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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Griseofulvin

Lupus erythematodes 

Zur Diagnose eines medikamentös induzierten SLE-artigen Syndroms gehören folgende 5 Voraussetzungen (ansonsten wäre es eine medikamentöse Exazerbation eines vorbestehenden Lupus erythematodes): 

  • keine Symptome eines idiopathischen SLE vor dem Beginn der Zufuhr des Medikaments 
  • Beginn der klinischen Symptomatik nach Exposition mit dem Medikament 
  • regelmäßige Zufuhr des Medikaments über einen längeren Zeitraum (mindestens 3 Wochen) 
  • Nachweis von antinukleären Antikörpern und mindestens ein klinisches Symptom eines SLE 
  • rasche Besserung der klinischen Symptomatik und zeitlich verzögerte, langsame Abnahme der antinukleären Antikörper und anderer serologischer Veränderungen nach Absetzen des verantwortlichen Medikaments 

Zahlreiche Medikamente sind in der Lage ein SLE-artiges Syndrom auszulösen.  

Drei Gruppen können dabei unterschieden werden: 

1. In der ersten Gruppe sind diejenigen Medikamente enthalten, von denen eindeutig bewiesen ist, dass sie eine solche Symptomatik auslösen können. Hierzu gehören: 

  • Hydralazin 
  • Procainamid 
  • Isoniazid 
  • Methyldopa 
  • Minocyclin 
  • Practolol 
  • Acebutolol 
  • Penicillamin 
  • Chlorpromazin 
  • Chinidin 

2. In die zweite Gruppe gehören diejenigen Medikamente, die wahrscheinlich mit dem Syndrom assoziiert sind. Diese umfassen: 

  • zahlreiche Antikonvulsiva (Phenytoin, Trimethadion, Ethosuximid) 
  • antithyreoidale Medikamente wie Propylthiouracil 
  • Sulfasalazin 
  • beta-Rezeptorenblocker 
  • Lithium 

3. In der dritten Gruppe befinden sich diejenigen Medikamente, auf die in Einzelbeobachtungen ein SLE-artiges Syndrom zurückgeführt wurde. Unter vielen anderen sind hier zu nennen: 

  • Goldverbindungen 
  • Östrogene 
  • Penicillin 
  • Griseofulvin 
  • Reserpin 
  • Tetracyclin 

Ein Teil der Medikamente enthält Hydrazin- oder Aminogruppen, wie beispielsweise das Hydralazin, Procainamid und Niazid. Andere Medikamente enthalten Sulfhydrylgruppen wie D-Penicillamin, Captopril und Thyreostatika wie Propylthiouracil. Auffällig ist, dass viele Medikamente auch Auslöser von photosensitiven Reaktionen sind. Oft ist auch die verstärkte Lichtempfindlichkeit einziges klinisches Symptom eines medikamentenbedingten Lupus erythematodes. 

Neben solch einem medikamentös induzierten Lupus erythematodes-artigen Syndroms ist auch eine medikamentös bedingte Exazerbation eines bereits bestehenden SLE möglich, insbesondere durch Griseofulvin, beta-Rezeptorenblocker, Sulfonamide, Testosteron und Östrogene. 

Ein subakut-kutaner Lupus erythematodes wird nur selten durch Medikamente induziert. Beschrieben wurde die Auslösung durch Hydrochlorothiazid, Nepresol und Griseofulvin. Der chronisch-diskoide LE wird nicht durch Medikamente induziert. 

Literatur: 18 

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