Kiwi
Actinidia chinensis, Fam.: Actinidiaceae
Vorkommen
Das Ursprungsland der Kiwi ist China. Anfang des 19. Jhdt. wurde die Pflanze nach Neuseeland exportiert. Dort bekam die Frucht zunächst den Namen Chinese gooseberry, wegen der gewissen Ähnlichkeit mit der Stachelbeere, eine biologische Verwandtschaft besteht jedoch nicht. Auch sonst wurden keine allergologisch relevanten botanischen Verwandten der Kiwi gefunden. Der Export der Kiwi von Neuseeland nach Amerika und Europa erfolgte erst sehr viel später. Man nutzt die bei 0°C bis zu 6 Monaten lagerfähigen Früchte roh, als Salat oder verarbeitet sie zu Marmelade/Konserven. Mit 250-380 mg Vitamin C je 100 g Frischgewicht gehört die Kiwi zu den Vitamin-C reichsten Früchten. Die Frucht enthält das proteolytische Enzym Actinidin, das in der Nahrungsmittelindustrie als Fleischweichmacher verwendet wird.
Typ I-Reaktion
Seit der Erstbeschreibung einer Kiwi-Allergie 1981 findet diese in der Literatur zunehmend Beachtung, vermutlich aufgrund der immer größeren Verbreitung dieser Frucht. So finden sich zahlreiche Fallbeschreibungen zur Kiwiallergie. Klinische Symptome nach Kiwiverzehr finden sich bei 1,7 bis 5,5 % der Nahrungsmittelallergiker (10, 11). Die Symptomatik wird vom oralen Allergiesyndrom dominiert, aber auch Urtikaria, Quincke-Ödem, asthmatischer und gastrointestinaler Symptomatik bis zum anaphylaktischen Schock (in etwa 10 % der Fälle) können auftreten. Da allergische Reaktionen auf Kiwi häufig eine hohen Schweregrad aufweisen, wird auf eine starke Allergenpotenz dieser Frucht geschlossen.
Exakte Allergenanalysen liegen bisher nicht vor. Offensichtlich dominieren instabile Allergene. Als mögliches Allergen wird die Protease Actinidin vermutet.
Kreuzallergien bestehen zwischen Actinidin, Bromelain (in Ananas) und Papain (Papaya). Daneben besteht eine Kreuzallergie zwischen Kiwi und Pollen (insbesondere Birken, etwas seltener Gräser- und Beifußpollen) sowie Nahrungsmitteln (insbesondere Apfel und Haselnuss, auch Pfirsich, Karotte, Kirsche u.a.).
Diagnostik
Reibetest, Prick/Scratch mit Nativmaterial (frischer Saft, Frucht) zuverlässiger als Prick und i.c. mit kommerziellen Extrakten, RAST (Ph.), ggf. orale Provokation
Typ IV-Reaktion
In seltenen Fällen kann auch ein Kontaktekzem durch Kiwi ausgelöst werden. Bei einer Konditorin hatte sich bei der Verarbeitung von Kiwis ein Handekzem entwickelt. Der Epikutantest war eindeutig positiv
Literatur: 1, 2, 3, 220, 221, 222, 223