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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Nahrungsmittelallergene

(15.8.2015)

Algen

inhalative Soforttypallergene, (potenzielle) Typ I-Nahrungsmittelallergene, (potenzielle) Typ IV-Kontaktallergene

Siehe auch unter "Alginsäure"

Vorkommen und Beschreibung

Man findet Algen insbesondere im Meer und im Süßwasser. Zu den Luftalgen (Aerophyten) werden Arten gerechnet die an der Luft zum Beispiel an Baumstämmen oder auf Felsen leben. Man findet diese hauptsächlich in den Tropen und Subtropen auf feuchten Blättern. Arten der weit verbreiteten Gattung Trentepohlia wachsen auf Schattenseiten von Felsen und Baumstämmen. Des Weiteren gibt es Bodenalgen (terrestrische Algen) die meist auf Waldböden vorkommen. Die Grünalge Fritschiella ist ein bekanntes Beispiel. Die Art Chlamydomonas nivali kommt im Schnee von Gebirgen und Antarktis vor und bildet durch rotgefärbte Carotinoide, unter anderem durch das Astaxanthin (auch unter dem veralteten Namen Haematochrom bekannt) den Blutschnee. Im Wasser bilden Algen das Phytoplankton, den pflanzlichen Teil des Planktons. Auch das Phytobenthos, die Pflanzen der Gewässerböden, wird hauptsächlich durch Algen gebildet. Besonders groß sind die Laminarien (Kelp bzw. marine Braunalgen), die ausgedehnte Tangwälder in den Küstenbereichen der Meere bilden.

Gruppen, die den Algen zugeordnet werden (Auswahl):

  • Glaucophyta: nur einzellige Flagellaten (Glaucocystaceae) im Süßwasser
  • Haptophyta: leben vor allem marin
  • Schlundgeißler (Cryptista): meist einzellig, Meer- und Süßwasserbewohner
  • Euglenozoa
  • Dinozoa (Dinoflagellaten, ca 1100 Arten: Braune (das grüne Chlorophyll wird durch rote Fucoxanthine überdeckt), einzellige, begeißelte Zellen mit einer seitlichen und einer basalen (am hintere Pol) Geißel. Sie besitzen innerhalb der Zellmembran einen festen Zellulosepanzer. Sie leben marin oder limnisch. Viele haben spezielle Schwebeeinrichtungen.
  • Raphidophyceae (Chloromonadophyceae): meist im Süßwasser vorkommend
  • Chlorarachniophyta: marin, es gibt 6 bekannte Gattungen
  • Gelbgrüne Algen (Xanthophyceae): leben nur im Süßwasser
  • Goldalgen (Chrysophyta): selten marin, meist im Süßwasser vorkommend mit einer oder zwei apikalen (= an der Spitze sitzenden) Geißeln. Viele von ihnen bilden Kolonien.
  • Kieselalgen (Bacillariophyta, auch Diatomeen genannt): vorwiegend im Meer lebend
  • Braunalgen (Phaeophyta)(ca. 1500 Arten): fast ausschließlich marin, kleine, zart gebaute, fädige, bis sehr große, außerordentlich widerstandsfähige, derbe Organismen.
  • Rotalgen (Rhodophyta): vorwiegend in der Litoralzone des Meeres
  • Grünalgen (Chlorophyta)(ca. 7000 Arten): Meer (2/5 aller Arten), Süßwasser (3/5 aller Arten) und auch landlebende Algen
  • Picobiliphyta: im Jahr 2007 publizierte, neue Klasse im Pikoplankton von nährstoffarmen Meereswasser

Der Blasentang (Fucus vesiculosus), Fam. Fucaceae, ist eine im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee weit verbreitete Braunalge. Die Pharmaindustrie verwendet Blasentang zur Gewinnung von Alginaten, zudem wird er zur Herstellung von Seetang-Extrakt für Kosmetikprodukte genutzt.

Der Knotentang (Ascophyllum nodosum) ist eine im Nordatlantik verbreitete Art der Braunalgen, der auch in Nordsee und Ostsee vorkommt. Er wird zur Gewinnung von Alginsäuren wirtschaftlich genutzt.

Wakame, eine Braunalge, gilt nach Nori in Japan als Delikatesse und besitzt ein würziges Aroma.

