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Sonnenblume 

Helianthus annuus, Fam.: Asteraceae/Compositae 

Vorkommen 

Die Sonnenblume wird als Zierpflanze in zahlreichen Gärten kultiviert. Sonnenblumenkerne werden in Brot eingebacken, werden zur Herstellung von Müslis eingesetzt und dienen als Öllieferant. Daneben werden sie in der Naturheilkunde und Homöopathie eingesetzt u.a. als schleimlösendes Mittel und Wundmittel. Blütezeit Juli bis Oktober. Insektenbestäubt/Bienenweide. 

Typ I-Reaktion 

Allergische Reaktionen auf Sonnenblumenkerne wurden bisher äußerst selten beschrieben (1 Fall bei 10, 11). In einem Fall kam es nach Genuss zu anaphylaktischen Reaktionen mit Urtikaria, Quincke-Ödem und asthmatischen Beschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock. 

Auch eine belastungsinduzierte anaphylaktische Reaktion auf Sonnenblumenkerne wurde beobachtet. 

Geröstete Sonnenblumenkerne scheinen ihre antigenen Eigenschaften zu verlieren. Dagegen reicht die beim Einbacken von Kernen in das Brot erzeugte Wärme jedoch nicht aus, um die Allergene der Sonnenblume zu zerstören. 

In raffiniertem und kaltgepresstem Sonnenblumenöl können noch kleine Mengen an Allergenen vorhanden sein, zumeist wird dieses Öl jedoch von Patienten, die eine Sonnenblumensamen-Sensibilisierung aufweisen, vertragen. Jedoch ist auch eine Nahrungsmittelallergie gegen Sonnenblumenöl beschrieben. Entsprechend sensitive Patienten sollten daher nur raffinierte, Protein-freie Samenöle, verwenden. 

Eine erhöhte Sensibilisierungsrate wurde bei atopischen Patienten mit Exposition zu Käfigvögeln beobachtet. Das Füttern der Vögel mit Sonnenblumensamen kann wohl über eine inhalative Sensibilisierung auch zu allergischen Symptomen mit Rhinokonjunktivitis, bronchopulmonaler Symptomatik bis hin zum anaphylaktischen Schock nach dem Essen von Sonnenblumenkernen führen. 

Sonnenblumenpollen sind als besitzen ein hohes allergenes Potential. Sie sind als Ursache einer allergischen Rhinokonjunktivitis und sogar eines Asthmas in mehreren Fällen beobachtet worden, vorwiegend jedoch bei starker Exposition u.a.  bei Arbeitern in der Ernte oder Verarbeitung oder auch bei Menschen, die nahe an einer großen Anpflanzung leben. 

Antigengemeinschaften bestehen zur Walnuss und Haselnuss sowie zu Sellerie und Beifuß. 

Diagnostik 

Scratch/Prick mit nativem Sonnenblumensamen (Sonnenblumenkernbrot, Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenöl), RAST (Ph.) 

Typ IV-Reaktion 

Allergische Kontaktdermatitiden sind insbesondere bei der Ernte und dem Entschalen der Kerne zu beobachten. Beschrieben ist auch der Fall eines Landwirtes, der auf die von ihm kultivierten Sonnenblumen mit einem Kontaktekzem reagierte, Tests mit Blättern und Blüten fielen positiv aus. Als Kontaktallergene sind in der Großen Sonnenblume bis zu 7 verschiedene Sesquiterpenlaktone anzutreffen, diese sind zum Teil als stark wirksame Allergene erkannt worden. Einige der Sensibilisatoren konzentrieren sich in den Blasenhärchen und zerplatzen bei der leichtesten Berührung der Blattoberfläche. Von dieser gelangen sie unmittelbar auf die Haut. 

Literatur: 1, 2, 3, 402, 403 

Atis et al: Sensitization to sunflower pollen and lung functions in sunflower processing workers. Allergy 57, 35-39 (2002) 

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