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Zuckerersatzstoffe

Auslöser von Intoleranzreaktionen / pseudoallergischen Reaktionen

Vorkommen/Beschreibung

Als Zuckerersatzstoffe bezeichnet man Stoffe, die statt Zucker zum Süßen verwendet werden können. Es gibt zwei große Gruppen

  • Süßstoffe (Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Neohesperidin DC, Saccharin, Thaumatin)

  • Zuckeraustauschstoffe (Sorbit, Mannit, Isomalt, Xylit, Maltit, Laktit)

Süßstoffe und Zuckeralkohole, die als Zuckeraustauschstoffe eingesetzt werden, haben eine Gemeinsamkeit: Im Vergleich zu Zucker beeinflussen sie den Insulin- und Blutzuckerspiegel im menschlichen Organismus gar nicht (Süßstoffe) oder nur wenig (Zuckeralkohole) und sind deshalb besonders für Diabetiker geeignet.

Süßstoffe

Süßstoffe sind synthetische oder aus natürlichen Grundstoffen gewonnene Substanzen, die als süß wahrgenommen werden, aber kaum oder keine Kalorien liefern. Der Zuckerersatz durch Süßstoffe ist besonders für Diabetiker geeignet. Die Süßkraft von Süßstoff ist wesentlich höher als beim Zucker, daher reichen nur kleine Mengen zum Süßen. Süßstoffe gibt es in kleinen Tabletten und in flüssiger Form. In der Europäischen Union sind zur Zeit folgende sechs Süßstoffe gesetzlich zugelassen:

  • Acesulfam (E950)

  • Aspartam (E951)

  • Cyclamat (E952)

  • Neohesperidin DC (E959)

  • Saccharin (E954)

  • Thaumatin (E957)

Kurz vor der Zulassung in der EU stehen:

  • Sucralose

  • Twin-Sweet (Acesulfam-Aspartam-Salz)

Obwohl Süßstoffe eine zeitlang und immer mal wieder im Verdacht stehen und standen, Krebs zu erregen oder den Hunger (vor allem auf Süßes) zu steigern, oder andere Krankheiten hervorzurufen oder zu begünstigen, haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchung deren gesundheitliche Unbedenklichkeit bewiesen. Vorsichtshalber haben die Weltgesundheitsorganisation und andere Gremien trotz der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Süßstoffen Höchstwerte für die Tageszufuhr festgelegt, die nicht überschritten werden sollten.

Kennzeichnung
Lebensmittel, die mit Süßstoffen gesüßt sind, müssen neben den üblichen Angaben auf der Zutatenliste besonders gekennzeichnet werden: Der Produktname ist mit dem Hinweis "mit Süßungsmittel" zu ergänzen.

Zuckeraustauschstoffe

Sehr häufig werden die Süßstoffe mit den so genannten Zuckeraustauschstoffen verwechselt. Zuckeraustauschstoffe sind - anders als die Süßstoffe - Energielieferanten. Zuckeraustauschstoffe sind nur etwa halb so "schwer" wie Zucker (Saccharose), aber sie sind auch nur etwa halb so süß. Mit ihren 2,4 Kalorien pro Gramm verwendet der menschliche Körper die Zuckeraustauschstoffe insulinabhängig. Diabetiker müssen daher Zuckeraustauschstoffe in die Brennwertberechnung mit einbeziehen. Zuckeraustauschstoffe sind für eine kalorienreduzierte Ernährung daher weniger geeignet als Süßstoffe.

Zu den Zuckeraustauschstoffen für Diabetiker rechnet man auch den Fruchtzucker (Fructose). Er hat den gleichen energetischen Wert wie Zucker (etwa 4 Kalorien pro Gramm). Zuckeraustauschstoffe können abführend wirken, weil sie vom Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden und teilweise unverändert in den Dickdarm gelangen. Sie binden dort Wasser und können bei einer erhöhten Aufnahme zu Blähungen und Durchfall führen.
Zuckeraustauschstoffe gibt es als Pulver (gut zum backen).

Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen

  • Sorbit (E 420)

  • Mannit (E 421)

  • Isomalt (E 953)

  • Xylit (E 967)

  • Maltit (E 965)

  • Laktit (E 966)

Die Lebensmittel mit mehr als 10% Zuckeraustauschstoffen müssen den Warnhinweis "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" tragen.

Allergologie/allergologische Relevanz

Zuckeralkohole wie die Polyalkohole Sorbit, Mannit und Xylit und die Disaccharidalkohole wie Maltit und Isomaltit sind langsam resorbierbare Kohlenhydrate und werden den sogenannten "zuckerfreien" Bonbons und Kaugummis oder Diabetiker-Produkten zugesetzt. Diese Deklaration erweckt beim Verbraucher die Vorstellung, es handele sich um kalorienarme Prudukte. Diese Zuckeraustauschstoffe sind jedoch voll energetisch verwerbar und entsprechen in ihrem Energiegehalt dem von Zucker. Da sie langsam aufgespalten werden, gelangen bei reichlichem Konsum nicht resorbierte Reste in den Dickdarfm, wo sie von den Darmbakterien unter Bildung von Gasen und freien Fettsäuren wie Buttersäure vergoren werden und zur Reizung der Schleimhaut durch die gebildeten Säuren führen. Des Weiteren kommt es zu osmotisch bedingtem Wassereinstrom. Verzehr solcher Süßigkeiten im Übermaß führt daher zu Blähungen und Durchfall, vergleichbar mit der Laktoseintoleranz.

Süßstoffe wie Saccharin, Aspartam oder Cyclamat sind dagegen stofe, die nicht energetisch verwendet werden können und eine wesentlich größere Süßkraft aufweisen als Zucker. Auch wenn sie selber keine Kalorien auf das Ernährungskonto bringen, ist ihr Gebrauch insofern problematisch, das sie Huntergefühle hervorrufen und kein Sättigungsgefühl aufkommen lassen.

Literatur

http://www.qualimedic.de/Zuckeraustauschstoffe.html

http://books.google.de/books?id=fGJ3a4prYiMC&pg=PA221&lpg=PA221&dq=Mannit+Unvertr%C3%A4glichkeitsreaktionen&source=bl&ots=YbBFAUwKSy&sig=_QwvXx_1lQGVsaGTiUTMBE1bbLc&hl=de&ei=yffhSbTfF4SQsAbZmqHgCA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1

 

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