Suchbegriffe zu diesem Artikel: Lanolinalkohole

Wollwachs/Wollwachsalkohle 

Typ IV-Kontaktallergen 

Syn.: Lanolin, Lanolin alcohol (INCI) 

Siehe auch unter ”Adeps lanae” 

Unter Wollwachs (Wollfett) versteht man das Sekret der Talgdrüsen des Schafes, das sich in der Wolle absetzt und aus dieser durch verschiedene Extraktionsvorgänge herausgelöst werden kann. Es besteht zu 96 % aus Wachsestern, 3-4 % freien Alkoholen und geringen Mengen an Fettsäuren und Kohlenwasserstoffen. Werden die unangenehm riechenden und farbhaltigen Bestandteile des rohen Wollfettes durch Oxidation zerstört, erhält man ein Neutral-Wollwachs (Adeps lanae) von schwachem Eigengeruch, das nicht ranzig wird. Lanolin (Lanolinum) wird aus 65 % gereinigtem Wollwachs mit 20 % Wasser und 15 % dickflüssigem Paraffin hergestellt. Durch Hydrolyse gelingt es, aus Wollwachs neben Wollwachssäuren Sterole und aliphatische Alkohole abzuspalten, die unter dem Begriff Wollwachsalkohole zusammengefasst werden. Diese kommen sowohl in der Ausgangssubstanz Wollwachs als auch im Lanolin und anderen Wollwachsderivaten in unterschiedlichen hohem Anteil vor. Eine bedeutsame Eigenschaft der Wollwachssubstanzen ist ihre Emulgierfähigkeit, dadurch kann es praktisch mit allen Stoffen, die in Dermatika und Kosmetika enthalten sind, gemischt werden. 

Vorkommen 

Als Grundlagen in medizinischen und kosmetischen Präparaten: 

  • Cremes, Salben, Emulsionen 
  • Seifen 
  • Lippenstifte 
  • Rasierseife, Rasierschaum 
  • rückfettende Haarwaschmittel 
  • Fettkomponenten in Gesichtspudern 
  • Sonnenschutzmitteln 
  • Haarfestigern 

In zahlreichen Haushaltsprodukten: 

  • Badezusätze 
  • Geschirrspülmittel 
  • Möbelpolituren 
  • Mitteln zur Schuhpflege 
  • Imprägniermittel 

In vielen Industriefetten: 

  • in Maschinenschmiermitteln 
  • in Lederfetten 
  • in Rostschutzmitteln 
  • in Lötfett 
  • in Melkfett 
  • in Polierpasten 

Allergologische Relevanz 

In den Hitlisten der häufigsten Kontaktallergene finden sich die Wollwachs-alkohole seit etwa 10 Jahren unter den zehn wichtigsten Allergennoxen aus Beruf und Umwelt. Diese Tatsache relativiert sich jedoch angesichts der millionenfachen Anwendung der Substanzgruppe in der allgemeinen Bevölkerung, dann nämlich ist die Sensibilisierungsrate vernachlässigbar gering. Jedoch beobachtete der IVDK eine kontinuierliche Zunahme der Sensibilisierungen von 1992-1999 (ca. 2 bis zu 5 %). Bei gesunder Haut  kann durch Lanolin und Wollwachsalkohole nur äußerst schwer eine Sensibilisierung induziert werden. Die relativ hohen Sensibilisierungsraten führten jedoch dazu, modifizierte Lanolinprodukte mit reduziertem Anteil freier Alkohol auf den Markt zu bringen. Die Applikation auf vorgeschädigter Haut führt jedoch zu einer deutlich erhöhten Sensibilisierungsrate, die z.B. bei Ulcus cruris-Patienten bis zu 30 % erreicht. Bei Patienten mit nachgewiesener Kosmetik-Allergie stehen Wollwachsalkohole und Wollwachsderivate ebenfalls ätiologisch im Vordergrund. 

Epikutantestung 

Mit DKG + Hermal Block Standard; Testkonzentration: 30 % in Vaseline 

Ein positiver Epikutantest gegenüber Wollwachs oder Lanolin sollte wegen der vergleichsweise geringen Spezifität und Reproduzierbarkeit mit Hilfe eines Gebrauchstests auf seine Wertigkeit überprüft werden. Hiermit wird die Möglichkeit gegeben, zu entscheiden, inwieweit bei positivem Epikutantest gegenüber Wollwachs tatsächlich auf bestimmte Wollwachs-haltige Zubereitungen verzichtet werden muss. 

Literatur: 4, 6, 23, 443 

Profitieren Sie von den Kenntnissen und Erfahrungen von Dr. Irion:

Vereinbaren Sie einen Termin mit Dr. Irion im Kompetenz- zentrum für integrierte Medizin - MZW Berlin: Kontakt

Autor eines der umfassend- sten allergologischen Fachbücher

Buch bei Amazon

Betreiber der umfangreichsten allergologischen Web-Seite im Internet überhaupt:
alles-zur-allergologie.de