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Knoblauch
Allium sativum L., Fam.: Alliaceae
Vorkommen
Der Knoblauch stammt ursprünglich aus Mittelasien, heute wird er weltweit angebaut und kultiviert. Er ist eine der ältesten Heil- und Gewürzpflanzen.
Typ IV-Reaktion
Seit der Erstbeschreibung einer Kontaktallergie durch Knoblauch 1950, sind mehrere Fälle einer irritativen oder allergischen Reaktion beschrieben. Risikogruppen zur Ausbildung eines Kontaktekzems (berufsbedingt) sind Köche, Hausfrauen, Küchenpersonal. Das Sensibilisierungspotential wird als mittel- bis hochgradig eingeschätzt. Hauptallergene sind Diallyldisulfid und Allicin, die nicht wasserlöslich und nicht hitzestabil sind und beim Kochen zerstört werden. Nicht selten sind Kreuzreaktionen mit Küchenzwiebeln. Knoblauch wirkt jedoch auch irritativ. Typisch ist bei beruflich exponierten Personen, wie bei Köchen und Hausfrauen, die Lokalisation der allergischen Kontaktdermatitis an den Fingerspitzen D1 bis D3 links, bedingt durch den Verarbeitungsmodus. Auch die Auslösung einer aerogenen Kontaktdermatitis durch Knoblauchpulver ist möglich. Zudem sind einige Fälle einer Kontaktsensibilisierung auf Knoblauch, die nach topischer Applikation auf Hautwunden zur Desinfektion auftraten, beschrieben.
Diagnostik
Prick zu Prick/Scratch mit nativem Knoblauch, Ablesung nach 24, 48 und 72 h, epikutan mit Ethanolextrakt 1 % oder wässrigem Extrakt 10 %.
Typ I-Reaktion
Einzelfälle der Auslösung von allergischer Rhinitis oder Asthma bronchiale durch Knoblauch und Knoblauchpulver sind in der Literatur beschreiben. Voraussetzung für das Entstehen einer allergischen Rhinitis oder eines Asthma bronchiale scheint das Vorliegen von lungengängigen Staubpartikeln zu sein. Eine derartige Exposition ist z.B. beim Trocknen der Zehen im Rahmen des gewerblichen Knoblauchanbaus gegeben. Grundsätzlich ist auch eine Sensibilisierung durch Knoblauchpulver in der fleischverarbeitenden Industrie denkbar. Bei allergischer Reaktionsbereitschaft können auch kleine Mengen Knoblauchpulver bei Hausfrauen Beschwerden auslösen.
Auch eine systemische Nahrungsmittelallergie kann in sehr seltenen Fällen nach dem Genuss von Knoblauch mit anaphylaktischer Reaktion in Form von Urtikaria, Kreislaufsymptomen, gastrointestinalen Symptomen und Quincke-Ödem auftreten (2 Fälle bei 10). Etwas häufiger ist wohl eine Symptomatik in Form eines oralen Allergiesyndroms (insgesamt 10 Fälle bei 11). Auch eine Kontakturtikaria kann auftreten. Zumeist wird dabei gekochter Knobauch vertragen, jedoch kann in Einzelfällen auch roher Knoblauch systemische Reaktionen auslösen, so dass der Knoblauch sicherlich auch hitzeresistente Allerge besitzt.
Diagnostik
Prick/Scratch mit Nativmaterial, RAST (Ph.)
Literatur: 1, 2, 3, 227, 228, 229
Pires et al: Allergy to garlic. Allergy 57, 957-958 (2002)
Bassioukas et al: Occupational airborne allergic contact dermatitis from garlic with concurrent Type I allergy. Contact Dermatitis 50, 39-50 (2004)