passend um die Anzeigen gestrickt. Es ist also nicht nur ein Gefühl der Leser, dass der Journalismus gekauft wird. Wurde er schon immer. In so einem System ist die aufrichtige Wahrheit nicht der wünschenswerte Normalzustand, sondern nur der bedauerliche Einzelfall...

    Literatur

    https://magazin.spiegel.de/digital/?utm_source=spon&utm_campaign=inhaltsverzeichnis#SP/2015/2/131147816

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/peter-harth/journalismus-2-15-die-arroganz-der-entwerteten.html

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJan 19th 2015 bearbeitet
     

    (19.1.2015)

    Nachdem man jetzt das Traktat von Pörksen, der sich tatsächlich auch noch (Medien-)Wissenschaftler nennt und eine Professur an der eigentlich hoch-geschätzten Universität Tübingen innehat, im Spiegel 2/2012 in seiner kompletten Gänze lesen konnte, darf man ja doch wohl vollständig berechtigt eigentlich nur noch komplett fassungslos sein.

    Pörksen hat es es sich ganz offensichtlich zum Ziel gesetzt, seine ganz persönliche und ureigene Sicht auf die derzeitige Debatte zum Vertrauensverlust der Medien darzulegen. Darin heißt es:

    Es braucht nur ein paar Klicks, um in einen merkwürdigen, dunklen Fiebertraum abzudriften, eine schweißnasse Angstfantasie, die von einer Medienverschwörung handelt und einer dämonischen Gewalt, die uns alle manipuliert und systematisch belügt...

    Pörksens Essay bewertet die aktuelle Medienkritik und konstatiert dabei so ganz nebenbei "Die aktuellen Attacken von Verschwörungstheoretikern bedrohen den Journalismus." - Die Frage, die sich jedoch anhand dieser vollständig irrationalen Abhandlung stellen kann, ist Pörksen nicht Opfer seiner ganz eigenen Verschwörungstheorie geworden?

    Fakt dürfte doch wohl sicherlich sein, dass eine Debatte über die teils vollständig einseitige und sicherlich auch häufig genug interessensgesteurte Berichterstattung in den Mainstream-Medien, nicht nur zu politischen oder ökonomischen Themen, auch in der Medizin und Wissenschaft, derzeitig äußerst sinnvoll und notwendig ist. Wie man dann jedoch in diesem Diskurs zum Vertrauensverlust der etablierten Medien dann sofortigst und ganz offensichtlich vollständig unreflektiert sämtliche "alternative" Wahrheiten mit Begriffen wie "Verschwörungstheorie" als Instrument der Ausgrenzung abweichender Meinungen benutzen kann, macht einen beinahe schon sprachlos.

    Eigentlich wäre doch gerade der Journalismus selbstverständlich dem Gegenteil verpflichtet - der Präsentation und dem sorgfältigen, fairen Abwägen gegensätzlicher Ansichten. Zwar kursieren - vollständig unbestritten - eine Unmenge geradezu absurder Theorien auch zu politischen oder medizinischen Themen im weltweiten Netz, doch es bleibt letztlich allenfalls als offene Frage bestehen, wie man hier zunächst einmal ganz sauber zwischen veröffentlicher Meinung der Mainstreammedien sowie in zahlreichsten Fällen vollständig berechtiger "alternativer" Wahrheit differenziert und dann ggf. noch vollständig abwegige Meinungen und Ansichten als "Verschwörungstheorie" ausgrenzen kann bzw. überhaupt will.

    Wird fortgesetzt

    Literatur

    http://de.scribd.com/doc/251845876/DER-SPIEGEL-2015-02-Der-Hass-der-Bescheidwisser#scribd

    http://www.heise.de/tp/artikel/43/43836/1.html

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJun 3rd 2015 bearbeitet
     

    (3.6.2015) Eine ausgesprochen lesenswerte Analyse und Abhandlung über den Vertrauensverlust der Mainstream-Medien, Medienkritik und politische Anmaßungen von Journalisten...von dem Politikwissenschaftler Thomas Mayer.

    (Heise vom 2.6.2015) "Die große Meinungsvielfalt in der deutschen Presse ist Geschichte"

    Wie vielfältig ist die Berichterstattung der großen Medien in Deutschland? Für Thomas Meyer, emeritierter Professor für Politikwissenschaft, sind die Zeiten, in denen Journalisten mit völlig unterschiedlichen Meinungen in ihren Medien Grundsatzdebatten geführt haben, lange vorbei. Im Interview mit Telepolis stellt der Chefredakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift "Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte" fest: "Eine wechselseitige Kritik der Journalisten untereinander, sei es politisch, kulturell, ideologisch, findet nicht mehr statt."...

