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Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom (syn.: Colon irritabile, RDS) ist durch auf den Unterbauch bezogene Symptome gekennzeichnet, für die - bei Verwendung der üblicherweise verfügbaren Diagnostik - keine hinreichende Erklärung gibt. Das Krankheitsbild geht einher mit anderen gastrointestinalen (und extragastrointestinalen) Syndromen. Es zählt zu den häufigsten gastroenterologischen Krankheitsbildern, wenngleich - möglicherweise bedingt durch den erheblichen Aufklärungsbedarf - die Diagnose Reizdarmsyndrom nur selten gestellt wird. 

Symptomatik 

Kriterien für die Diagnose eines Reizdarmsyndrom (entspr. der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten). Voraussetzung für die Diagnose ist der fehlende Nachweis einer strukturellen oder biochemischen Abnormalität, die die Symptome verursachen kann: 

  • abdominelle Schmerzen oder andere Beschwerden, oft in Beziehung zur Defäkation (oft Erleichterung durch Defäkation) 
  • Veränderung der Defäkation hinsichtlich mindestens zwei der folgenden Aspekte 
  • Frequenz 
  • Konsistenz (hart, breiig, wässrig, Veränderung konstant oder wechselnd) 
  • Passage mühsam, gesteigerter Stuhldrang; Gefühl der inkompletten Darmentleerung; Schleimabgang 
  • häufig assoziiert mit einem Gefühl der abdominalen Distension und/oder Blähungen 

Daneben geben 25 bis 50 % der Patienten mit Reizdarmsyndrom gleichzeitig Sodbrennen, frühzeitiges Sättigungsgefühl, Übelkeit und Erbrechen an. 

Pathogenese 

Dem Reizdarmsyndrom liegen wahrscheinlich verschieden Pathomechanismen zugrunde, die bei unterschiedlichen Patienten Art und Schwere der Symptome beeinflussen. Die meisten der potentiellen Mechanismen sind bisher hypothetisch. Lediglich das Konzept der viszeralen Überempfindlichkeit ist bislang durch übereinstimmende Studien belegt. 

Pathogenetische Hypothesen 

  • Störung der viszeralen Sensorik
    In den letzten Jahren konnten Veränderungen der viszeralen Sensorik bei Patienten mit Reizdarmsymptomatik nachgewiesen werden. So konnte belegt werden, dass die Volumina (über eine rektale Ballondistension), die bei Patienten mit Reizdarmsyndrom Symptome auslösen, signifikant niedriger waren, als Volumina bei gesunden Kontrollpersonen. 
  • Störungen des enteritischen, autonomen oder zentralen Nervensystems
    Es besteht die Möglichkeit, dass zentrale Störungen der Verarbeitung viszeraler Afferenzen eine Rolle bei der Pathogenese dieser Erkrankung spielen. Bekannt ist seit langem, das der REM-Schlaf bei Patienten mit Reizdarmsyndrom verändert ist. 
  • psychosomatische Störung
    Stress (Alltagsbelastung, Lebensereignisse) kann wahrscheinlich Symptome des RDS auslösen oder verschlimmern. Eine Verursachung des RDS durch Stress ist jedoch unwahrscheinlich. 
  • Motilitätsstörungen 
  • bakterielle Darminfektion
    Eine vorausgegangene bakterielle Darminfektion ist bei einer Teilpopulation als Auslöser eines RDS wahrscheinlich.
    Darminfektionen können Ursache eines veränderten intestinalen Bakterienstoffwechselmustern sein. Das im Vergleich zum Gesunden veränderte Spektrum von kurzkettigen Karbonsäuren (SCFA) im Stuhl von Reizdarmpatienten kann auf eine Störung des Stoffwechsels der intestinalen Mikroflora hindeuten. Unter dem Einfluss bestimmter Antibiotika kommt es zudem häufig zu einer Destabilisierung der intestinalen Mikroökologie, die bei einem Teil der Patienten länger, mitunter auch chronisch persistiert. 
  • Ernährungsfaktoren
    Ernährungsfaktoren (Nahrungsmittel, Ernährungsweise, Essverhalten) können Symptome des RDS beeinflussen. Zugrundeliegende Mechanismen (Allergie? Intoleranz? unspezifische Effekte?) sind derzeit unklar. 
  • geschlechtsspezifische Prävalenz
    Die Ursache für das Überwiegen von Frauen an der Prävalenz der RDS ist unklar. Klinisch unterscheiden sich Patienten mit Reizdarmsyndrom kaum von Patienten mit Pelvipathie-Syndrom in der Gynäkologe. 

