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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Chlortetracyclin

Tetracycline 

Medikamentenallergene 

  • Chlortetracyclin 
  • Tetracyclin 
  • Oxytetracyclin 
  • Doxycyclin 
  • Rolitetracyclin 
  • Minocyclin 
  • Meclocylin 

Allergologische Relevanz 

Bei den Tetracyclinen handelt es sich um Naphthacen-Derivate, die sich vor allem durch die Seitenketten unterschieden. Evtl. Nebenwirkungen sind vorwiegend toxischer bzw. nicht-allergischer Natur: Ablagerung in Zähne und Knochen, Leberschäden usw. Allergische Reaktionen treten relativ selten (< 1 %) auf. Beschrieben wurden Urtikaria, Angioödeme, makulo-(papulösem), morbilliforme Exantheme, EEM, SJS, TEN, Stomatitiden, Vaskulitiden, Erythema nodosum, AGEP und Asthma bronchiale. 

Häufig sind jedoch fixe Arzneimittelexantheme zu finden, hier sind Tetracycline die vierthäufigste Ursache, häufig in Form einer Balanitis. 

Ebenfalls relativ häufig werden phototoxische Hautreaktionen und Photo-onycholysen nach praktisch allen Tetracyclinen beobachtet. Die Photosensibilisierungsreaktion ähnelt klinisch einem übermäßigen Sonnenbrand, manchmal mit Blasenbildung. Reaktionen wurden sowohl gegen UVA als auch gegen UVB berichtet. Die Symptome können über Monate persistieren. 

Eine Langzeittherapie der Akne mit Minocyclin kann zu einer Pigmentierung führen, die in Form von umschriebenen, makulösen oder mehr diffusen Hyperpigmentierungen auftreten kann. Zumeist verblassen diese nach einer durchschnittlichen Dauer von 12 Monaten bis zur vollständigen Rückbildung. Hartnäckigere, diffuse, braungraue Veränderungen können sich besonders in sonnenexponierten Hautarealen entwickeln. Die Pigmentierung kann auch die Nägel, Knochen, Zähne, Thyroidea, Aorta und das Endokard betreffen. Ebenfalls auf Minocyclin kann in wenigen Fällen eine schwere Allgemeinreaktion, die Ähnlichkeit zur Hypersensitivitätsreaktion auf Antiepileptika aufweist, beobachtet werden. Eine Reaktion, die einem Sweet-Syndrom glich, konnte durch orale Provokation mit Minocyclin reproduziert werden. 

Es wurde zudem behauptet, dass Tetrazykline eine Psoriasis verstärken können. 

Diagnostik 

Bei Soforttypreaktionen tragen Hauttestungen mit den relevanten Medikamenten erfahrungsgemäß wenig zur Diagnosestellung bei. 

Bei V.a. kontaktallergische Reaktion Testung mit Block Hermal Arzneistoffe II: 

  • Tetracyclinhydrochlorid 
  • Oxytetracyclin 

Literatur: 7, 8, 9, 12, 15 

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