    • Wie sieht denn eine notwendige und fundierte Medienkritik aus?

    Thomas Meyer: Sie hat drei Ansatzpunkte. Als erstes müssen wir erkennen, dass die Medien in ihrem Ringen um Aufmerksamkeit oft zu einer verzerrenden und oberflächlichen Wiedergabe politischer und gesellschaftlicher Ereignisse neigen. Wir müssen weiter erkennen, dass Medien uns in vielen Fällen ein schiefes Bild der politischen und gesellschaftlichen Welt vermitteln. Ein Bild, das unter anderem nach Unterhaltungskriterien verzerrt ist.
    Der andere Punkt ist, dass Medien mittlerweile sehr stark gesellschaftlich selektiv sind. Bestimmte Themen, zum Beispiel soziale Fragen wie Armut, Ungleichheit, Exklusion, das Leben und Leiden der unteren Klassen, kommen in ihrer Berichterstattung praktisch nicht mehr vor. Und wenn einmal der Blickwinkel auf die Benachteiligten in unserer Gesellschaft geworfen wird, dann tendenziell aus der neoliberalen Perspektive. Und der dritte Punkt ist, dass Medien...versuchen, politisch mitzumischen. Das gilt nicht für alle Medien, Tendenzen in Richtung zu einem Journalismus, der selbst zum politischen Mitspieler wird, sind aber klar zu erkennen. Wir können beobachten, dass die Alphajournalisten versuchen, politische Rollen zu spielen und auf die Machtpolitik direkt einzuwirken.

    Das sind drei Ansatzpunkte, die ich für sehr wichtig halte und die ich daher in meinem Buch ausgewählt habe. Denn für eine demokratische Öffentlichkeit sind sie sehr belastend.

    "Die Medien bereiten eine Bühne, auf der sie ihre eigenen Stücke vorführen"

    • Lassen Sie uns auf die Punkte näher eingehen. Medienkritiker unterstellen den Medien immer wieder, Wirklichkeit zu verzerren, nicht objektiv zu berichten und selbst eine mediale Wirklichkeit zu konstruieren, die mit der realen Wirklichkeit wenig oder nichts zu tun hat. In den vergangenen Monaten haben sich insbesondere leitende Redakteure gegen diese Medienkritik gestellt. Immer wieder wird deutlich, dass Vertreter großer Medien beanspruchen, einen Journalismus abzuliefern, der weitestgehend frei von Verzerrungen ist und die Wirklichkeit im Wesentlichen so abbildet, wie sie ist...

    Thomas Meyer: ...Wir haben alle die Illusion, die auch von den Medien noch zusätzlich genährt wird, dass die Massenmedien uns ein Fenster zur Welt öffnen. Das ist aber absolut nicht der Fall. Das ist eine große Täuschung.

    Die Medien bereiten eine Bühne, auf der sie ihre eigenen Stücke vorführen. Allerdings sagen sie uns das nicht. Vielmehr behaupten sie, sie würden die Welt und das, was sich in ihr ereignet, wirklichkeitsgetreu spiegeln. Aber dem ist nicht so.

    Die empirischen Untersuchungen über die Wirkungsweisen der Medien haben ganz klar gezeigt: Die Medien wählen aus der unendlichen Fülle der realen Ereignisse ganz wenige aus und zwar nach bestimmten, festen Kriterien, z.B. Konflikt, Prominenz, Personalisierung, Nähe zum Betrachter. Ereignisse, die sich in diesen Kategorien einordnen lassen, nehmen die Medien auf und inszenieren sie so, dass sie unterhaltsam für das Publikum sind, also zum Beispiel als Drama, als persönliche Tragödie, als 'artistisches Schaustück'.

    Die Wirklichkeitspartikel, die Medien aus der realen Welt aufnehmen, werden von ihnen intensiv bearbeitet und was dann dabei herauskommt, ist eine Neuinszenierung der Welt und hat mit der Realität oft nicht sehr viel zu tun.

    • Für die Medien scheint es jedenfalls ziemlich wichtig, dass die von ihnen geschaffenen Illusionen aufrechterhalten werden und vor allem: Sie scheinen selbst daran zu glauben, dass das, was sie jeden Tag zeigen, die Wirklichkeit widerspiegelt. Oder sehen Sie das anders?

    Thomas Meyer: Ja, das ist erstaunlich. Obwohl Medien eigentlich ganz wenige Elemente aus der Wirklichkeit auswählen und diese Elemente dann durch ihre ganz spezifische Formen der Unterhaltsamkeit, der Aufmerksamkeitsmaximierung reanimieren, also neu inszenieren, erwecken sie doch die Illusion als seien sie nichts anderes als der Spiegel, der die Realität so, wie sie ist, wiedergibt.