Spirulina ist eine Süßwasser Alge, die zu den Blaualgen zählt. Sie besteht zum großen Teil aus Eiweiß und enthält viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Spirulina im Handel erhältlich und wird in Tabletten, Kapsel-, und Drageeform sowie als Pulver angeboten. In den Proteinen der Spirulina sind wichtige essentielle Aminosäuren enthalten, des Weiteren finden sich Beta-Carotin, B-Vitamine und Vitamin E. Auch bei den Kalzium-, Magnesium-, und Eisenwerten kann Spirulina punkten. Nach neuesten Erkenntnissen können Spirulina Präparate möglicherweise das Cholesterin im Körper senken, allerdings sind die Forschungen hierzu noch nicht abgeschlossen.

Laminaria, die in Japan am häufigsten verzehrte Meeresalge (als Salat oder Gemüse), ist vermutlich dafür verantwortlich, dass in Japn die Frauen weniger an Brustkrebs erkranken als in den USA oder England. In ländlichen Gegenden, wo mehr gegessen wird, ist Brustkrebs noch seltener als in den Städten. Experimentell konnte bestätigt werden: Algen können sowohl den Ausbruch der Erkrankung hemmen oder zumindest verzögern als auch bei ausgebrochenem Brustkrebs den Krankheitsverlauf abschwächen. Dies wird auf den Inhaltsstoff Fucoidan zurückgeführt. 

Chlorella ist eine Gattung von Süßwasseralgen. Sie sind weit verbreitet. Chlorella wird verwendet für die Herstellung von Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika. In der Alternativmedizin wird Choreall häufig als Mittel zur Schwermetallausleitung angewendet, vor allem während und nach Amalgam-Entfernungen.

Die Harpunenalge (Asparagopsis armata) ist eine Rotalgenart, die u.a. im Mittelmeer zu finden ist.

Caulerpa taxifolia ist eine ursprünglich aus dem Indopazifk stemmende Algenart die ins Mittelmeer eingeschleppt wurde und sich dort weit verbreitet. Sie ist eine Gattung in tropischen und subtropischen Meeren lebender siphonaler Grünalgen aus der Klasse der Chlorophyceae.

Der (Gemeine) Knorpeltang, syn.: irisch Moos, irländisches Moos (Chondrus crispus), ist eine Rotalge der nordatlantischen Küsten, die auch in der Nordsee und Ostee vorkommt. Sie wird zur Gewinnung von Carrageen (siehe dort) kultiviert.

Codium tomentosum ist eine Grünalgenart (Clorophyta) aus der Familie der Codiaceae. Sie stammt aus dem Nordosten des Atlantiks von den Britischen Inseln nach Süden zu den Azoren und Kapverden.

Das Korallenmoos (Corallina officinalis) ist eine Rotalgenart in der Familie der Corallinacae. 

Der Blutrote Meerampfer (Delesseria sanguinea) ist eine in Europa heimische Rotalgenart der Algenfamilie Delesseriaceae. 

Digenea simplex ist eine Algenart aus der Familie der Rhodomelaceae, die u.a. im Mittelmeer, warmen Gebiete des Atlantiks und im Indischen Ozean vorkommt.

Durvillea antarctica ist eine große Seetangart der Braunalgen, Fam.: Durvilleaceae, aus dem subantarktischen Küstenbereich.

Der Flache Darmtang (Enteromorpha compressa) ist eine Grünalgenart aus der Familie der Ulvaceae und kommt überwiegend in küstennähe von Nord- und Ostsee vor. 

Der Sägetang (Fucus serratus) ist eine Art der Braunalgen, Fam. Fucaceae, die auch in der Nordsee und Ostsee vorkommt.

Der Kraussterntang, syn.: Nadeltang (Mastocarpus stellatus), Fam.: Gigartinacae,  ist eine in an vielen europäischen Küstengebieten häufige Rotalgenart.

Der Riementang (Himanthalia elongata) ist eine Braunalgenart, Fam.: Himanthaliaceae. Heimisch im Nordost-Atlantik, kommt er auch in Nordsee und Ostsee vor. Er wird in manchen Ländern als „Meeres-Spaghetti“ verzehrt.

