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Katze 

Inhalatives Typ I-Soforttypallergen 

Hauskatze, Felis domesticus, Fam.: Felidae 

Vorkommen 

Katzen stellen im häuslichen Umfeld quantitativ relevante Allergen dar. Es handelt sich nach den Milbenallergenen um die bedeutendsten Allergene des häuslichen Bereichs. Eine Kreuzallergenität zum Hund ist nachgewiesen. Es gibt auch rassenspezifische Sensibilisierungen, z.B. nur gegen Angorakatzen. 

Allergologische Relevanz 

Zahlreiche Arbeiten belegen die Bedeutung der Katzenallergene bei der Auslösung allergischerAtemwegserkrankungen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass nur etwa die Hälfte der Katzenallergiker aktuelle oder ehemalige Katzenbesitzer sind. Ca. 50 % hielten jedoch nie eine eigene Katze. Sensibilisierungen gegen Katzenallergene sind häufig: ca. 10-15 % der Patienten mit Asthma und/oder Rhinitis sind betroffen. Auch nach Abschaffung der Katze sinkt die Allergenkonzentration erst nach Monaten bis Jahren ab. Katzenallergene finden sich auch an Orten, wo niemals Katzen gehalten wurden wie in Kindergärten, Schulen oder öffentlichen Gebäuden, selbst in der Antarktis.  Zumindest dort, wo sich auch Menschen aufhalten, findet sich Katzenallergene. Gute Schwebeeigenschaften der Allergene scheinen eine Einschleppung aus Bereichen der Katzenhaltung in primär unbelastete Räume zu erleichtern. Zudem werden die Katzenallergene über die Kleidung nach Katzenkontakt weitergetragen. Untersuchungen belegten die weite passive Verbreitung von Katzenallergen durch den Menschen. Dabei bleibt vor allem das Allergen über weite Strecken in hoher Konzentration intakt erhalten und scheint keinem natürlichen Abbau unterworfen zu sein. 

Die Bedeutung von Katzenallergenen im Hausstaub als möglicher Auslöser allergischer Erkrankungen ist mehrfach beschrieben. Wegen der guten Schwebeeigenschaften und der geringen Größe der Größe (die Katzenallergene sind im Wohnungsstaub an kleinste Partikel (< 5 Mikrometer) gebunden) lassen sich die Allergene durch Hausputz und Staubsaugen kaum eliminieren. 

Die wesentliche Allergenquelle des Majorallergens der Katze, Fel d1, stellt der Speichel dar; durch Lecken verteilen die Katzen die Allergene über das Fell. Der Nachweis von Fel d1 gelang auch in Talgdrüsen, Hautepithelzellen und im Katzenserum. Neben dem Majorallergen sind bis zu 18 weitere Minor- oder Intermediärallergene bekannt, u.a. das Katzenalbumin. 

Selbst kleinste Allergenmengen von Fel D1 (< 500 nm/m3) reichen aus, um eine Sensibilisierung oder klinische Symptomatik zu verursachen. 

Diagnostik 

Prick, i.c. (Al.: Katzenepithelien), RAST (Ph., Katzenschuppen, Katzenserumalbumin), ggf. nasale Provokation (Al.) 

Therapie 

Eine Spezifische Immuntherapie wird in den Empfehlungen aller Fachgremien sehr zurückhaltend beurteilt. Damit wird aber möglicherweise auf eine wichtige Therapieoption verzichtet, die als einzige zu einer Verminderung der Reaktionsbereitschaft von Katzenallergikern bei Katzenkontakt führen könnte. Die Wirksamkeit der Spezifischen Immuntherapie wurde in mehreren Studien belegt. Die WHO empfiehlt primär eine Katzenkarenz und eine Immuntherapie nur dann, wenn die Karenz nicht ausreichend wirksam ist bzw. der Katzenkontakt Zuhause oder am Arbeitsplatz weiterbesteht. 

Empfehlungen zur Katzenallergie

Primärprävention
  • Aufwachsen in der Landwirtschaft?
  • protektiver Effekt von Tierhaltung im Kindesalter?
  • Reduktion von Katzenkontakt bei Hochrisikokindern
Sekundärprävention
Diagnose frühzeitig sichern!
  • Katzenallergen sollte routinemäßig auch bei fehlenden Angaben zu Katzenkontakt in der allergologischen Diagnostik berücksichtigt werden
  • Bei glaubhaften anamnestischen Angaben, aber negativer Reaktion mit einem kommerziellen Test, sollte eine Testung mit eigenen Katzenallergenen erfolgen
Reinigungs- und Karenzmaßnahmen im häuslichen Bereich
  • Katze außerhalb der Wohnung halten, besser abschaffen!
  • Reinigung der Futter- und Ruheplätze der Katze durch ein nicht allergischen Familienmitglied
  • mindestens einmal wöchentliches Baden der Katze
  • Reduktion von textilen Materialien im Wohnbereich
  • allergendichte Matratzenbezüge oder möglicherweise Wasserbetten
  • Sitzmöbel mit allergendichten (Leder) oder waschbaren Bettbezügen
  • regelmäßige Reinigung von Bettwäsche, Bettdecken und Kissen
  • tägliches feuchtes Wischen des Fußbodens
  • adäquate Durchlüftung der Innenräume, Meiden von Feuchtigkeit
  • Staubsauger/Luftreinigung mit HEPA-Filter oder waschbarem Polyethylenfilter
Vermeidung von Allergenverschleppung aus Bereichen der Katzenhaltung in primär unbelastete Bereich
  • Häufiges Waschen und Wechseln der Kleidung von Katzenhalten
  • Vermeidung von textilem Material (Polster und Teppich) in öffentlichen Bereichen
  • keine Mitnahme von Haustieren in öffentliche Gebäude

Tertiärprävention

  • spezifischen Immuntherapie
  • Kombination von antientzündlicher Lokaltherapie und gleichzeitiger Durchführung von Sanierungsmaßnahmen am effektivsten

Literatur: 217, 218 

Ritz et al: Allergic sensitization owing to “second-hand” cat exposure in schools. Allergy 57, 357-361 (2002) 

Heutelbeck: Prävention allergischer Atemwegserkrankungen durch Katzenallergene. Allergo J 14, 190-197 (2005)

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