Theorie der psychogenen Verursachung

Der Bauch liegt im Zentrum des Körpers und wenn man sich so richtig ärgert schlägt dies auf den Magen.  - Der Verdauungstrakt von der Speiseröhre bis zum Enddarm ist von einem umfangreichen Nervennetz durchzogen, dem immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Daher nimmt man mittlerweile auch an, dass diese enterische Nervensystem gestört ist und für die Symptome des Reizdarmsyndroms verantwortlich ist.  Dieses Nervengefleckt funktioniert automatisch und autonom, es steuert den weitgehend reibungslosen Transport des Speisebreis durch den Magen-Darm-Kanal. Es entwickelt sich ein ausgeklügeltes System, durch das die richtigen Botenstoffe ausgeschüttet werden bzw. Abläufe in der Darmwand stattfinden, um die speziellen Nahrungsbestandteile zu verdauen. Ist diese System gestört, kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen, die sich in Form von Verstopfung, Durchfall oder Blähungen äußert. Bei dem Darmgesunden gibt es eine Vielzahl von Lösungen, um den täglichen Belastungen des Magen-Darm-Trakts effektiv entgegen zutreten. Bei Vorliegen eines Reizdarmes fehlen entsprechende Möglichkeiten, um mit der Vielzahl von Inhaltsstoffen und Mischung der Nahrungsmittel zurechtzukommen. 'Es entsteht eine Überlastung.

Entzündungshypothese

Es finden täglich, sobald man etwas isst, Millionen von winziger kleiner "Feuergefechte" im Verdauugstrakt statt. Tief in den Eingeweiden verborgen existieren bestimmte Zellen und Botenstoffe, die auf Nahrungsmittel mit zwei Möglichkeiten ragieren: Sie betrachten sie entweder als Freund oder Feind. Der Körper entscheidet über Freund- oder Feindschaften nicht danach, wie viele Kalorien ein bestimmtes Lebensmittel hat oder wie fett es ist. Während der verschiedenen Phasen der Verdauung untersucht unser Körper alle eintreffenden Nährstoffe einzig und allein darauf, welche Wirkung sie auf entzündliche prozesse haben, entzündungsfördernde Stoffe werden als feindlich eingstuft, entzündungshemmende Stoffe dagegen als Verbündete. Die dabei auftretenden Entzündungen lassen den Bauch anschwellen oder verursachen Schmerzen.

Die Medizin kennt viele unterschiedliche Arten von Entzündungen. Manche werden durch die Ernährungsgewohnheiten beeinflusst, Entzündungsprozesse können nicht nur durch Lebensmittelunverträglichkeiten ausgelöst werden, sonderen es gibt auch allgemeine Entzündungen die den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen können. Die Ursache diese Ganzkörperentzündungen liegt in spezischen Reaktionen der Leber auf gesättigte Fette und Transfette beziehungsweise in den Reaktionen des Bauchfetts und des gesamten Organismus auf Giftstoffe. Diese entstehen zum Beispiel durch das Rauche oder Stress.

