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(27.2.2015)

Benzol

(potenzielles) Typ IV-Kontaktallergen

Vorkommen und Beschreibung

Bei Benzol (syn.: auch Benzen) handelt es sich um einen aromatischen Kohlenwasserstoff. Hauptsächlich wird Benzol durch Abgase von Benzinmotoren freigesetzt., etwa 75 Prozent gehen auf diese Emissionen zurück. Auch beim Rauchen von Zigretten werden kleiner Benzol-Mengen freigesetzt. Viele wichtige Chemikalien sind Derivate des Benzols, besitzen also einen Benzolring als Grundgerüst. Benzol wird in der Petrochemie für die Synthese vieler Verbindungen gebraucht, vorwiegend Ethylbenzol, Cumol, Cyclohexan und Nitrobenzol. Diese Verbindungen sind wiederum Ausgangsstoffe zur Synthese von Verbindungen, wie Styrol, Phenol, Aceton, Cyclohexanol, Cyclohexanon und Anilin Auf ihnen basieren Kunststoffe, wie Polystyrol, Styrol-Butadien-Kautschuk, Polyamide (Nylon) und Epoxidharze. Viele weitere Produkte, wie waschaktive Stoffe (Alkylbenzolsulfonsäuren), technische Lösemittel, bestimmte Pestizide (z.B. Lindan) und Farbstoffe basieren auf Benzol bzw. auf den Folgeprodukten.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

1,2,4-Benzentriacetate (INCI). Chem. Bezeichnung: Benzol-1,2,4-triyltriacetat. Kosmetische Funktion: haarfärbend

1,3-Bis-(2,4)Diaminophenoxy)propane (INCI). 4,4´-(1,3Propandiylbis(oxy)]bisbenzol-1,3-diamin. Kosmetische Funktion: Haarfärbend

Allergologie (Relevanz)

Benzoldämpfe sind beim Einatmen giftig; die Symptome akuter Vergiftungen treten erst bei relativ hohen Konzentrationen ein. Leichte Vergiftungen äußern sich in Schwindelgefühl, Brechreiz, Benommenheit und Apathie. Eine langzeitige Aufnahme kleinerer Benzolmengen führt vor allem zu Schädigungen der inneren Organe und des Knochenmarks mit Schädigung des Blut- und lymphatischen Systems, die sich in der Folge in Herzklopfen, Augenflimmern, Müdigkeit, Schwindel, Blässe und Kopfschmerzen äußert. Daneben kommt es zu malignen Erkrankungen, wie Leukämie oder aplastische Anämie. Bei einer schweren Vergiftung kommt es zu Fieber und Sehstörungen bis hin zu vorübergehender Erblindung und Bewusstlosigkeit. Die wesentlichen chronischen Wirkungen des Benzols werden fast ausschließlich auf seine Metaboliten (u.a. 1,4 Benzochinon) zurückgeführt, die sich im Organismus verteilen und auch das Knochenmark erreichen, wo sie weiteren, insbesondere oxidativen Umsetzungen unterliegen. Aufgrund der schwerwiegenden Gefahren darf in Deutschland Benzol und benzolhaltige Zubereitungen mit über 0,1 Prozent nicht in den Verkehr gebracht werden in größeren Mengen darf es nur in geschlossenen Systemen und zu industriellen oder Forschungszwecken verwendet werden. Eine Ausnahme bilden hier Treibstoffe, wo es als Zusatz in einer Konzentration bis zu einem Prozent zulässig ist.

Hautreizungen können sich vor allem nach längerer Einwirkung der Flüssigkeit infolge ihrer fettlösenden Wirkung entwickeln. In Tierversuchen wirkte Benzol schwach bis mäßig hautreizend. Wiederholter Kontakt mit flüssigem Benzol kann zur Austrocknung der Haut und entzündlichen Ekzemen führen. Für eine sensibilisierende Wirkung gibt es aus der langjährigen und umfänglichen Anwendung keinerlei Hinweise. Es wird deshalb weder dermal noch inhalativ eine sensibilisierende Wirkung erwartet.

Literatur

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

Gestis-Stoffdatenbank http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/010060.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0

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