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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Kontrazeptiva, orale

Kontrazeptiva, hormonale 

Medikamentenallergene 

Für die hormonale Kontrazeption stehen folgende Gruppen zur Verfügung: 

  • Kombinationspräparate (Östrogen und Gestagen) 
  • Sequenzialpräparate (Östrogen und Gestagen) 
  • Dreiphasenpräparate (Östrogen und Gestagen) 
  • Gestagenpräparate zur kontinuierlichen Applikation 
  • Depotpräparate (Gestagen) 
  • Interzeption (postkoital) (Östrogen und Gestagen) 

Siehe auch unter ”Östrogene” und ”Gestagene” 

Allergologische Relevanz 

Verglichen mit der weit verbreiteten Einnahme der Kontrazeptiva sind die Wirkungen auf die Haut selten. Sie werden mit insgesamt 5 % angegeben. Im Wesentlichen können dabei allergisch bedingte Nebenwirkungen (selten) und solche, die sich aus den hormonellen Wirkungen von Östrogenen und Gestagenen ergeben, auftreten, insbesondere wenn Letztere eine androgene Teilkomponente aufweisen. 

Diejenige Nebenwirkung, die mehr der Östrogenkomponente zugeordnet wird, ist eine chloasmaartige Pigmentierung; sie schwankt im Gesichtsbereich zwischen 1 und 37 %. Östrogene hemmen die Talgproduktion und verlangsamen im Haarzyklus den Übergang in die Telogenphase. Die Folge ist eine prozentuale Verringerung der Telogenhaare und damit eine geringere tägliche Haarausfallsrate. Nach Absetzen des Kontrazeptivums, nach 1-2 Monaten, äußert sich dies jedoch in einem vermehrten Haarausfall. 

Die Gestagenkomponenten der Kontrazeptiva fördern die Talgproduktion und das Wachstum der Körperhaare. Die klinischen Folgen dieser Androgenwirkung sind Virilisierungserscheinungen bei der Frau mit Hirsutismus und androgenetische Alopezie sowie das Auftreten oder die Verschlimmerung einer bestehenden Seborrhoe, Akne sowie Hyperpigmentierungen. 

Während der ersten Einnahmezyklen können Gestagen-haltige Kontrazeptiva durch Verschiebung des Haarzyklus jedoch auch zu einer meist geringgradigen diffusen Alopezie führen. Trotz Fortsetzung der Behandlung kommt der so entstandene Haarausfall etwa bis zum 6. Einnahmezyklus von sich aus zum Stillstand. 

Nach oralen Kontrazeptiva wurden neben Urtikaria (allergisch verursacht) auch Ekzeme, Herpes gestationis, Photosensibilisierung und Teleangiektasien beobachtet. Selten wurden lichenoide, ekzematöse und fixe Arzneimittelexantheme, eine lymphozytäre kutane Vaskulitis und eine dem Sweet-Syndrom gleichende Reaktion beobachtet. Orale Kontrazeptiva wurden sowohl mit einer Provokation als auch mit der Induktion einer Remission einer Pityriasis lichenoides in Zusammenhang gebracht. Möglicherweise besteht in seltenen Fällen auch ein Beziehung zum Erythema nodosum und Lupus erythematodes. Beobachtet wurden auch Porphyria cutanea tarda und Purpura. Eine Onycholysis kann ebenfalls auftreten. 

Literatur: 7, 9, 15 

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