    Sie tun dies wohl, weil sie annehmen, die besten Experten für das zu sein, was für die Öffentlichkeit wichtig ist oder wichtig sein sollte. Viele Menschen glauben ja auch durchaus ohne Vorbehalte an diese medial erzeugten Illusionen. Allerdings erleben wir derzeit, dass Menschen mehr und mehr diese Medienrealitäten hinterfragen.

    • Wie kommt das?

    Thomas Meyer: Wenn Menschen Massenmedien konsumieren und dann plötzlich sehen, wie unterschiedlich das, was die Medien berichten, im Vergleich zu ihren eigenen lebensweltlichen Erfahrungen ist, dann spüren sie irgendwann, dass ihnen die Medien ihnen ihr eigenes Weltbild vorführen. Das ist der Zeitpunkt, wo leicht ein generalisierendes Misstrauen entstehen kann. Und genau diese Situation ist derzeit zu erkennen:

    Die über Jahrzehnte erfolgreich gepflegte Illusion der medialen Wirklichkeit als Abbild der realen Welt zerfällt. Immer wieder erkennen Menschen: Vieles, was die Medien zeigen, ist verzerrt, oft irreführend, eben eine mediale Konstruktion.

    (wird fortgesetzt...)

    Literatur

    http://www.heise.de/tp/artikel/45/45077/1.html

     

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJul 5th 2015 bearbeitet
     

    (5.7.2015) Eine unerträgliche Propaganda, Desinformation und Hetze in der Griechenland-Krise

    Es ist mittlerweile einfach nur noch unfassbar, welche Propaganda, Desinformation und Hetze einem durch einen ganz überwiegenden Teil der Mainstream-Medien in Bezug auf die Griechenland-Krise so entgegenschlägt. Diese Liste der möglichen Hinweise und Literaturstellen wäre geradezu unendlich lange und daher sei wieder einmal auf einen diesbezüglich sachlich-nüchternen Artikel von Heiner Flassbeck hingewiesen...

    (flassbeck-economics vom 4.7.2015) Die Fakten über Griechenland und der deutsche Qualitätsjournalismus

    Dass die Mehrheit der deutschen Medien in Sachen Griechenland total von der ideologischen Rolle sind, muss man fast nicht mehr erwähnen. Unsere Leser überschütten uns Tag für Tag mit Hinweisen auf tendenziöse, ideologische und sogar hetzerische Beiträge.

    Besonders dreist fälschen naturgemäß kurz vor dem Referendum die Zeitungen, die sich seit Beginn des Jahres dem Kampf gegen SYRIZA verschrieben haben. Ich will heute nur auf ein besonders krasses Beispiel hinweisen, obwohl wir schon einige Male in diesem Fall die Fakten richtig präsentiert hatten..

    Die Industrieproduktion will ich noch einmal gesondert und größer als sonst bei uns üblich zeigen. Die Abbildung zeigt sonnenklar, dass bis Januar 2015 von einer Aufwärtsbewegung in keiner Weise die Rede sein kann...

    Angesichts dieser Entwicklung zu sagen, bis Februar sei die Industrieproduktion gestiegen, ist eine glatte und gravierende Verdrehung der Tatsachen. Nur im Februar und im März stieg die Industrieproduktion. Das könnte man glatt, in der Art der Faktenverdrehung der FAZ, als SYRIZA-Aufschwung darstellen, denn offenbar herrschte Aufbruchsstimmung in dem Land. Aber das ist natürlich auch Unsinn. Die ganze Entwicklung, so wie sie sich über diesen Zeitraum darstellt, ist insgesamt nur als Stagnation zu interpretieren. Jedes hineindeuteln von konjunkturellen Entwicklungen ist Kaffeesatzleserei. Fest steht nur, dass es keine Anzeichen dafür gibt, weder vor noch nach SYRIZA, dass Griechenland aus der Talsohle entkommen könnte.

    Die deutschen „Qualitätsmedien“ beklagen mehr und mehr, dass ihnen das Internet das Wasser abgräbt. Außerdem wehren sie sich mit Händen und Füßen gegen die Kritik an ihrem ideologischen und demagogischen Vorgehen und bestreiten vehement, was einfach nicht zu bestreiten ist....