Hypnea musciformis ist ein Rotalgen-Art in der Familie der Hypneacae. 

Der Palmentang (Laminaria hyperborea, Laminaria cloustoni) und der Fingertang (Laminaria digitata) sind Braunalgenart en in der Familie der Laminariaceae. Sie bilden an den Küsten im Nordostatlantik ausgedehnte Tangwälder und kommen auch in der Nordsee und Ostsee vor. Sie werden zur Gewinnung von Aginat wirtschaenlich genutzt.

Der Zuckertang (Saccharina latissima) ist eine Braunalgenart in der Familie der Laminariaceae. Das Verbreitungsgebiet des Zuckertangs umfasst die felsigen Meeresküsten der kühl-gemäßigten Zonen von Europa, Asien und Amerika. 

Der Japanische Blatttang (Saccharina japonica), Fam.: Laminariaceae, ist eine Braunalgenart,  die als Hauptquelle des Nahrungsmittels Kombu die wichtigste essbare Seetangart darstellt. Er kommt im gemäßigten Kaltwasser der Küsten Koreas, Chinas, Japans und Russlands im Nordpazifik vor.

Der Riesentag (Macrocystis pyrifera) ist eine Braunalgen-Art in der Ordnung der Laminariales, Fam. Laminariaceae. Mit bis zu 45 Metern Länge ist er die größte aller Braunalgen und auch das größte festsitzende Meeres-Lebewesen. Der Riesentang ist an der Pazifikküste Nordamerikas sowie an Meeresküsten der Südhalbkugel weit verbreitet. Dort bildet er produktive Talgwälder. Er besitzt wirtschaftliche Bedeutung für die Gewinnung von Alginaten.

Der Rinnentang (Pelvetia canaliculata) ist ein mehrjähriger und sehr langsamwüchsiger Seetang aus der Gruppe der Braunalgen, Fam. Fam.: Fucaceae. Er ist im Nordost-Atlantik verbreitet.

Der Hauttang (Porphyria umbilicalis) ist eine in Europa heimische Rotalgenart in der Familie der Rhodophyaceae.

Die Purpur-Rotalge (Porphyridium cruentum) ist eine Art der Rotalgen in der Familie der Porphyridiaceae. Die Alge kommt häufig vor und ist ganzjährig an schattigen, feuchten Stellen in der Nähe von Gewässern, in Mauerecken und am Fuß von alten Bäumen zu finden. Sie gehört zu den wenigen bereits kommerziell genutzten Mikroalgenspezies. Extrakte aus meist in hochwertigen Photobioreaktoren produzierten Mikroalgen dieser Art werden wegen ihrer hautschützen Eigenschaften in Algenkosmetik eingesetzt.

Die Golftange (Sargassum) sind eine äußerst artenreiche Gattung der Braunalgen in der Familie der Sargassaceae. Sie kommen festgewachsen, manche Arten auch frei schwimmend,  weltweit in den tropischen und wärmeren Meeren vor.

Spirulina ist eine Gattung der Cyanobakterien (syn.: auch "Blaualgen"). Sie besiedelt flache, subtropische bis tropische Gewässer mit hohem Salzgehalt, vor allem in Mittelamerika, Südostasien, Afrika und Australien. Spirulina ist in Deutschland wie auch die Süßwasseralge Chorella in Form von Pulver oder Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich und wird in (Bio-)Lebensmitteln als nährstoffreiche Zutat verarbeitet (Nudeln, Fruchtriegel, Getränkepulver etc.). In der Alternativmedizin werden Spirulinapräparaten mögliche Effekte gegen Krebs, Viren und Allelrgien nachgesagt.

Algen als Nahrungs-/Lebensmittel

Algen können für vielfältige Zwecke verwendet werden. Teilweise erfolgt die Gewinnung direkt aus dem Meer. Die Kultivierung im Meer, in Aquakulturen oder in Algenreaktoren gewinnt an Bedeutung.

Von den weltweit bekannten 80.000 (geschätzte 400.000) Algenarten werden nur ca. 160 industriell (unter anderem als Nahrungsmittel) genutzt.

Algen, besonders Seetang, werden vor allem in Ostasien als Lebensmittel genutzt. Durch ihre Nährstoffzusammensetzung werden Algen insbesondere in ostasiatischen Ländern als Nahrungsmittel geschätzt und vor allem Braunalgen, Rotalgen oder auch Grünalgen werden gerne als Lebensmittel verwendet.

