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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Nahrungsmittelallergene

(26.4.2015)

Limette

Photosensibilisatoren, Typ IV-Kontaktallerge, (potenzielle) Nahrungsmittelallergene

Vorkommen und Beschreibung

Als Limette bezeichnet man mehrere Arten von Zitrusfrüchten. Sie gehören zur Gattung der Zitruspflanzen in der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie gedeihen hauptsächlich in den subtropischen und tropischen Regionen der Erde, wo die Früchte zumeist anstelle der Zitrone verwendet werden.Sie werden wegen ihres intensiven sauren Geschmacks üblicherweise nicht pur verzehrt, sondern finden Verwendung als Zutat, um zubereiteten Speisen einen saureren Geschmack zu verleihen. Die wichtigste Anwendung für Limettensaft  sind dabei Cocktails. Zum Kochen und Backen werden Limetten vor allem in der mexikanischen, arabischen und südostasitatischen Küche eingesetzt. Zudem wird aus Limetten ätherisches Öls gewonnen.

Die Gewöhnliche Limette, syn.: Tahiti-Limette (Citrus latifolia)  und die Die Echte Limette, syn.: mexikanische Limette (Citrus aurantifolia)sind Limetten-Arten. Sie werden vor allem zur Gewinnung von Saft und ätherischen Ölen verwendet.  

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Citrus aurantiifolia extract (INCI). Extrakt aus der Frucht der Echten Limette. Funktion: hautplfegend, haarkonditionierend, kräftigend, reinigend

Citrus aurantiifolia juice (INCI). Aus der frischen Fruchtfleicht der Echten Limette gepresseter Saft. Funktion: hautplfegend, haarkonditionierend, kräftigend, reinigend

Citrus aurantiifolia oil (INCI). Aus den Früchten der Echten Limette gewonnenes ätherisches Öl. Funktion: hautplfegend, haarkonditionierend, kräftigend, reinigend

Citrus aurantiifolia peel extract (INCI). Extrakt aus der Fruchtschale der Echten Limette. Funktion: hautplfegend, haarkonditionierend, kräftigend, reinigend

Allergologische Relevanz 

Beschrieben ist eine kontaktallegische Reaktion auf Limettenschale bei einem Barkeeper, als auslösendes Allergen wurde dabei das Geraniol gefunden. Zudem sind in einer Studie einzelne positive Reaktionen in Epikutantestungen auf Kosmetikaextrakte mit Limette als Inhaltsstoff beschrieben. In einem Fall wurden erosive Veränderungen im Bereich der Mundschleimhaut auf Limettensaft beobachtet, die wohl als irritativ eingeordnet werden muss. Die in der Limette enthaltenen Cumarine (Furocumarine) wie Psoralene, Bergapten, Limettin, Isopimpimellin oder Xanthotoxin  können als Photosensibilisatoren wirken und und bei entsprechendem Kontakt und UV-Licht-/Sonnenexposition teils schwere phototoxische Reaktionen (Phytophotodermatitis) auslösen. Einzelne derartige Fälle sind in der Literatur beschrieben.

Literatur

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

Swerdlin et al: Fragrance mix reactions and lime allergic contact dermatitis. Dermatitis 21, 214-216 (2010)

Roesyanto-Mahadi et al: Sensitization to fragrance materials in Indonesian cosmetics. Contact Dermatitis 22, 212-217 (1990)

Bamise et al: Dental erosion due to lime consumption; review of literature and case report. East Afr J Public Health 6, 141-142 (2009)

Thomson et al: Lime dermatitis from gin and tonic with a twist of lime. Contact Dermatitis 56, 114-115 (2007)

Hankinson et al: Lime-induced phytophotodermatitis. J Community Hosp Intern Med Perspect, Sep 29;4(4). doi: 10.3402/jchimp.v4.25090 (2014)

Pomeranz et al: Images in clinical medicine. Phytophotodermatitis and limes. N Engl J Med 357: e1 (2007)

Assarian et al: Protein contact dermatitis caused by lime in a pastry chef. Contact Dermatitis doi: 10.111/cod 12382 (2015)

Weber et al: Phytophotodermatitis: the other "lime" disease. J Emerg Med 17, 235-237 (1999)

Nigg et al: Phototoxic coumarins in limes. Food Chem Toxicol 31, 331-335 (1993)

Wagner et al: Bullous phytophotodermatitis associated with high natural concentrations of furanocoumarins in limes. Am J Contact Dermatitis 13, 10-14 (2002)


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