Kartoffel
Typ I-Nahrungsmittelallergen
Solanum tuberosum L., Fam.: Solanaceae
Vorkommen
Die Kartoffel ist ursprünglich in Südamerika beheimatet und gelangte im 16. Jhdt. nach Europa. Seit Ende des 18. Jhdt. wird die Kartoffel in Europa kultiviert. Weltweit werden ca. 1000 Kultursorten angebaut. Sie stellt in vielen Ländereien ein bedeutendes Grundnahrungsmittel dar. Kartoffeln werden in unzähligen Variationen zubereitet und kommen in zahlreichen Fertigprodukten und als Nahrungsmittelzusatzstoff vor. Die Kartoffel besitzt neben Stärke, dem wichtigsten kalorienliefernden Inhaltsstoff, einen hohen Gehalt an Vitamin C und biologisch wertvolles, nahezu vollwertiges Eiweiß.
Allergologische Relevanz
Allergische Reaktionen auf Kartoffeln sind ausgesprochen selten, vor allem bezogen auf ihren verbreiteten Verzehr. In der Literatur sind nur wenige Fälle von allergischen Reaktionen auf gekochte Kartoffeln, die in aller Regel gut vertragen werden, beschrieben. Bei (10) findet sich bei 2,7 % der Patienten eine systemische Nahrungsmittelallergien auf Kartoffeln.
In erster Linie wird über Allergien auf rohe Kartoffeln berichtet. Im Vordergrund stehen Kontaktreaktionen der Haut und Mundschleimhaut und respiratorische Symptome (Inhalation von Kartoffelpartikeln oder Kochdampf). Auch die Verschlechterung eines vorbestehenden Ekzems ist ebenfalls dokumentiert. Der häufigste Sensibilisierungsmodus stellt das Schälen von rohen Kartoffeln dar. Für Köche, Gemüsehändler und im Haushalt tätige Personen beseht daher ein erhöhtes Risiko. Auffallend häufig sind Birkenpollen- und Haselnussallergiker sensibilisiert. Eine Kreuzreaktion kann mit Latex bestehen.
Das Hauptallergen stellt wohl ein ätherisches Öl dar, das für den spezifischen Kartoffelgeruch verantwortlich ist. Offenbar wird es durch große Hitze, wie sie beim Braten und Fritieren entsteht, zerstört, so dass dieser Dampf allergenfrei ist (im Gegensatz zum Kochdampf), während es bei 100°C noch stabil ist. Im Inneren von Pommes frites und Kartoffelpuffer kann noch genügend nur bis 100°C erhitzte Kartoffelmasse vorhanden sein; dies würde erklären, warum (hoch-)sensibilisierte Patienten diese nicht essen können.
Diagnostik
Prick, i.c. mit kommerziellen Extrakten (Al.), Scratch und Prick zu Prick mit nativem Material ist jedoch vorzuziehen. Die Diagnostik einer Kontakturtikaria sollte mittels Scratchtest erfolgen, bei ausgeprägter Sensibilisierung zunächst Durchführung eines Reibetests; RAST (Ph.)
Literatur: 1, 2, 3