Der Magen-Darm-Trakt enthält über 100 Millionen Nervenzellen, und deshalb machen sich Schmerzen in  Magen-Darm-Bereich in der Regel sehr schnell bemerkbar. Wie stark man allerdings ein solches Unwohlsein im Darm wahrnimmt, hängt sehr von der genetischen Veranlagung ab, dabei besonders von der Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln. Denn davon wird bestimmt, wie man die Wirkung dieser "Verdauungslandminen" empfindet. Obwohl es auch pharmazeutische Lösungen gibt, um mit "Verdauungsexplosionen" fertig zu werden, können auch Nahrungsmittel eingesetzt werden, die einen entzündungshemmenden Effekt haben und die man deshalb gezielt zur Bekämpfung lokaler Krisenherde einsetzen kann. 

Entzündungshemmende Substanzen:

  • Omega-3-Fettsäuren (in Fisch, Ölen und Nüssen)
  • Grüner Tee
  • Bier in Maßen (ein Glas Bier/Tag)
  • Kukurma (ingwerartige Pflanze mit dem aktiven Wirkstoff Curcumin)
  • Jojoba-Bohnen (z.B. in Form von Jojoba-Extrakt)
  • Isoflavone (enthalten in Sojabohnen, allen Sojaprodukten)
  • Lignane (in Leinsamen, Leinsamenöl, Vollkorngetreide)
  • Polyphenole (in Tee, Obst, Gemüse)
  • Glucosinalate (in Kreuzblütengewächse wie Brokkoli und Blumenkohl sowie Grünkohl)
  • Carnosol (in Rosmarin)
  • Reisveratrol (in Trauben, rotem Traubensaft, Rotwein)
  • Kakao (in Bitterschokolade)
  • Quercetin (in Kohl, Spinat, Knoblauch)

 Als Folge der Enzündungsbrände ziehen sich die Eingeweide entweder stark zusammen oder dehnen sich extrem aus - beides verursacht Schmerzen,, due durch den Nervus vagus weitergeleitet werden. Manche nehmen diese Darmbewegungen gut wahr, andere weniger - und deshalb bemerken nicht alle diesen körperlichen Hinweis auf eine Nahrungsunverträglichkeit. Einige der häufigen Krisensituation im Verdauungstrakt, die mit solchen Unverträglichkeiten zusammenhängen:

  • Enzymmangel (am häufigsten in Form der Laktoseintoleranz oder der Glutensensitiven Enteropathie/Zöliakie)
  • Allgemeine Erkrankungen des Verdauungstraktes: Probleme wie beispielsweise ein Reizdarm, der Symptome wie Durchfall und Bauchschmerzen verursacht, werden durch empfindliche Nerven verursacht und führen zu einer Entzündung der Darmwände. Alle Menschen produzieren ungefähr dieselbe Menge Gas pro Tag (insgesamt etwa ein Liter), aber Manchen verursacht dies mehr Unbehangen als anderen.
  • Psychologische Faktoren: Abneigungen gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln können sich entwickeln, wenn man sich auf ein bestimmtes Nahrungsmittel gründliche den Magen verdorben hat. Die psychologische Reaktion darauf wäre, dass man künftig dieses Nahrungsmittel mit den schmerzhaften Nachwirkungen in Verbindung bringt und fortan meidet.

Es scheint so zu sein, dass zahlreiche Menschen die eine oder andere Lebensmittelunverträglichkeit haben, ohne dies überhaupt zu wissen. Es ist also zunächst einmal grundsätzlich notwendig zu erkennen, dass ein allgemeines Unwohlsein von bestimmten Nahrungsmitteln verursacht werden kann, die man nicht verträgt; anschließend können dann diese vom Speiseplan gestrichen bzw. ersetzt werden oder sie werden zumindest reduziert.

Große Mengen an Zucker verursachen Entzündungen; diesen Effekt kann man reduzieren, indem man stattdessen Süßstoffe verwendent, die jedoch auch nicht immer vertragen werden, da sie ebenfalls Verdauungsprobleme verursachen können).