Algen besitzen einen sehr hohen Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein hoher Anteil an Kohlenhydraten, ungesättigten Fettsäuren oder Beta-Carotinen sind Argumente für die Verwendung weiterer Algensorten als Nahrungsmittel.

Heute werden aus Zuchten weltweit zwischen acht und neun Millionen Tonnen jährlich geerntet, von denen ein Teil zu Viehfutter, Dünger oder Kosmetika verarbeitet wird. In Japan kommen pro Jahr etwa 300.000 Tonnen als Lebensmittel in den Handel, hier ist der Anbau von Rotalgen z.B. für Sushi in bedeutender Geschäftszweig. In China werden jährlich etwa drei Millionen Tonnen als gegartes Gemüse oder Suppe verzehrt. Algen aus europäischer Zucht (zum Beispiel vor Sylt) werden nach drei bis vier Monaten geerntet.

Da Algen so vielseitig sind, können sie roh, getrocknet oder auch eingeweicht verzehrt werden oder sie lassen sich kochen, braten oder dämpfen. Algen sind auch als Gewürz erhältlich und verfeinern auf diese Weise Salate und Gemüsebeilagen.

Den geschmacklichen Erlebnissen und dem Ausprobieren neuer Gerichte sind mit Algen kaum Grenzen gesetzt. Algen eignen sich grundsätzlich für viele Gerichte und können gemeinsam mit Fisch oder Meeresfrüchten genutzt werden, dienen aber genauso als Geschmacksgeber in Salaten oder Suppen. Viele Algen sind als Trockenware erhältlich und müssen deshalb vor der Weiterverarbeitung eingeweicht werden.

So können die Braunalgen frittiert als Delikatesse probiert werden oder dienen in pulverisierter Form zum Würzen von Suppen und Salaten. Auch in Sushi und Surimi findet sich die Braunalge wieder und verleiht diesen Gerichten einen besonderen Pfiff.

Die Rotalge Nori wird bereits seit vielen Jahrhunderten vor den Küsten Japans angebaut. Besonders die Nori-Blätter werden bei dieser Rotalge verwendet und dienen zum Einrollen der Maki-Sushi-Rollen. Nach der Ernte wird die Alge zunächst zerkleinert, gepresst und getrocknet und später geröstet. Dann gelangen die hauchdünnen Blätter in den Handel und finden so ihre vielseitige Verwendung.

Als Rohstoff für Lebensmittelzusätze wie Agar, Alginat und Carrageen sind Algen für Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung. Aus Spanien kommen Algenprodukte für den Delikatessen-Markt.

Algen sind für den heutigen Bedarf ideal zusammengesetzt. Sie gehören zu den Gemüsearten mit der höchsten Nährstoff- bzw. Biostoffdichte. Sie haben pro 100 g nur 36,5 Kilokalorien und 2,1 g Kohlenhydrate. Hingegen sind 5,9 g Eiweiß enthalten.

Eine Portion (100g) frisches Algengemüse deckt bereits ein Drittel des Tagesbedarfs an Magnesium, ein Viertel an Mangan und Jod sowie ein Fünftel an Eisen, Kupfer und Kalzium sind noch zu einem Siebtel bzw. zu einem Zehntel der täglich notwendigen Menge vorhanden.

Bie den Vitaminen fällt vor allem der hohe Folsäuregehalt auf (120 % des Tagesbedarfs in einer Portion). Nikotinamid deckt ein Viertel und Vitamin B1 sowie Vitamin B2 decken je ein Fünftel des Tagesbedarfs.

Das in Algen gespeicherte Fucoidan kann, wie Untersuchungen zeigen, die Immunabwehr stärken.

Algen als Kosmetikum/Antiaging

In der Abteilung der Kosmetik werden Algen bereits heute schon erfolgreich eingesetzt. Sie dienen dort vor allem als Entschlackungsmittel. So gibt es auch auf Wellnessfarmen bestimmte Anwendungen, die die Benutzung von Algen mit einschließen. So werden Kurgäste beispielsweise in Algen eingewickelt, was eine Entschlackung herbeiführen soll.

