Lavendel
Pflanzliches Typ IV-Kontaktallergen
Lavendula angustifolia, Fam.: Lamiaceae/Labiatae
Vorkommen/Beschreibung
Der Echte Lavendel ist ein graufilzig behaarter, aromatischer Strauch, der Wuchshöhen von 1 (bis 2) Meter erreicht. Die Blütezeit ist Juni bis August.
Die Heimat des Lavendel ist ursprünglich das westliche Mittelmeergebiet, wo er an trockenen, warmen Hängen bis Dalmatien und Griechenland weit verbreitet ist und vereinzelt bis zur Waldgrenze vorkommt. Obwohl Lavendel in weiten Teilen Europas eine beliebte Zierpflanze ist, ist Frankreich das einzige Mittelmeerland, in dem er in größerem Umfang zur Gewinnung von Lavendelöl (einem Rohstoff für die Parfumindustrie) angebaut wird. Daneben gibt es auch in Ungarn und Südosteuropa (Bulgarien) kommerziellen Lavendelanbau.
Lavendelöl wird hauptsächlich als Parfümkomponente (Hauptduftgeber in Kölnisch Wasser), in Seifen, Rasierwasser, Cremes, Lotionen und vielen anderen Kosmetika und Toilettenartikeln (z.B. Badezusatz, Shampoo) sowie als Geruchs- und Geschmackskorrigens. Daneben Einsatz in Rheumasalben, Hustenmitteln, Wund- und Heilsalben, Gurgellösungen und Schlafmitteln in zahlreichen Fertigpräparaten. Häufig wird Lavendel auch als Zierpflanze in Gärten angepflanzt.
Die Lavendelölherstellung erfolgt durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Stengeln und Blüten. Es setzt sich zusammen aus Linalylacetet, Linalool, Campher und Cineol. Seine Inhaltsstoffe sind 40 - 50 % Ester, 25 - 35 % Monoterpenole, Monoterpene, Sesquiterpene, Ketone und Oxide.
Allergologische Relevanz
Trotz der Tatsache, dass Lavendelöl das in der Parfümerie am meisten eingesetzte Öl ist, sind nur sehr wenige Fälle einer Kontaktdermatitis beschrieben, als Allergene werden das Geraniol, Linalool und Linalylacetat beschuldigt.
Epikutantestung
Mit Lavendelöl 10 % in Vaseline, Geraniol (im Hermal-Duftstoffmix)
Literatur: 3, 4