    In einem Verteidigungsstück der üblichen Art... , es würden in den traditionellen Medien „… mehr investigative Reporter beschäftigt denn je, und viele Reportagen verbinden mittlerweile faktenreichen Journalismus mit einer wunderbaren Sprache.“ Na wunderbar, dann ist ja alles gut. Erstaunlich ist nur, dass in dem Stück der ZEIT einerseits nur die traditionellen Medien erwähnt werden und dagegen wird schlicht die große Masse der überwiegend anonymen Kommentare im Internet gestellt. Dass es im Internet inzwischen Qualitätsinformation und Analyse gibt, die in ihrer Objektivität und ihrer Klarheit von den traditionellen Medien niemals erreicht wird, davon ist natürlich überhaupt nicht die Rede. Es ist das alte Spiel: Man sucht sich einen Strohmann und drischt tüchtig auf ihn ein, weil man genau weiß, dass man dem Leser nicht erklären kann, wieso analytische Schwäche und Manipulation von Fakten inzwischen zu einem Charakteristikum der deutschen „Qualitätsmedien“ geworden sind.

    Literatur

    http://www.flassbeck-economics.de/die-fakten-ueber-griechenland-und-der-deutsche-qualitaetsjournalismus/

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJul 7th 2015 bearbeitet
     

    (6.7.2015) Die Gleichrichtung der Medien in der Griechenlandkrise

    Einen sehr schönen und umfassenden Beitrag findet man heute von Rudolf Stumberger, der die unsägliche Haltung und Vorgehensweise der Mainstream-Medien in der Griechenlandkrise bleuchtet und beschreibt, wie es überhaupt so weit kommen konnte, dass man sich von jeglichster Form eines objektiven Journalismus mittlerweile vollständig verabschiedet hat und sich dafür in einer geradezu absurd-grotesken und vollständig einseitigen Hetze und Propaganda ergeht. Diese "Alternativlosigkeit" nimmt zudem zunehmend erschreckendere Ausmaße an.

    (Heise-Telepolis vom 6.7.2015) "Diesmal ist Berlin richtig zornig"

    Die Griechenland-Krise und die Gleichrichtung der Medien

    Was ist eigentlich mit unseren Medien los? Wer sich am Sonntagabend im Fernsehen ein Bild vom Ausgang der Abstimmung in Griechenland über die Gläubiger-Forderungen machen wollte, war verloren. Jedenfalls wenn er einen halbwegs objektiven Journalismus erwartet hatte. Stattdessen bot das ZDF in seinem "heute-journal" um 22 Uhr quasi einen einzigen Kommentar und die Richtung war klar: Mein Gott, was hat dieser Alexis Tsipras und sein finanzpolitischer Mephistopheles, der nach Schwefel riechende Janis Varoufakis, Europa angetan.

    Längster Bestandteil der "Nachrichtensendung" war ein gefühlt zweistündiges Interview mit dem SPD-Politiker Martin Schulz, derzeit EU-Parlamentschef. Darin forderte er "humanitäre Hilfe" für Griechenland und wäre das Land nicht in der Nato, man müsste bangen, ob er damit nicht wie in Libyen Luftschläge meint, um mit dem Wegbomben der "Syriza-Bande" eine "humanitäre Katastrophe" zu verhindern. Kurzum, man musste schon auf das österreichische Fernsehen umschalten, um sich selbst ein klein wenig belügen zu können, das wäre jetzt doch objektiver.

    Was bei dem Griechenland-Drama passierte, war das Gleiche wie zuvor bei dem Konflikt in der Ukraine, bei der Bombardierung Libyens, bei dem Einmarsch im Irak. Die Welt wird simpel aufgeteilt in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse. Und wenn das Böse erst einmal durch Leitmedien wie die Bildzeitung definiert ist, dann folgen die Medien diesen Mainstream, und dann ist es mit journalistischem Hopfen und Malz, mit Differenzierung und das Hören der anderen Seite, mit der kompetenten Behandlung von komplexen Problemen vorbei. Was dann folgt, ist die mediale Hetzjagd, bis das Opfer gestellt ist. Er ist unverkennbar, dieser Trend in deutschen Medien hin zur Personalisierung und Boulevardisierung.

    Beim Ukraine-Konflikt konnte man bereits mit Erschrecken feststellen, dass diese Personalisierung einen Grad erreicht hatte, der nur noch mit Dämonisierung zu beschreiben ist. Mit dem griechischen Finanzminister Varoufakis war ein ähnliches Opfer ausgemacht, wer das besagte heute-journal gesehen hatte, konnte glauben, der Mann würde innerhalb der nächsten 24 Stunden in das Irrenhaus eingewiesen.