Heutzutage schätzt man die Wirkungsweise der Algen und benutzt diese auch als Inhaltsstoffe in der Kosmetik- und Pharmaindustrie. Die Algensorte Spirulina ist dafür bekannt, bei Magen-Darm-Problemen Abhilfe zu schaffen. man benutzt es zur Entsäuerung, aber auch dazu, die Sauerstoffversorgung des Körpers in erheblichem Maße zu verbessern. Erhältlich ist diese Sorte zum Beispiel in diversen Reformhäusern. Zur Anwendung gibt man einfach etwas von diesem Algenpulver in seine Speisen.

Eine andere Sorte der Algen stellen die Braunalgen dar. Diese eignen sich hervorragend für eine Entschlackung des Körpers. Es hilft dabei, giftige Substanzen aus dem Körper zu saugen. In ihnen befindet sich auch eine hohe Konzentration an Mineralstoffen.

Für unser Gehirn sollen die AFA-Algen von besonderer Bedeutung sein. Laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen diese Algen mit ihrem großen Reichtum an Nährstoffen eine positive Wirkung auf unser Gehirn haben.

Vitalstoffe aus der Natur finden sich in vielen Hautpflegeprodukten, das Spektrum reicht von der Algen-Peeling-Seife, bis hin zu Algen-Shampoo. Kosmetika aus Algen sind ideal für trockene Haut, denn Algen sind Feuchtigkeitsspender. Bekannt für die Anwendung als Algen Kosmetik ist beispielsweise die Thalasso-Therapie sowie die Thalasso Kosmetik. Hier kommen Meeresalgen, meist in pulverisierter Form, zum Einsatz, die sich positiv auf die Haut auswirken und auch zur Behandlung von Cellulite eingesetzt werden.

Als reines Naturprodukt werden Algen gut von Allergikern vertragen. Beliebt sind Algen-Packungen, wie sie zur Behandlung von Cellulitis und zur Straffung und Entschlackung, so z.B. in einem Wellnesshotel meist im Rahmen einer Thalasso-Therapie angeboten werden.Bei der Algen Packung wird der Körper mit Meeresalgen behandelt mit dem Ziel, den Körper zu entschlacken und dabei lästige Fettpölsterchen abzubauen. Da die Algen besonders reich an Mineralstoffen, Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren sind, eignen sie sich optimal für Kosmetik- und Wellnesstherapien.Sie spenden der Haut intensive Feuchtigkeit, geben ihr einen Frische-Kick, bringen den Stoffwechsel in Schwung und helfen bei der Entschlackung des Körpers. So eignen sich kosmetische Behandlungen mit Algen ideal im Rahmen einer Diät.

Algen-Kosmetik ist heutzutage aus der Palette der Hautpflegeprodukte nicht mehr wegzudenken. Durch die wertvollen Inhaltstoffe der Algen spendet die Algen Kosmetik der Haut, in Form von Cremes, Masken und Packungen, wertvolle Vitalstoffe, versorgt sie mit Feuchtigkeit und ist so für trockene Haut ideal geeignet. Mit Algen in Kapsel- oder Tablettenform soll der Erfolg der äußerlichen Algen Anwendungen noch gesteigert werden.

Algendünger

Algendünger ist ein Dänger auf der Basis von Algen. Aufgrund seines Gehaltes an Kalisalzen, Stickstoff und Phosphor sowie seines hohen Gehaltes an Spurenelemente wie Magensium ist er ein wichtiges Düngemittel vor allem in Biogärten. Handelsüblicher Algendünger besteht hauptsächlich aus getrockneten Grünalgen und Braunalgen. Algenkalt    besteht dagegen aus abgestorbenen, mit Mineralien inkrustierten Algen, vor allem der Rotalge Lithothamnion calcareum, Fam. Corallinaceae. 

