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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Honigmelone

(4.5.2015)

Melone 

Typ I-Nahrungsmittelallergene, (potenzielles) Typ IV-Kontaktallergen

Vorkommen und Beschreibung

Als Melone bezeichnet man vor allem in subtropischen Gebieten kultivierte Gewächse mit großen Beeren-Früchten, die als Obst genutzt werden. Sie gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Es wird hauptsächlich zwischen Zucker- oder Honigmelonen (Cucumis melo) und Wassermelonen (Citrullus lanatus) unterschieden.

Die Zuckermelone wird heute weltweit in den Tropen und Subtropen angebaut, wo es regional eine Vielzahl an Varietäten und Sorten gibt.  Die Früchte werden aufgrund ihres hohen Wassergehalts von rund 94 Prozent in heißen Ländern vorwiegend zum Durststillen verwendet. Der Anstieg des Zuckergehalts im Verlauf der Reifung der Frucht ist allein auf den Anstieg im Saccharose-Gehalt zurückzuführen, der in reifen Früchten den Großteil der Kohlenhydrate ausmacht. Die Gehalte an Glucose und Fructose bleiben im Wesentlichen konstant. Die Gelbe Honigmelone, auch als Honigmelone bekannt, ist eine Handelstype der Zuckermelone und durch ihre gelbe Frucht gekennzeichnet. 

Die Wassermelone ist eine aus Afrika stammende Nutzpflanze, die heute weltweit in warmen Regionen angebaut wird. Die Früchte werden als erfrischendes und durstlöschendes Obst gegessen (Wassergehalt 95,8 %). Aus den Samen kann zudem das hauptsächlich als Kosmetikzusatz Wassermelonenkernöl gewonnen werden.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Citrullus vulgaris extract (INCI). Extrakt aus der Frucht der Wassermelone. Funktion: hautpflegend

Citrullus vulgaris seed extract (INCI). Extrakt aus den Samen der Wassermelone. Funktion: hautpflegend

Cucumis melo extract (INCI). Extrakt aus der Melonenfrucht. Funktion: lindernd

Cucumis melo juice (INCI). Aus frischem Fruchtfleisch der Melonenfrucht gepresster Saft. Funktion: lindernd

Allergologische Relevanz 

Durch Melonen können ein orales Allergiesyndrom sowie auch systemische Reaktionen ausgelöst werden (2,9 % bei 11). Primäre Melonenallergien sind jedoch sehr selten. Weitaus größerer Bedeutung ergibt sich durch die nachgewiesene Kreuzreaktivitäten zu Gräser- und Traubenkrautpollen, Banane, Gurke, Karotte, Sellerie und Latex. In der Literatur wurde hierfür der Name Ragweed (= Traubenkraut)- Bananen-Melonen Syndrom geprägt. Ebenfalls ist eine Kreuzreaktivität im Rahmen des Latex-Obst-Syndroms möglich. 

In seltenen Fällen sind allergische Soforttypreaktionen auf Honigmelone publiziert. Berichtet wird z.B. über einen Patienten, bei dem ca. 2 Minuten nach Genuss eines Stücks Honigmelone die Anschwellung der Wangen und Lippen, leichte Schluckbeschwerden und eine generalisierte Urtikaria auftraten; im Pricktest und RAST zeigte sich eine deutliche Reaktion auf Honigmelone. Beschrieben ist auch eine Patientin mit Lippenschwellung und generalisierter Urtikaria bei wiederholtem Genuss von Wassermelonen. Hauttestungen mit dem Fleisch frischer Wassermelonen ergaben eine ausgeprägte urtikarielle Reaktion. Ebenfalls eine Proteinkontaktdermatitis nach Melonenkontakt beschrieben.  

Allergologische Diagnostik 

Prick/Scratch mit Nativmaterial, RAST (Ph.) 

Literatur: 295

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

Garcia et al: Occupational protein contact dermatitis due to melon. Allergy 59, 559-559 (2004) 

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