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Nach Ihren anamnestischen Angaben und der positiven Testreaktion im Blut scheint ja schon eine Haselnussallergie vorzuliegen, gut dazu passend auch die leichte Reaktion auf die Äpfel, die schon von Sorte zu Sorte verschieden sein kann. Diese könnte man falls erforderlich durch eine Prick zu Prick Testung mit nativer Haselnuss noch einmal bestätigen.
Ungewöhnlich ist nur, dass ihr Sohn bereits in derartig jungen Jahren eine Haselnussallergie entwickelt hat. Üblicheweise wäre eine Haselnussallergie im Rahmen einer Kreuzreaktion zu den Birkenpollen im Rahmen pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie zu erwarten. Leider haben Sie nicht geschrieben, ob ihr Sohn an Heuschnupfen leidet, obwohl dies im Alter von 3 Jahren schon sehr ungewöhnliche wäre und leider fehlt auch die Diagnostik auf die Birkenpollen, wobei im Rahmen einer Kreuzreaktion von Betv1 der Birke mit Cora1 oder Cora2 der Haselnuss schon eine positive Reaktion zu erwarten wäre.
Alternativ kommt in unseren Breiten eine äußerst seltene primäre Sensibilisierung auf das Lipid-Transfer-Protein Cor a8 in Betracht. Ggf. könnte hierzu eine Diagnostik im Blut mit der Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörper gegen ein rekombinantes Cor a8 Haselnuss-Lipid-Transfer-Protein, eine Untersuchung die einzelne Labor anbieten, durchgeführt werden. Diese Untersuchung wäre vielleicht dann sinnvoll, wenn keine Birkenpollensensibilisierung nachweisbar ist und um schwerwiegendere Reaktionen auszuschließen.
Im Rahmen der typischen Kreuzreaktion zu den Birkenpollen verlaufen die Nussallergien jedoch fast ausschließlich in leichterer Form mit einem oralen Allergiesyndrom (ggf. mit zusätzlicher Kontakturtikaria), wie sie dies ja auch schon beschrieben haben. Schwere Reaktion sind dabei nahezu sicher auszuschließen, da ein Übergang von einer Kontaktreaktion zu einer systemischen Reaktion durch die Zerstörung dieser Allergene im Magen-Darm-Trakt äußerst äußerst unwahrscheinlich ist.
Die Verordnung eines Anapens halte ich daher für äußerst unsinnig, wenn nicht sogar gefährlich. Ein Notfallset mit Fenistil und Rektodelt wäre für "extremere" Fälle in jedem Fall ausreichend, ansonsten kann auch die spontane Rückbildung abgewartet werden. Für leichtere Fälle reicht auch ein nicht-sedierendes Antihistaminikum wie z.B. die Aerius-Lösung aus.
Bezüglich weitere Kreuzreaktionen zu anderen Nusssorten muss der weitere Verlauf abgewartet werden. Ein besonderes prophylaktisches Meiden ist jedoch nicht erforderlich, da ebenso wie zu Kreuzreaktionen zu Kernobst oder Steinobstarten lediglich wieder ein orales Allergiesyndrom auftreten würde.
Viele Grüße
Dr. Roland Irion
Hallo emi,
unser Sohn ist auf sehr viel allergisch. Vielleicht kam die Hautreaktion nicht von den "ungewaschenen Schokohänden" sondern auf einen Cremebestandteil, z.B. Lanolin=Wollwachs, Calendula=Ringelblume oder Bienenwachs=Cera Alba.... Auf Bienenwachs im Lippenfettstift bekam Sohn kürzlich hochrote, geschwollene Lippen und um den Mundbereich Taubheitsgefühls wie nach einer "Zahnarztspritze". Auf Bienengift reagiert er mit extremen Schwellungen...
Gute Besseung und Grüße
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