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Ahnfeltia concinna extract (INCI): Extrakt aus der roten Meeralge. Funktion: gelbildend, hautschützend

Alaria esculenta extract (INCI): Extrakt aus der Braunalgenart, dem Flügeltang Alaria esculenta. Funktion: haarkonditionierend, hautschützend

Algae extract (INCI): Extrakt aus dem Blasentang (Fucus vesiculosus). Funktion: hautpflegend, geschmeidig machend, feuchthaltend, maskierend, mundpflegend

Algae oligosaccharides (INCI): Oligosaccharide, die durch enzymatischen Abbau von Agar aus Gelidium und anderen Algen gewonnen werden. Funktion: hautpflegend, geschmeidig machend

Algaeoyl phytosphingoside (INCI): Fettsäuren gewonnen aus Algenöl in Verbindung mit Phytosphingosiden. Funktion: hautpflegend.

Ascophyllum nodosum extract (INCI). Extrakt aus der Knotentang. Funktion: hautpflegend

Asparagopsis aramta extract (INCI). Extrakt der Rotalge Aspargopsis armata. Funktion: hautschützend

Caulerpa taxifolia extract (INCI. Extrakt aus der Alge Caulerpa taxifolia. Funktion: hautschützend

Chlorella ferment (INCI). Extrakt aus dem Ergebnis der Chlorella durch Hefe. Funktion: hautschützend.

Chlorella emersonii extract (INCI). Extrakt aus der Alge Chlorella emersonii. Funktion hautschützend

Chlorella vulgaris extract (INCI). Extrakt aus der Alge Chlorella vulgaris. Funktion hautschützend

Chlorella pyrenoidosa extract (INCI). Extrakt aus der Alge Chlorella pyrenoidosa. Funktion hautschützend

Chondrus crispus extract (INCI). Extrakt aus dem Knorpeltang. Funktion: viskositätsregelnd

Codium tomentosum extract (INCI). Extrakt aus der Alge Codium tomentosum. Funktion: hautschützend

Corallina officinalis extract (INCI). Extrakt aus dem Korallenmoos (Corallina officinalis). Funktion: hautpflegend

Delesseria sanguinea extract (INCI). Extrakt des Blutroten Meerampfers. Funktion: hautpflegend

Digenea simplex extract (INCI). Extrakt aus der Alge Digenea simplex. Funktion: hautpflegend

Durvillea antarctica extract (INCI). Extrakt aus der Alge Durvillea antarctica. Funktion: hautschützend

Enteromorpha compressa extract (INCI). Extrakt aus dem Thallus der Alge Enteromorpha compressa. Funktion: hautschützend

Fucus versiculosus extract (INCI). Extrakt aus dem getrockneten Thallus des Blasentangs. Funktion: lindernd, geschmeidig machend, glättend, hautpflegend

Fucus serratus extract (INCI). Extrakt aus dem Sägetang. Funktion: hautschützend

Gelidiella acerosa (INCI). Extrakt aus der Rotalge Gelidiella acerosa, Fam. Gelidiaceae. Funktion: hautschützend

Gelidium cartilagineum extract (INCI). Extrakt aus der Rotalge Gelidium cartilagineum, Fam. Gelidiaceae. Funktion: hautschützend

Mastocarpus stellatus extract (INCI). Extrakt aus dem Thallus der Alge Mastocarpus stellatus. Funktion: hautschützend

Himanthalia elongata extract (INCI). Extrakt aus dem Thallus des Riementangs. Funktion: hautschützend

Hypnea musciformis extract (INCI). Extrakt aus der Rotalge Hypnea musciformis. Funktion: hautschützend

Laminaria hyperborea extract (INCI). Extrakt aus der Alge Laminaria hyperborea. Funktion: hautschützend

Laminaria digitata extract (INCI). Extrakt aus der Alge Laminaria digitata. Funktion: hautschützend

Laminaria cloustoni extract (INCI). Extrakt aus der Alge Laminaria cloustoni. Funktion: hautschützend

Laminaria saccharina extract (INCI). Extrakt aus der Alge Laminaria saccharina. Funktion: hautschützend

Laminaria japonica extract (INCI). Extrakt aus der Alge Laminaria japonica. Funktion: hautschützend

Lithothamnion calcareum extract (INCI). Extrat aus der Alge Lithothamnion calcareum. Funktion: hautschützend

Macrocystis pyrifera extact (INCI). Extrakt aus dem Riesentang Macrocystis pyrifera. Funktion: hautschützend

Pelvetia canaliculata extract (INCI). Extrakt aus Rinnentang. Funktion: hautpflegend

