Primel
Becher-Primel, Primula obconica; Fam.: Primulaceae
Vorkommen
Die Primel ist eine der wichtigsten Zierpfanzen. Durch intensive Zucht und Kultivierung hat sich aus der unscheinbaren kleinen Primel die heute bekannte großblumige und in vielen Farben intensiv leuchtende Topfpflanze entwickelt. Insektenbestäubt. Blütezeit Mai bis Juli.
Verbreitete wildlebende Arten:
Wiesenschlüsselblume (Primula veris), verbreitet auf Wiesen, im Gebüsch und an Waldrändern, Blütezeit Mai bis Juni
Waldschlüsselblume (Primula elatior), Blütezeit März bis Mai
Mehlschlüsselblume (Primula farinosa), verbreitet auf sumpfigen Wiesen und Flachmooren in den Alpen, Blütezeit Mai bis Juli
Typ I-Reaktion
Die Pollen können nur bei intensivem Kontakt zu den Pflanzen, bei Zimmerpflanzen und im Floristikbereich als Inhalationsallergen wirksam werden und eine Pollinosis auslösen.
Typ IV-Reaktion
Primin, ein Kontaktallergen mit einer der stärksten Sensibilisierungspotenzen überhaupt, kann in zahlreichen Primelarten nachgewiesen werden. Es gehört zur Gruppe der pflanzlichen Chinone. Von Bedeutung ist Primin jedoch als primärer Sensibilisator nur in der Becherprimel, da seine Konzentration hier im Gegensatz zu anderen Arten wesentlich höher liegt. Die Becherprimel gilt bei den Floristen und Gärtner als Allergie-induzierende Pflanze, die zu meiden ist. Der Umgang gestaltet sich vorsichtig, eine berufsbedingte Sensibilisierung tritt daher selten auf. Das Hauptkontingent der Fälle stellen daher Hausfrauen und Blumenliebhaber, denen die Gefahr der Primelallergie unbekannt ist.
Primin befindet sich in gelöster Form in den feinen Härchen auf der Unterseite der Blätter und an den Stengeln, auch ist den Blüten ist es nachweisbar. Bei leichtester Berührung brechen die Härchen auf, geben ihren Inhalt frei und erlauben dem Primin das Eindringen in die Haut. Beim Entfernen welk gewordener Blätter und Stengel besteht ein erhöhtes Sensibilisierungsrisiko, da das Primin durch den Austrocknungs- und Welkvorgang auf der Oberfläche der Blätter gelangt und sich dort anreichert. Häufig treten daher durch Primin hervorgerufene Ekzeme an den Händen und im Gesicht auf (aufwirbelnder Staub von vertrockneten Primelhärchen).
Priminallergien sind jedoch in den letzten Jahren seltener geworden, da es gelungen ist, priminarme Varietäten zu züchten.
Epikutantestung
Mit Primin (Block Hermal Kosmetik/Haushalt, Pflanzen), Testkonzentration 0.01 % in Vaseline (stark hautreizend über 0,1 %)
Literatur: 3, 6, 20
Connolly et al: Primula obconica - is contact allergy on the decline. Contact Dermatitis 51, 167-171 (2004)