Reizdarmtypen

Da die Symptome sehr unterschiedlich sind, ist keine einheitliche Therapie möglich. Es erfolgt eine Klassifizierung nach den Symptomen, unter denen man am stärksten leidet. Ein Wechsel und Überlappungen sind bei den Symptomen nicht selten. Man unterscheidet zwischen folgenden Typen:

  • Diarrhoe-Typ
  • Obstipations-Typ
  • Schmerz-Typ
  • Wechsel zwischen Diarrhoe und Obstipation

Diarrhoe-Typ

Hierzu zählen ein Drittel der Reizdarm-Patienten. Er ist am weitesten verbreitet. Kennzeichnend sind täglich mehrer breiige bis wässrige Stuhlentleerungen. Der Stuhldrang kommt sehr plötzlich, oft direkt nach dem Essen. Nachts sind die meisten Patienten beschwerdefrei. In der Regel nimmt man trotz der teils massiven Durchfälle nicht ab.

Obstipations-Typ

Bei diesem Reizdarm-Typ, der bei etwa 20 % der Patienten auftritt, ist die Stuhlentleerung äußerst mühsam. Zusätzlich haben die Betroffenen das Gefühl, sich nicht vollständig entleert zu haben. Der Stuhl ist hart und schafkotähnlich, oft ist auch ein Schleimabgang festzustellen. Meist ist nur der morgendliche Stuhl haft, über den Tag hinweg ist der Stuhl in der Konistenz normal bis breiig.

Schmerz-Typ

20 % der Patienten leiden am Schmerz-Typ. Er tritt meist zusammen mit dem Diarrhoe-Typ auf. Besonders nach dem Essen entstehen krampfartige Bauchschmerzen und Blähungen.

Rund ein Drittel der Betroffenen leidet an einem Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung.

Diagnostik 

Verschiedene allergologische Erkrankungen können mit einer Symptomatik ähnlich der Reizdarmsymptomatik einhergehen. Diese sind zumeist eigenständige Erkrankungsbilder, die in die Differentialdiagnose einbezogen und im Rahmen einer Ausschlussdiagnostik abgeklärt werden müssen: 

Allergien und Intoleranzreaktionen auf Nahrungsmittel

  • Laktasemangel (siehe unter “Laktoseintoleranz”)
    Eine Koinzidenz von RDS und Laktasemangel ist möglich 
  • Glutenunverträglichkeit (siehe unter “Zöliakie) 
  • Fruktose-/Sorbitmalabsorption (siehe unter “Fruktoseintoleranz”) 
  • Histaminintoleranz (siehe unter “biogene Amine”) 
  • pseudoallergische Reaktion auf Lebensmittelzusatzstoffe (siehe unter “Lebensmittelzusatzstoffe” 
  • Nahrungsmittelallergie (siehe dort) 

Organische Ursachen

  • Gallenfunktionsstörung
  • Bauchspeicheldrüsenunterfunktion

Weitere Ursachen

  • Darminfekte
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • psychische Genese (Ärger und Stress)

Analyse von Beschwerdeprofilen und Ernährungsgewohnheiten: Aufstellen eines Ernährungsprotokolls 

Der Patient wird aufgefordert, über 8, besser noch über 14 Tage, seine Essgewohnheiten genau zu protokollieren (Uhrzeit, Art der Nahrung, Menge). Zusätzlich sollten auch mögliche Beschwerden vermerkt werden. Das Ernährungsprotokoll wird dann zur Basis der Ernährungsberatung. 

Auslassdiät

Eine Lebensmittelunverträglichkeit lässt sich über keinen eindeutigen Test nachweisen. Hier ist detektivisches Vorgehen gefragt, um herauszubekommen, ob ein Lebensmittel eine Unverträglichkeit auslöst, denn nicht immer reagiert der Körper direkt nach dem Verzehr. Die meisten Menschen mit Reizdarm leiden unter einer oder mehreren Lebensmittelunverträglichkeiten, die mit Blähungen, Durchfall oder Verstopfung einhergehen.

