Zitronenmelisse
(potentielles) Typ I-Nahrungsmittelallergen, Typ IV-Kontaktallergen
Syn.: Melisse, Melissa officinalis, Fam.: Lamiaceae
Beschreibung/Vorkommen
Die Zitronenmelisse ist im östlichen Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet. Das natürliche Areal reicht von Anatolien über den Kaukasus, Irak und Iran bis Pakistan. Heute wird sie weltweit in den gemäßigten und warmen Zonen kultiviert und verwildert regelmäßig.In Mitteleuropa ist sie verwildert vor allem auf Waldschlägen und an Forststraßen zu finden.
Die Zitronenmelisse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die 25 bis 30 Jahre alt werden kann, Wuchshöhen von 20 bis 90, selten 120 cm erreicht und mehr oder weniger stark nach Zitronen duftet.
Die Zitronenmelisse wird als Gewürz-, Arznei- und als Bienenweidepflanze angebaut. Die Blätter werden als Küchengewürz verwendet. Extrakte aus den Blättern werden zu Kräuterlikören verarbeitet. Als Droge werden die Blätter (Melissae folium) verwendet. Die traditionelle Verwendung ist die Unterstützung der Magenfunktion und bei nervlicher Belastung. Melisse kann die Abheilung eines Herpes simplex beschleunigen.
Inhaltsstoffe
Melissenblätter enthalten 4 bis 7 % Hydroyzimtsäure-Derivate, vor allem Rosmarinsäure (die sogenannten Labiatengerbstoffe), aber auch Chlorogensäure, Kaffeesäure u.a. ätherisches Öl ist zu 0,05 bis 0,3 %, in Zuchtsorten bis zu 0,8 % enthalten. Die wichtigsten Komponenten sind Citral (mit 40 bis 70 %, als Gemisch aus Geranial und Neral), Citronellal (1 bis 20 %) und β-Caryophyllen (5 bis 15 %). Weitere Bestandteile sind Caryophyllenepoxid, Germacre D, Methylcitronellal, 6-Methyl-5-hepten-2-on, Geranylacetat, α-Copaen und Nerol. Die Zusammensetzung des ätherischen Öls ist von der Herkunft und den Klimabedingungen, vom Erntezeitpunkt und dem Alter der Pflanze abhängig.
Allergologische Relevanz
Das allergische Potential der Zitronenmelisse wird im Allgemeinen als gering eingeschätzt. Fallbeschreibungen einer Nahrungsmittelallergie oder Typ IV-Kontaktallergie liegen bisher noch nicht vor.
Literatur: 3