Pollen
Inhalative Typ I-Soforttypallergene
Vorkommen
In ganz Europa sind Graspollen sehr verbreitet, gefolgt von Urticaceae-Pollen. In Mitteleuropa stammen schätzungsweise 50 % aller atmosphärischer Pollen von diesen zwei Familien.
In Nordeuropa sind erster Linie Pollen von Vertretern der Betulaceae (Birke, Erle, Hasel) für das Auftreten der Pollinose verantwortlich, während in den Mittelmeerregionen Parietaria- und Oliven-(Olea-)Pollen viele Pollinosisfälle hervorrufen.
Die das männliche Erbgut höherer Pflanzen tragenden Pollen werden hauptsächlich durch Luftbewegung oder durch Insekten (z.B. Bienen) auf die (weibliche) Narbe der Blüten übertragen. Typische Windblüher sind Gräser, also auch Getreide und viele Frühblüher wie Haselnuss oder Birke, aber auch Kompositen wie Ambrosia oder Artemisia. Die Pollen derartiger Pflanzen sind durch diesen Verbreitungsweg die weitaus häufigste Ursache einer Pollenallergie. Dagegen sind die durch Insekten (Bienen) bestäubten Pflanzen die Honiglieferanten, so dass deren Pollen in den Honig gelangen können. Zu erwähnen sind hier beispielshaft Rosaceen (Obstbäume), Cruciferen (Raps) oder Ericaceen (Heidekraut).
Allergologische Relevanz
Um bei auf Pollen-sensibilisierten Menschen inhalativ Heuschnupfen hervorzurufen, genügen im Mittel rund 50 Pollenkörner/Kubikmeter Luft, bei hochgradig Sensibilisierten sogar weniger.
Pollen können nach oraler Einnahme zu einem gewissen Teil persorbiert und dann in den Körperflüssigkeiten (Blut, Urin) nachgewiesen werden. So können z.B. im Honig enthaltene Pollen, die dort in sehr hoher Anzahl vorkommen (z.B. in einem Kaffeelöffel Honig bis zu 75.000 Ahornpollen) unter gewissen Umständen allergische Reaktionen (vor allem gastrointestinale Symptome), aber auch eine Anaphylaxie auslösen.
Ein Hautkontakt mit Pollen, die zu einer inhalativen Allergie führen, kann sich klinisch bei Patienten mit einer atopischen Dermatitis auch in einer Aufflammreaktion an der Haut zeigen, die bei vielen Patienten während der Pollenflugzeit auftritt. Diese Reaktion wird als Pollinosisäquivalent beschrieben.
Literatur: 3, 367, 368