Lebensmittel, die Magen und Darm reizen können:

  1. Hülsenfrüchte
  2. Gurkensalat
  3. frittierte Speisen
  4. Weißkohl
  5. kohlensäurehaltige Getränke
  6. Grünkohl
  7. fette Speisen
  8. Paprikagemüse
  9. Sauerkraut
  10. Rotkohl
  11. süße und fette Backwaren
  12. Zwiebeln
  13. Wirsing
  14. Pommes frittes
  15. hart gekochte Eier
  16. frisches Brot
  17. Bohnenkaffee
  18. Kohlsalat
  19. Mayonnaise
  20. Kartoffelsalat
  21. Geräuchertes
  22. Eisbein
  23. zu stark gewürzte Speisen
  24. zu heiße oder zu kalte Speisen
  25. Süßigkeiten
  26. Weißwein
  27. rohes Stein- und Kernobst
  28. Nüsse
  29. Sahne
  30. paniert Gebratenes
  31. Pilze
  32. Rotwein
  33. Lauch
  34. Spirituosen
  35. Birnen
  36. Vollkornbrot
  37. Buttermilch
  38. Orangensaft
  39. Vollmilch
  40. Kartoffelklöße
  41. Bier
  42. schwarzer Tee
  43. Apfelsine
  44. Honig
  45. Speiseeis
  46. Schimmelkäse
  47. Trockenfrüchte
  48. Marmelade
  49. Tomaten
  50. Schnittkäse
  51. Camembert
  52. Butter

Therapie

Therapieansatz gesunde Darmflora

Von der Idee getragen, dass die Darmflora nicht intakt ist, setzt dieser Therapieansatz an. Auch wenn es nicht eindeutig belegbar ist, lässt es sich nur schwer von der Hand weisen, dass die Darmflora sich nicht in Balance befindet und die Verstopfung und der Durchfall dadurch zumindest teilverursacht sein können.

Probiotische Arzneien können helfen - Mutaflor ist der bekannteste Vertreter. Es enthält als Wirksoff lebensfährig Bakterien des Stammes Escherichia coli Nissle in hoher Konzentration. Das Arzneimittel wirkt auf viele Krankheitserreger im Darm hemmend und übernimmt bei der körpereigenen Abwehr eine wichtige Helferfunktion. Auerdem produzhieren die Bakterien viele Stoffwechselprodukte, die für einen gesunden und fuktionstüchtigen Dickdarm von großer Bedeutung sind.

Auch probiotische Joghurts können die Zusammensetzung der Darmbektieren bei täglichem Verzehr positiv beeinflussen. Da die Darmbesiedlung mit Mikroorganismen nur bei einem Teil der Betroffenen nicht in Ordnung ist, haben nicht alle einen therapeutischen Nutzen. Auch herkömmliche Joghurts haben, bei regelmäßigem Verzehr, einen positiven Einfluss auf die Darmbesiedlung. Ist durch die Einnahme eines Antibiotikums oder durch einen Infekt die Darmbesiedlung im Ungleichgewicht, können herkömmliche und probiotische Joghurts einen Beitrag zum optimalen Bakterienwachstum leisten.

Medikamente

Bei Verstopfung (Obstipation) sind Quell- und Balaststoffe die Mittel der Wahl. Es stehen zwei Gruppen zur Verfügung: Faserstoffe und Gelbildner. Zu den Faserstoffen zählen beispielsweise Leinsamen und Weizenkleie. Gelbildner sind Pektine, hierzu gehört der sogenennte Plantago ovato (Flohsamenschalen), das wegen seiner weniger blähenden Wirkung meist bevorzugt wird. Ballaststoffe beschleunigen die Darmpassage des Nahrungsbreis durch den Darm. Aufgrund der schnelleren Fortbewegung wird dem Nahrungsbrei weniger Wasser entzogen und der Stuhl wird nicht so hart. Quellstoffe binden Wasser und kehren somit die Aufgabe des Dickdarms um, indem sie das Wasser im Nahrungsbrei halten und somit verhindern, dass der Stuhl zu stark eindickt. Bei Annahme von Ballast- und Quellstoffen muss ausreichend Wasser getrunken werden. Zeigen Ballast- und Quellstoffe allein nicht die gewünschte Wirkung können zusätzlich osmotisch wirksame Abführmittel eingesetzt werden. Auch eine Trinkkur auf Basis von sulfathaltigem Heilwasser kann das Problem einer Verstopfung lösen.

