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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Papain

(17.5.2015)

Papain 

Typ I-Soforttypallergen, (potenzielles) Typ IV-Kontaktallergen

Vorkommen und Beschreibung

Papain wird als Fleischweichmacher, zur Klärung von Bier, in der pharmazeutischen Industrie, als Koagulationsmittel für natürlichen Kautschuk und in der Kosmetikindustrie eingesetzt. 

Verwendung als kosmetischer Inhaltstoff

Papain (INCI). Funktion: antistatisch, haarkonditionierend, hautpflegend

Allergologie (Relevanz)

Das Allergen Papain, eine Protease, besitzt dagegen eine starke allergene Potenz. Insbesondere bei beruflichem Umgang wird das Auftreten von respiratorischen Symptomen beobachtet (siehe hierzu auch unter ”Proteasen”).

Allergische Reaktionen auf Papain, ein proteolytisches Enzym aus dem Milchsaft der Papayapflanze sind bekannt. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle erfolgt die Sensibilisierung auf inhalativem Weg bei beruflich exponierten Personen. Diese Patienten leiden an einer arbeitsplatzabhängigen Rhinokonjunktivitis und/oder Asthma bronchiale. Auch Kontakteraktionen wurden beschrieben, einerseits als aerogene Kontakturtikaria, andererseits als Konjunktivitis und periokuläres Ödem bei direktem Kontakt mit Papain in einer Kontaktlinsen-Reinigungsflüssigkeit. Auch einzelne Fälle von systemischen Reaktionen (Urtikaria, Angioödeme, Abdominalkrämpfe, Diarrhö) nach Genuss von papainhaltigem Fleisch (Weichmacher) oder nach Biergenuss (Bierklärer) wurden beobachtet. 

Kürzlich wurde zudem eine allergische Reaktion mit Urtikaria und Dyspnoe auf ein Papain-haltiges Medikament beschrieben. 

Eine Papain-Allergie fand sich zudem bei einer Kosmetikerin, bei der sich ein Jahr nach Eröffnung ihres Kosmetiksalons eine Rhinokonjunktivitis im Zusammenhang mit der Arbeit entwickelte. Im Pricktest mit 0,01 mg Papain fand sich eine positive Reaktion. Die Diagnose wurde durch nasale Provokation gesichert. Als Ursache ergab sich das in Hautreinigungscremes vorkommende proteolytische Enzym Papain aus Carica papaya. 

Antigengemeinschaften bestehen zwischen Papain und Chymopapain, Bromelain (Ananas) und Actinidin (Kiwi). Kreuzreaktionen können im Rahmen eins Ficus-benjamina-Frucht-Syndroms und des Latex-Frucht-Syndroms beobachtet werden.

Literatur: 3, 483

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

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