    Unterstützt wird diese persönliche Denunziation in den Online-Auftritten der Medien durch die Auswahl entsprechender Fotos, die den Mann so unvorteilhaft wie nur möglich zeigen: mit rollenden Augen, mit Sturzhelm, ohne Sacco, in grotesken Verrenkungen. Für seinen Parteikollegen Tsipras fanden sich ähnliche Bilder: der Verschlagene, der Höhnische, der Verführer der Massen. Wie sehr sich diese Personalisierung in den Medien eingenistet hat, zeigt folgende Schlagzeile der "Süddeutschen" zur Griechenland-Krise, die man früher verbal jedem Volontär um die Ohren gehauen hätte: "Diesmal ist Berlin wirklich zornig." Mit individualpsychologischen Begriffen wie "Zorn" wird die politische Reaktion der Bundesregierung beschrieben – es ist unglaublich. Demnächst werden wir wohl lesen können, dass "Berlin" gerade wegen "Blähungen" keine Verhandlungen führen will.

    Ist das noch eine Frage des nicht vorhandenen Niveaus, so ist die fehlende Distanz der Medien zum Gegenstand ihrer Berichterstattung beunruhigend. Der Bürger respektive Rezipient sieht sich einem nahezu geschlossenen neoliberalen Block aus Politik und Medien gegenüber, wobei vor allem eines gilt: Es gibt keine Alternative.

    Auch die öffentlich-rechtlichen Sender machen sich in geradezu in peinlicher Weise die Sichtweise der Regierungsparteien und Verfechter neoliberaler Parolen zu eigen. Auch hier wieder ähnlich wie in der Ukraine-Krise die Unfähigkeit, einen Journalismus zu liefern, der sich nicht mit einer Sache gemein macht. Sicher ist die "Objektivität" der Medien ein Konstrukt, aber mehr Pluralität der Meinungen ist keine Unmöglichkeit. Man muss inzwischen die "New York Times" lesen, um kritische Anmerkungen zum europäischen Spardiktat wie von dem Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugmann zu lesen.

    Was ist los mit unseren Medien? Warum brauchen wir ausgemachte Bösewichte wie Varoufakis? Und dann wieder das Gute. "Gut" war zum Beispiel ein paar Wochen lang "Charlie Hebdo". Wo bleibt der kritische Journalismus, der diese Schwarz-Weiß-Malerei auseinander nimmt? Warum bringt niemand mehr die Sprechblasen der Politiker zum Platzen? Warum kann ein TV-Moderator immer wieder das Mantra von den fälligen "Reformen" in Griechenland herunterbeten, ohne dass ihn jemand daran erinnert, dass vor Tsipras es die konservative Politik war, die Griechenland fünf Jahre in den Abgrund "reformierte"?

    Vielleicht liegt es am Kniefall und Niedergang der Sozialdemokratie, deren neoliberale Konzepte sich kaum einen Deut mehr von denen der Konservativen unterscheiden. Der Niedergang der sozialdemokratischen Parteien hinterlässt ein ideologisches Loch in der Mitte der Gesellschaft, das mittlerweile fast gänzlich durch neoliberale Parolen aufgefüllt ist. Wo eine große Koalition herrscht, bleibt wahrlich kein Platz für alternative Konzepte. In dieser Perspektive ist die alternativlose Gleichrichtung der bürgerlichen Medien nichts anderes als ein Reflex auf die alternativlose Gleichrichtung der bürgerlichen Politik.

    Literatur

    http://www.heise.de/tp/artikel/45/45364/1.html

     

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJul 13th 2015 bearbeitet
     

    (14.7.2015) Das Papageien-Geplappere des deutschen Staatsfernsehens...

    Wenigstens erkennt man diese geradezu grotesken Unsäglichkeiten auch noch von anderer Seite. Stetig und fortwährend in den Nachrichtensendungen des deutschen TV, das sich mittlerweile sicherlich dies Bezeichnung "Staatsfernsehen" verdient hat, das Nachgeplappere der unsäglichen Politik von wegen "zerstörtes Vertrauen" zu  hören, war ja wohl kaum mehr ernsthaft noch auszuhalten. Wie wäre es wohl gewesen, wenn man jenseits dieser Lügen- und Verdummungsarie doch einmal auf die tatsächlichen Hintergründe eingegangen wäre... auf eine unsägliche Rettungspolitik mit Milliardenschwerem-Verbrennungsprogramm nahezu ausschließlich für deutsche und franzözische Banken und ein diesbezügliches Lügengebilde, bei dem man jahrelang angebliche europäische Werte in den Vordergrund stellte, für die man selbst jedoch in so gar keiner Weise fähig war.

    Es ist geradezu eine SCHANDE, dass weder die Mainstream-Medien noch das vom deutschen Staatsbürger mit Milliarden-Kosten finanzierte Staatsfernsehen nicht einmal zu einer differnzierten oder gar ehrlichen Stellungnahme kommen konnten und stattdessen die Lügen und Propaganda der Politik geradezu unverfrohren nachplappert wird!