Es gibt zwei Mittel gegen Durchfall: Quellmittel und Antidiarrhoika. Quellmittel setzen sich aus natürlichen und synthetischen Stoffen zusammen. Zu den natürlichen Quellmitteln zählen Plantago ovato (Flohsamenschalen) und Karayagummi; zu den synthetischen Fasern gehören Palycarbophil oder Methylzellulose. Beide Gruppen von medikamentösen Quellstoffen binden das Wasser im Nahrungsbrei des Darms und festigen den Stuhl. Antidiarrhoika verlangsamen die Darmbewegung und der Nahrungsbrei hält sich dadurch für einen längeren Zeitraum im Darm auf. Verwerbare Nährstoffe können besser aus dem Dünndarm aufgenommen werden und im Dickdarm mehr Wasser entzogen werden. Der Durchfall verschwindet. Der Wirkstoff Loperamit ist das meist eingesetzte Antidiarrhoikum. Es handelt sich um ein Opioid, der sich an Opioid-Rezeptoren im Darm bindet und dadurch die Darmbewegung verlangsamt.

Kommt es im Verdauungstrakt zur üermäßigen Ansammlung von Gasen, helfen am besten entschäumende Präparate. Die sogenannten oberflächenaktiven Sutbstanzen sind Dimethylpolysiloxan, Dimeticon und Simeticon. Diese Stoffe lösen die Gasbläschen im Darm auf, indem sie die schützende und umhüllende Schleimschicht zerstören. Die Bläschen zerfallen und das Gas entwickelt und die Blähungen reduzieren sich. Die Nebenwirkungen dieser Stoffe sind sehr gering.

Medikamente wie Anticholinergika mit dem Wirkstoff Mebeverin und Muskelrelaxanzien mit dem Wirkstoff Butylscopolamin können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.

Heiltees

Viele ganz natürliche Heilpflanzen wirken verdauungsfördernd und krampflösend auf den Magen-Darm-Trakt.

Heiltees bei Blähungen und Krämpfen: Anis, Fenchel, Kümmel, Pfefferminze

Heiltees bei Durchfall: Brombeere, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Odermennig

Ernährung

Siehe hierzu unter "Ernährung - Colon irritabile/Reizdarmsyndrom"

MItbehandlung der psychischen Ursachen

  • Stressmanagement
  • progressive Muskelentspannung
  • autogenes Training
  • Yoga
  • Psychotherapie

Sportliche Betätigung

Bewegung ist wichtig für den Menschen. Durch den Bewegungsmangel wird der Darm träge und faul. Gerade beim Reizdarmtyp "Obstipation" kann durch Sport die Beweglichkeit des Darmes wieder in Gang gebracht werden. Denn Bewegung führt zu einer besseren Durchblutung des Magen-Darm-Traktes und wirkt entspannend und entkrampend.

Sogar die diesbezüglich eher konservativere Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGE) empfiehlt mittlerweile tägliche sportliche Betätigung von 30 bis 60 Minuten. Sportliche Betätigung kann als persönlicher Stimmungsregulator arbeiten, denn nach einer sportlichen Leistung fühlt man sich wohler und harmonischer. Eine wesentliche Rolle spielen dabee die sogenannten Glückshorme (Endorphine), die bei körperlicher Aktivität ausgeschüttet werden. Durch regelmäßigen Sport steigert sich die Befindlichkeit kontinuierlich und langfristig.

Literatur: 16 

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