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Kastanie
Typ I-Soforttypallergen
Rosskastanie, Aesculus hippocatanum, Fam.: Hippocastanaceae
Vorkommen
Die Rosskastanie ist in den Balkanländern, im Kaukasus, in Kleinasien beheimatet. Sie ist heute ein weit verbreiteter Zier- und Alleebaum mit handförmig geteilten Blättern. Blütezeit: Mai. Die Verwendungsmöglichkeiten von Rinde, Blüten, Samen und Blättern waren vielseitig: die Samen z.B. dienten als Mastfutter, Stärkelieferant und zur winterlichen Wildfütterung. Kastanien wurden als Kaffeeersatz verwendet, aus Kastanienmehl stellte man Leim, Wasch- und Pflegemittel her.
Allergologische Relevanz
Inhaltsstoff in Kastanien ist das Aescin, ein Saponin, welches insbesondere bei venösen Stauungen (Krampfadern, Hämorrhoiden, Thrombophlebitis) äußerlich abgewandt wird. Berichtet wird über generalisierte Urtikaria und Dyspnoe auf 2 % Aescin in Reparil-Gel im Sinne eines Kontakturtikaria-Syndroms. Pricktests mit den Inhaltsstoffen zeigten positive Testreaktionen auf Aescin und Aescinpolysulfat
In Einzelfällen wird auch über anaphylaktische bzw. anaphylaktoide Reaktionen nach Genuss von Rosskastanien berichtet (2 Fälle bei 10, 11). So reagierte ein 34-jähriger Italiener, nachdem er eine Rosskastanie teilweise verzehrt hatte, nach wenigen Minuten mit Übelkeit, Dyspnoe, generalisiertem Erythem, Bewusstlosigkeit und Defäkation. Im Pricktest zeigten sich positive Reaktionen auf Rosskastanien-Fruchtfleisch und -schale. Aufgrund des negativen RAST-Tests wurde hier eine anaphylaktoide, nicht IgE-vermittelte Reaktion diagnostiziert.
Über Kastanienpollen als Auslöser einer Pollinosis finden sich keine Literaturhinweise.
Diagnostik
Prick/Scratch mit Nativmaterial, RAST (Ph.)
Literatur: 3, 216