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p-Phenylendiamin (PPD) 

Typ IV-Kontaktallergen 

PPD zählt im weitesten Sinne zur Gruppe der Farbstoffe (siehe dort). Es ist der klassische Vertreter der sogenannten Parastoffe. 

Vorkommen 

  • in Haarfärbemitteln 
  • Ausgangs- und Zwischenprodukt bei der Herstellung von Farbstoffen, z.B. für Leder, Pelze, Textilien (Strümpfe), Schuhe, Schuhputzmittel, Lacke, Kosmetika, Gummi, bestimmte Kunststoffe 
  • in photographischen Entwicklern 
  • in bestimmten Fotokopiersystemen 
  • in Sonnenschutzpräparaten, Lithographien, Druckfarben, Druckerschwärze, Augenbrauenfarben, Tinte, Kontrastmitteln, technischen Ölen, Kugelschreibern, Gummi von Melkmaschinen, Stoßstangen, Griffen von Fahrrädern, Motorrädern, Kinderwagen, Autoreifen, Gummibooten 

Betroffen sein können: Friseure, Friseusen, Laboranten, Fotografen, Löter, Textilarbeiter, Druckereiarbeiter, Chemiearbeiter, Pelzfärber, Masseure, Arbeiter in der Gummi-, Leder-, Textilverarbeitung, Schuhwaren, Papier-, Kunststoff- und Zellstoff-Industrie. 

Allergologische Relevanz 

PPD steht in den Hitlisten aller Länder unter den ersten 10 Noxen aus Umwelt und Beruf. Die Prozentangaben für die Häufigkeit variieren von 1,5 bis mehr als 10 %. Bei Friseuren wird eine Sensibilisierungsrate von 40-50 % beobachtet. 

Kreuz-/Gruppenallergien sind mit allen Stoffen möglich, die ebenfalls eine Aminogruppe in para-Stellung aufweisen, d.h. sog. Parastoffe, z.B. mit p-Toluylendiamin, p-Aminobenzoesäure und deren Ester (z.B. Benzocain, Procain), p-Hydroxybenzoesäure und deren Ester, p-Aminophenol (Farbstoff und Entwickler), p-Aminodiphenylamin, Diaminodiphenylmethan (Gummi- und Kunststoffhilfsmittel), p- Aminosalicylsäure (Arzneimittel), 2,4-Diaminoanisol (Haarfarbe, Antikorrosionsmittel für Stahl), p-Aminoazobenzol. Kreuzreaktionen mit Azofarbstoffen sind dabei besonders häufig (50-80 %). 

PPD ist in Deutschland seit Jahrzehnten als Haarfärbemittel nicht mehr zugelassen. Dennoch gelangt es mit importierten Haarfärbepräparaten in den Handel, da die EG-Vorschriften bis zu 3 % in den Farben zulassen. Obwohl PPD durch Oxidation (z.B. mit Peroxiden) zu Farbstoffen umgesetzt wird, die in der Regel nicht mehr sensibilisierend wirken, laufen nicht alle Oxidationsprozesse vollständig ab, so dass noch geringe Mengen über Jahre aus dem Fertigprodukt abgegeben werden und dadurch sensibilisierend wirken können. 

Zur Auslösung einer Kontaktallergie durch  p-Phenylendiamin in Henna-Tatoos siehe unter “Henna”. 

Epikutantestung 

Block DKG + Hermal Standard; Testkonzentration (freie Base): 1 % in Vaseline 

Literatur: 4, 6, 354 

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