Teebaumöl
Typ IV-Kontaktallergen
Vorkommen
Teebaum ist ein Sammelbegriff für über 150 Bäume und Sträucher aus der Familie der Myrtaceae. Der verbreiteste und ökonomisch bedeutsamste ist der australische Teebaum Melaleuca alternifolia. Es handelt sich um einen 8 m hohen Baum von meist buschigem Wachstum mit hellgrünen, lanzettenförmigen Blättern. Das aus Blättern des australischen Teebaum gewonnene ätherische Öl diente bereits seit Tausenden von Jahren den Bundjabung-Aborigines aus Neusüdwales als Universalheilmittel bei Infekten und zur Wundbehandlung. In den letzten Jahren fand es zunehmende Verbreitung in vielfältigsten medizinischen und kosmetischen Anwendungsgebieten. In zunehmenden Maße werden seit Anfang der 90er Jahre allergische Reaktionen vom Spättyp (Kontaktallergien) beobachtet.
Teebaumöl ist aus bis zu 100 verschiedenen Verbindungen zusammengesetzt. Es überwiegen die Monoterpene wie Terpinen-4-ol (28 - 58 %), in kleineren Mengen finden sich alpha und gamma-Terpinen, 1,8-Cineol (Eukalyptol), Terpinolen, p-Cymen, Limonen, alpha- und beta-Pinen, Myrcen und alpha-Phellandren.
Allergologische Relevanz
Frisch destilliertes Teebaumöl besitzt nur eine sehr geringe Sensibilisierungspotenz. Durch Licht, Wärme und Sauerstoff kommt es jedoch zu einem kontinuierlichen Oxidationsprozess, in dessen Verlauf die Sensibilisierungspotenz stark zunimmt. Oxidiertes Terpentinöl und gealtertes Teebaumöl enthalten eine Reihe strukturgleicher Verbindungen, die die häufige gleichzeitige Reaktion auf beide Noxen erklären könnte.
In der Regel entwickelt sich eine Sensibilisierung auf Teebaumöl recht langsam, wobei die Exposition (Häufigkeit und Dauer der Anwendung) einen entscheidenden Faktor darstellt. Kommt es jedoch bereits nach kurzer Anwendung geringer Mengen zum Auftreten einer allergischen Kontaktdermatitis, so steckt häufig eine - manchmal auch stumme - Sensibilisierung dahinter, die durch vormalige Anwendung, eine bereits bestehende Aroma-/Duftstoffallergie oder die Kreuzreaktivität mit Oxidationsprodukten des Terpentinöls erfolgt sein kann. Patienten, die sich mit einer allergischen Kontaktdermatitis des Gesichtes, der Hände und Unterarme oder anderer Körperregionen vorstellen, sollten unbedingt nach der Anwendung von Teebaumöl befragt werden.
Diagnostik
Epikutantestungen mit den Blöcken Standard, Duftstoffe (Hermal), Teebaumölreihe (nach Hausen).
Für die Epikutantestung eignet sich auch ein Teebaumöl (ca. 20 ml), das nach 10 Tagen auf der Fensterbank in einem geschlossenen, klaren Gefäß (Volumen 1 l) einer natürlichen Oxidation unterzogen wurde. Bei deutlicher Verfärbung und Verstärkung des Geruch empfiehlt sich eine Verdünnung auf 25 % (Diethylphthalat oder Olivenöl).
Literatur: 420, 421, 422