Suchbegriffe zu diesem Artikel: Typ
Thioharnstoffe
Typ IV-Kontaktallergene
- Diphenylthioharnstoff (DPTU)
- Ethylenthioharnstoff (ETU)
- Dibutylthioharnstoff (DBTU
- Diethylthioharnstoff (DETU)
- Ethylbutylthioharnstoff
Vorkommen
Thiourea und seine Derivate sind in der Industrie weit verbreitet:
- als Antioxidanzien in Lichtschutzpauspapieren, Fotopapieren und Entwicklern
- als Vulkanisationsbeschleuniger
- in Gummiwaren
- als Hitzestabilisatoren in der PVC-Produktion
- in Farben
- in Kleber
- in Pestiziden, Fungiziden
- in Korrosionsschutzmitteln
- Allergologische Relevanz
Allergische Reaktionen auf Thioharnstoff werden selten beobachtet, da sie nur eine schwach ausgeprägte allergisierende Potenz besitzen sollen, jedoch sollen sie eine zunehmende Bedeutung als Kontaktallergene haben.
Berichtet wurde über 10 Patienten mit einem schweren Ekzem der Fußsohlen, das durch die Neopren-Innensohlen von Jogging-Schuhen ausgelöst wurde. Als auslösendes Allergen lies sich Ethylbutylthioharnstoff ermitteln. Ein periorbitales Ekzem durch eine Tauchbrille wurde durch Dibutylthioharnstoff ausgelöst. Bei 2 Patienten, die sich durch eine Knie- bzw. Ellenbogenbandage sensibilisiert hatten, konnte Diphenylthioharnstoff als Allergen identifiziert worden.
Bei anamnestischen Hinweisen auf (berufs-)bedingten Kontakt mit Thioharnstoff-haltigen Produkten sollten trotz relativ seltener Sensibilisierungen mehrere Thioharnstoff-Komponenten einzeln epikutan getestet werden sollten, insbesondere da häufig keine Kreuzreaktionen bestehen.
Diagnostik
Epikutantestung mit Diphenylthioharnstoff, Dibutylthioharnstoff (Block Hermal Gummichemikalien).
Photoallergen
Neben kontaktallergischen Reaktionen kann Thiourea auch photoallergische Reaktionen auslösen. Diesem folgt gelegentlich eine persistierende Lichtreaktion.
Photopatchtestung
Mit Thiourea (Block Hermal Photoallergene), Testkonzentration 0,1 % in Vaseline
Literatur: 6, 423, 424