Porphyria umbilicalis extract (INCI). Extrakt aus dem Hauttang. Funktion: hautpflegend

Porphyridium cruentum extract (INCI). Extrakt aus der Purpur-Rotalge. Funktion: hautschützend

Sargassum filipendula extract (INCI). Extrakt aus der Braunalge Sargassum filipendula Funktion: hautschützend

Sargassum fusiforme extract (INCI). Extrakt aus der Braunalge Sargassum fusiforme. Funktion: hautschützend

Spirulina maxima extract (INCI). Extrkat aus der Biomasse der Blaualge Spirulina maxima. Funktion: glättend

Spirulina platensis extract (INCI). Extrakt aus der Blaualge Spirulina platensis. Funktion: hautschützend

Weitere Anwendungen

Bei weiteren, teilweise sehr speziellen Anwendungen werden Produkte der Algen, ihre Inhaltsstoffe, ihre Abbaufähigkeiten oder ihre Abbauprodukte verwendet:

  • Kieselalgen sind beispielsweise reich an Kohlenhydraten, Fettsäuren, Steroiden und Vitaminen. Diese werden auf vielfältigste Weise, z. B. als Nahrungsergänzungen („Spiruletten“), Verdickungsmittel (Agar) in Kosmetikprodukten oder in der Industrie verwendet.  
  • Aus Braunalgen lässt sich Alginsäure (siehe auch dort) gewinnen, deren Salze (Alginate) in der Medizin als Calciumalginat-Kompressen zur Versorgung oberflächlicher und tiefgehender Wunden eingesetzt werden, um insbesondere chronische Wunden zu säubern und abheilen zu lassen..
  • Auch lässt sich aus Algen eine hochkristalline Form der Cellulose gewinnen, die zum Beispiel bei der Herstellung von Tabletten eingesetzt werden kann oder als Verstärkungsmaterial für Naturfaserverbundwerkstoffe.

Allergologie (Relevanz)

Über allergische Reaktionen auf Algen als Nahrungsmittel, Nahrungsergänzung oder kosmetischen Inhaltsstoff wurde bisher allenfalls äußerst selten berichtet. Beschrieben wurden lediglich seltene Einzelfälle über die Auslöstung eines berufsbedingten Asthma bronchiales wie bei Verwendung eines Algen-Pulvers in der Thalassotherapie sowie bei der pharmakologischen Verarbeitung der Chorella-Alge. In einer Untersuchung wurden bei zahlreichen Kindern, insbesondere mit einer atopischen Diathese, Sensbilisierungen im Pricktest auf die einen Chorella-Extrakt (als potenzielles Outdoor-Allergen) gefunden, eine entsprechende klinische Relevanz ließ sich jedoch in keinem Fall bestätigen; so dass geschlussfolgert wurde, dass Chorella entweder keiner derartigen allergenen Eingeschaften besitzt wie andere Aeroallergene oder die Konzentration dann zu gering ist, um eine allergische Reaktion auslösen zu können. Nach Einnahme Chorella--haltigen Tabletten wurden jedoch einzelne Fälle mit Photosensitivitäts-Reaktionen beschrieben, so dass geschlussfolgert werden kann, dass speziell die Chorella-Alge eine gewisse allergene Potenz besitzt.

Literatur

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

Rauch-Petz: Heilende Biostoffe aus dem Gemüsekorb. 2. Aufl. 1996, Südwest-Verlag

http://www.algen.biz

Boulet et al: Algae-induced occupational asthma in a thalassotherapist. Occup Med (Lond) 56, 282-283 (2006)

Tiberg et al: Allergy to green algae (Chlorella) among children. J Allergy Clin Immunol 96, 257-259 (1995)

Tiberg et al: Variability of allergenicity in eight strains of the green algal genus Chlorella. Int Arch Allergy Appl Immunol 90 301-316 (1989)

Cyanobakterien (Hautreaktionen): http://www.who.int/water_sanitation_health/bathing/srwe1-chap8.pdf

Jitsukawa et al: Chlorella photosensitization. New phytophotodermatosis. Int J Dermatol 23, 263-268 (1984)

Le et al: Anaphylaxis to Spirulina confirmed by skin prick test with ingredients of Spirulina tablets. Food Chem Toxicol 74, 309-310 (2014)!!!


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