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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Nahrungsmittelallergene

Schnecken 

Typ I-Nahrungsmittelallergene 

Beschreibung/Vorkommen

Schnecken (Gastropoda) gehören Stamm der Weichtiere (Mollusca). Sie sind einerseits die artenreichste der acht Klassen, andererseits auch die einzige, die außer im Meer auch im Süßwasser und auf dem Festland vorkommt. Ihre Größe variiert von unter 1 mm bis zu 50 Zentimeter.

Die Weinbergschnecke gehört zur Familie der Helicidae und ist meist in Weinbergen beheimatet, Man findet sie aber auch in anderen, nicht zu feuchten Gebieten. Es gibt hundert verschiedene Arten, jedoch nur wenige domestizierte Arten, die kommerziell von Bedeutung sind (u.a. Helix pomatia, Helix aspersa). In Frankreich werden mehr Schnecken als Delikatessen konsumiert, als in jedem anderen Land der Welt, daher wird auch aus Taiwan und Indonesien importiert. Daneben werden Schnecken in Spanien und Portugal als Delikatesse geschätzt, es gibt aber auch tradierte süddeutsche Schneckenrezepte (zum Beispiel die Badische Schneckensuppe. Auch Meeresschnecken landen auf der Speisekarte. Die Napfschnecke wird an den Stränden warmer Seen gefunden.

Allergologische Relevanz 

Nahrungsaufnahme von Schnecken kann eine schwere asthmathische oder anaphylaktische Reaktion hervorrufen, insbesondere bei Patienten, die gegenüber Hausstaubmilben sensibilisiert sind.

In einer italienischen Untersuchung fiel auf, dass 28 Patienten, die mit asthmatischen Beschwerden, Rhinitis, Urtikaria oder anderen anaphylaktischen Reaktionen nach Genuss von Schnecken reagiert hatten, alle gleichzeitig eine durch Hausstaubmilben verursachte Rhinitis bzw. Asthma hatten. Durch RAST-Hemmung konnte eine entsprechende Kreuzreaktivität bestätigt werden. Bei Patienten mit ausgeprägtem Asthma bei Hausstaubmilbenallergie kann der Genuss von Weinbergschnecken ebenfalls zu asthmatischen Beschwerden führen. Ein derartiger Zusammenhang wurde in einzelnen Fällen publiziert, so dass wohl eine Kreuzreaktion vorliegt.

Die Napfschnecke wurde in einzelnen Fällen als Auslöser einer Nahrungsmittelallergie gefunden. Als Symptomatik stand ein schwerer Brochospasmus im Vordergrund, der in einzelnen Fällen eine künstliche Beatmung notwendig machte. Ein IgE-vermittelte Allergie konnte mittels positivem RAST und Prick bestätigt werden, eine Kreuzreaktivität mit der Hausstaubmilbe D.pter konnte aufgezeigt werden.

In den meisten Fällen einer Scheckenallergie erfolgt die Sensibilisierung über die Haustaubmilben; jedoch können Schecken selbst auch eine Sensiblisierung auslösen.

Auch eine Kreuzreaktivität von Schnecken mit den Krebstieren ist beschreiben. Das Tropomyosin wurde dabei als verantwortliches Allergen gefunden.

Diagnostik 

RAST (Ph.: Weinbergschnecke)

Literatur

Asturias et al: Cloning, isolation, and IgE-binding properties of Helix aspersa (brown garden snail) tropomyosin. Int arch allergy Immunol 128, 90-96 (2002)

Azofra et al: Limpet anaphylaxis: cross-reactivity betwwen limpet and house-dust mite Dermatophagoides pteronyssinus. allergy 58, 146-149 (2003)

Martins et al: the Helix aspersa (brown garden snail) allergen repertoire. Int Arch Allergy Immunol 136, 7-15 (2005)

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