    (Nachdenkseiten vom 13.7.2015) „Zerstörtes Vertrauen“

    „Zerstörtes Vertrauen“, das ist seit letzten Samstag das vom deutschen Finanzminister Schäuble ausgegebene Losungswort, das alle Hardliner in der Euro-Gruppe, aber auch alle deutschen Fernsehjournalisten nachplappern, von Sigmund Gottlieb und natürlich Rolf-Dieter Krause in der ARD bis Claus Kleber und Elmar Theveßen im ZDF. Es ist als habe man es in der Politik und in den Leitmedien fast nur noch mit Papageien zu tun.

    Da wagt Alexis Tsipras den „Ritt auf der Rasierklinge“ und legt den „Partnern“ in Brüssel fristgemäß am letzten Donnerstagabend solche Vorschläge vor...

    Das half ihm nichts, Schäuble und Merkel drehen das Würgeisen am Hals der Griechen nur fester zu...

    ...ja man muss es so hart sagen – geradezu krankhafte Verbitterung dieses Politikers gegenüber der neuen griechischen Regierung ausdrückte, die Losung ausgab, dass die Vorschläge „bei weitem nicht ausreichend“ seien und dass das „Vertrauen“ in die griechische Regierung „durch die letzten Monate in einer unfasslichen Weise zerstört worden ist, bis in die letzten Tage und Stunden hinein“,,,

    Um seinen Drohungen zu unterstreichen streute der „Rächer“ der angeblich „enterbten Deutschen“ noch einen Plan, mit dem er einen Grexit-Plan androhte. Danach hätten die Griechen 50 Milliarden Staatsvermögen in einen von Luxemburg zu verwaltenden Treuhandfonds einzubringen...

    Man will also in der EU, angetrieben von der deutschen Seite, den irrsinnigen Kreislauf von Hilfsprogrammen zur Ablösung von Krediten und Zinsforderungen offenbar fortsetzen mit dem Ergebnis, das nach jeder neuen Milliardenhilfe den Griechen nur weitere „Sparmaßnahmen“ abverlangt werden, bis sie dann endlich noch ärmer sind als die – im EU-Jargon – angeblich so erfolgreichen Balten oder Slowaken. Pauperismus als Leitziel der Europäischen Union?

    Merkel und Schäuble lehnen einen Schuldenschnitt strikt ab, weil sie offensichtlich Angst haben, dass auch andere Länder aus der Zwangsbewirtschaftung durch die Euro-Gruppe ausscheren könnten. Deshalb kommt für sie eine Umschuldung nur unter der Strafe des Ausscheidens aus dem Euro in Frage...

    Das heißt nichts anderes, als dass es nicht mehr um eine Lösung eines politischen oder finanziellen Problems geht, sondern nur noch darum dass man mit den handelnden Personen auf griechischer Seite nichts mehr zu tun haben will. Wenn Griechenland den Euro behalten will, dann heißt das für Schäuble nichts anderes, als dass die derzeitige Regierung weg muss. Merkel und Schäuble wollen ein Exempel statuieren, dass eine Alternative zu ihrer Politik ohne Gnade verhindert wird.

    Das ist das Signal, das an François Hollande oder an Matteo Renzi oder auch an die Podemos in Spanien ausgesandt werden soll. Wenn sich Frankreich und Italien nicht wehren, dann werden sie demnächst wie die Griechen unter der Kuratel der von den Deutschen angeführten Nordeuropäer stehen...

    Literatur

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=26754#more-26754

     

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJul 16th 2015 bearbeitet
     

    (16.7.2015) Die Glaubwürdigkeit ist mittlerweile ruiniert.. wie sich die Mainstream-Medien zunehmend vollends abschaffen!

    Einen umfassenden Beitrag zu dieser Thematik gibt es aktuell von Markus Gärtner zu lesen. Man fragt sich mittlerweile allenfalls noch, wer tut sich diese fortwährende Propaganda, Lügenarien und überwiegend vollständig einseitige und undifferenzierte Berichterstattung überhaupt noch an? Man kann nur vermuten, dass insbesondere die Morgenzeitung zum Frühstück immer noch in den Köpfen der Deutschen eingehämmert ist, genauso wie das allabendliche Ritual, sich die Tagesschau anzusehen und im Zweifel dann auch immer noch oft genug daran glaubt, was man dort so alles liest, sieht oder hört.

