Saccharin E 954
Auslöser von Intoleranzreaktionen / pseudoallergischen Reaktionen
Vorkommen/Beschreibung
Saccharin st der älteste Süßstoff auf dem deutschen Markt, der 1879 entdeckt wurde. Es wird chemisch-synthetisch hergestellt und ist etwa 550 mal süßer als Zucker. Das besser lösliche und deshalb hauptsächlich eingesetzte Natrium-Saccharin ist 450-fach süßer als Zucker. Da es nahezu kalorienfrei ist, ist es für Diabetiker verträglich.
Saccharin wird vom menschlichen Körper schnell aufgenommen und unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden. Es lieferet keine Kalorien und ist für Diabetiker geeignet.
Dem Saccharin wurde lange Zeit - und wird vereinzelt immer noch - ein "bitterer Nachgeschmack" zugeschrieben. Dieser anfängliche sensorische Nachteil konnte jedoch schon vor Jahrzehnten durch verbesserte Herstellungsverfahren und vor allem durch die Mischung mit Cyclamat behoben werden.
Saccharin ist wie Cyclamat sehr stabil, hitze- und gefrierbeständig und bewahrt auch in wässrigen und säurehaltigen Produkten (wie z.B. Limonaden) seine Süße dauerhaft.
Verwendung
Viele brennwertverminderte oder ohne Zuckerzusatz hergestellte Produkte wie
- Desserts, auch auf Getreidebasis
- Süßwaren auf Kakao- oder Trockenfruchtbasis
- Limonaden oder andere Erfrischungsgetränke
- süßsaure Obst- und Gemüsekonserven
- dunkles Bier der Art “oud bruin”
- bei der Herstellung von Mundwasser, Zahnpasta, Lippenstiften und Tabletten
Allergologie/Allergologische Relevanz
In der Literatur finden sich kaum Berichte über dermatologische Nebenwirkungen von Cyclamat- oder Saccharin-haltigen Zuckeraustauschstoffen, obwohl diese in großen Mengen verwendet werden. In seltenen Fällen wird das Auftreten verschiedenartiger Hautveränderungen nach Ernährung mit Saccharin-haltigen Süßstoffen beschrieben. Beobachtet wurden dabei insbesondere Pruritus, Urtikaria, Ekzeme, gesteigerte Lichtempfindlichkeit. Über den pathogenetischen Mechanismus dieser Reaktionen wurden jedoch keine Angabe gemacht, bekannt ist jedoch dass Süßstoffe pseudoallergische Reaktionen auslösen können.
Bei einem akuten Exanthem mit stammbetonten, follikulär gebundenen Papeln nach Einnahme eines Cyclamat- und Saccharin-haltigen Süßstoffes wurde als Pathomechanismus eine Typ III-Reaktion vermutet. Hauttests mit den beiden Substanzen hatten keine Reaktion gezeigt.
Literatur: 1,2, 412, 494
http://www.qualimedic.de/Suessstoffe.html