    (Kopp-Verlag vom 15.7.2015) Jetzt attackieren sich die tonangebenden Medien gegenseitig

    Sie hetzen gegen Russlands Präsident Putin. Sie unterschlagen das Volksbegehren in Österreich gegen die EU-Mitgliedschaft. Und sie machen die Griechen samt deren Regierung mies. Im Kampagnen-Getrommel der Mainstream-Presse sind die Griechen "Pleite-Griechen" (Bild), Italiens Premier Matteo Renzi ein "Weichspüler" (Focus) und Alexis Tsipras ein "Umkipper" (wieder Focus).

    Die Leser der Mainstream-Blätter haben von Lügen, Hetze, Kriegstreiberei und anderen Kampagnen jedoch schon lange die Nase voll. Sie laufen in Scharen davon und treiben die Auflagen in den Keller. Aber jetzt wird es den tonangebenden Medien selbst zu bunt. Sie fragen sich nicht nur wie die Zeit, "Wer vertraut uns noch?

    Sie beginnen sogar, sich gegenseitig für ihre Fehlleistungen in die Pfanne zu hauen. Die Lemminge fallen auf dem Weg zum Kliff übereinander her, weil sie in Panik geraten. Schon im Februar watschte die Neue Züricher Zeitung  die deutschen Leitmedien in einem ungewohnt bissigen Rundumschlag kräftig ab . Die schlimmsten Vorwürfe gegen führende Zeitungen und Rundfunkanstalten hierzulande lauteten so:

    Sie grenzen aus. Sie operieren mit Verdachts-Berichterstattung. Sie lehnen sich an das politische Establishment an. Und sie benehmen sich gegenüber ihrem Publikum wie »strenge Kolonialoffiziere«. Das waren nur ein paar der schroffsten Vorwürfe, mit denen die Neue Zürcher Zeitung deutschen Blättern die Leviten las.

    Doch die gescholtenen Blätter watschen sich auch gegenseitig ab. Allein die laufende Woche liefert dafür schon wieder zwei Beispiele....

    ...Ein genauer Vergleich der beiden Texte zeigt: Weltwoche-Redakteuer Gehringer hat sich beim Telegraph überaus großzügig bedient. Ganze Textabschnitte hat er wortwörtlich übernommen

    Der Gerügte hat inzwischen gebeichtet und Besserung gelobt. Was bleibt, ist nach diesen beiden Beispielen das Gefühl, dass sich etablierte Blätter jetzt auch zunehmend gegenseitig an die Gurgel gehen, um einen Anschein von Kritikfähigkeit zu erwecken und ihren Lesern zu demonstrieren, dass sie genau hinschauen, wenn sie berichten.

    Doch die Glaubwürdigkeit ist längst dahin. Das hat auch viel damit zu tun, dass die attackierten Leitmedien stets zurückschlagen, wenn sie kritisiert werden, anstatt offen und bereitwillig die Fehler bei sich zu suchen. Wie hieß es doch in der Zeit?:

    "Nicht Kommunikationsmedien sind gut oder böse, sondern die Menschen. Und so hat sich nicht der Zahl der klugen, sondern mehr noch die der wirren und beleidigenden Kommentare ins Unermessliche gesteigert."

    Es sind also wieder mal die anderen gewesen, nur nicht der Deutungs-Adel, der im kritischen Ansturm der Gegenöffentlichkeit sein Meinungsmonopol – und jetzt auch seine mediale Einheitsfront – kollabieren sieht. Da helfen auch keine kleinlauten Beichten, wahr sei »auch, dass Journalisten in den vergangenen Jahren in entscheidenden Momenten versagt haben«.

    Der Scherbenhaufen ist bereits angerichtet. Eine aktuelle Infratest-Dimap-Umfrage im Auftrag der Zeit belegt das enorme Misstrauen der Deutschen gegenüber den etablierten – aber wankenden – Massenmedien. Satte 60 Prozent der Befragten haben weniger oder kein Vertrauen in die Berichte, die sie immer seltener lesen.

    Sie wenden sich von den schwindsüchtigen Massenblättern ab, weil sie Manipulation, Einseitigkeit und handwerkliche Fehler einfach satt sind und sich im Internet auf Webseiten, denen sie vertrauen, ihre eigene Nachrichtenauswahl zusammenstellen....

    Literatur

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/markus-gaertner/jetzt-attackieren-sich-die-tonangebenden-medien-gegenseitig.html

    http://www.zeit.de/2015/26/journalismus-medienkritik-luegenpresse-vertrauen-ukraine-krise

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      CommentAuthorDr. Irion
    • CommentTimeJul 19th 2015 bearbeitet
     

    (19.7.2015) Der Feind im Äußeren?.. wie die deutsche Propaganda offenbar einen militärischen Konflikt wieder erstrebenswert machen will!

    Man fasst diese Hetze und Propaganda zunächst gegen Putin und Russland und jetzt derartig gleichermaßen - fast schon so, als ob es eine entsprechende Blaupause geben würde - durch die deutsche Politik und Mainstream-Medien gegen Griechenland und griechische Politiker der Syriza-Partei im Gleichklang orchestriert, mittlerweile einfach nicht mehr und sucht nach möglichen Erklärungen. Christian Reimann versucht sich dabei und beschreibt eine plausible Möglichkeit, die man durchaus nachvollziehen kann.

    (FAB vom 12.7.2015) Der Feind im Äußeren? Eine mögliche Gemeinsamkeit zwischen den Krisen um Griechenland und Russland

    In beiden politischen Disputen ist die Zuweisung von Schuld nach außen charakteristisch. Im Griechenland-Konflikt stehen ökonomisch-politische, im Konflikt mit Russland stehen militärisch-politische Interessen im Vordergrund. Begleitet werden beide Konflikte – nicht ganz so offensichtlich – von der Projektion eines Schuldigen im Äußeren.

    Im Griechenland-Konflikt steht – so die fast einhellige Meinung von deutschen und europäischen Politikerinnen und Politikern sowie der Vertreterschaft von Medien – die neue griechische Regierung am Pranger. Sie müsse (noch mehr) Zugeständnisse gegenüber den „Institutionen“ machen. Offensichtlich keine Rolle spielt dabei, wie groß das Entgegenkommen von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und Europäischer Kommission gegenüber der griechischen Position gewesen ist.

    Wie kann das sein? Weshalb dreschen zahlreiche Vertreter aus Medien und Politik auf die Tsipras-Regierung ein? Welcher Sinn kann dahinter stecken – welche Funktion soll mit dieser einseitigen Schuldzuweisung erfüllt werden?
    Die Antwort ist vermutlich banaler als Viele annehmen mögen: Es geht um die Schuldzuweisung an sich. Der Schuldige ist nicht im innerdeutschen Parteienspektrum oder innerhalb der EU-Organisation zu suchen, sondern mit der griechischen Regierung bereits gefunden worden. Sie stelle sich außerhalb der „gemeinsamen europäischen Werte“. Der Schuldige steht also fest und er steht außen vor.

    In der Krise um Griechenland geht es lediglich um ökonomische und politische Schuld. Der Konflikt mit Russland hat auch erhebliches militärisches Potential. Das Prinzip der einseitigen Schuldzuweisung seitens der westlichen Vertreterschaft aus Medien und Politik ist jedoch ähnlich: Sie wird nach außen, nach Russland – und speziell an die Person des russischen Präsidenten Putin – gerichtet.

    Es heißt, erstes Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit. Ja und bevor der Gang zu den Waffen angetreten werden kann, bedarf es einer langen propagandistischen Vorbereitung. Den Bevölkerungen müsste gewissermaßen eingetrichtert werden, dass der Schuldige im Ausland gefunden ist.

    Und genau diese propagandistische Methode wird – zumindest noch ohne militärische Androhungen – am Beispiel Griechenland und speziell seiner Regierung vorgeführt. Mit entscheidend sind die Methoden, wie sie Albrecht Müller in seinem Buch "Meinungsmache" benannt hat, wozu u.a. zählen:

    1. permanente Wiederholungen
    2. Weglassen von (alternativen) Informationen.

    Zu befürchten ist, dass die Zuweisung von Schuld nach außen, wie sie derzeit im Fall Griechenland betrieben wird, noch gesteigert wird...

    Egal wie der Streit mit Griechenland ausgehen mag: Sollte die Methode der äußeren Schuldzuweisung Schule machen und sich politisch manifestieren, könnten Konflikte der Zukunft noch ganz anders gelöst werden. Ist ein Feind erst einmal ausgemacht und von Bevölkerungen akzeptiert, könnten militärische Lösungen als erstrebenswert erkannt werden.

    Nach Ansicht des ehemaligen Sicherheitsberaters von US-Präsident Carter, Zbigniew Brzezinski, befinden sich Russland und die USA bereits in einem neuen Kalten Krieg. Und Brzezinski dreht an der Schraube der Eskalation unter Einbeziehung Deutschlands weiter, wenn er behauptet, "dass die Deutschen kämpfen würden. Kanzlerin Merkel wäre bereits zu kämpfen und die Opposition wäre es auch".

    Und so könnte es gut möglich sein, dass der Konflikt mit Russland in militärische Auseinandersetzungen mündet.

    Literatur

    http://fabos.blogsport.de/2015/07/12/christian-reimann-der-feind-im-aeusseren-eine-moegliche-gemeinsamkeit-zwischen-den-krisen-um-griechenland-und-mit-russland/