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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Erbse

Hülsenfrüchte (Leguminosen

Typ I-Nahrungsmittelallergene 

Reife Samen von Pflanzen aus der Familie der Leguminosae dienen unter der Sammelbezeichnung ”Hülsenfrüchte” oder ”Leguminosen” wegen ihres Eiweiß- und Fettreichtums als wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung. Dazu zählen: 

  • Erdnuss 
  • Sojabohne 
  • Bohne 
  • Erbse 
  • Linse 

Allergologische Relevanz 

Allergische Reaktionen gegen Hülsenfrüchte sind weit verbreitet, als Nahrungsmittel spielen sie eine sehr unterschiedliche Reaktionen. Das eine Extrem ist die Erdnuss, die schon in Spuren massive und generalisierte Reaktionen auslösen kann, das andere sind die klassischen Vertreter - wie Bohnen, Erbsen und Linsen -, die verbreitet genossen relativ selten Ursache einer Nahrungsmittelallergie sind. In der Regel wird gekochtes Gemüse von sensibilisierten Patienten gut vertragen, da der instabile Antigenkern beim Kochen offenbar zerstört wird. Sie können sowohl im Rahmen von Gruppensensibilisierungen (s.u.) als auch auf Reaktionen auf einzelne Arten auftreten, wobei Erdnuss und Sojabohne dominieren. 

Der Weg zur Entwicklung einer Leguminosenallergie läuft in den meisten Fällen über eine Pollensensibilisierung ab. Für die Kreuzreaktivität über taxonomische Grenzen hinweg werden Profiline verantwortlich gemacht. Profiline sind ubiquitäre Allergene, die in Pollen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vorkommen. So ergaben verschiedene Untersuchungen eine Assoziation von Sensibilisierungen auf Hülsenfrucht- und Pollenallergene in bis zu 100 %. Bei der Leguminosenallergie scheint es sich überwiegend um eine gräserpollenassoziierte Nahrungsmittelallergie zu handeln. 

Die Proteine der Leguminosen werden entsprechend ihrer Löslichkeit in drei Fraktionen eingeteilt: 

  • Albumine 
  • Globuline (Viclin, Legumin) 
  • Gluteline 

Zwischen den verschiedenen Vertretern der Leguminosen können mit serologischen Methoden in erheblichem Maße Kreuzreaktionen nachgewiesen werden. Jedoch zeigten Untersuchungen, dass diese Kreuzreaktionen in den seltensten Fällen auch klinisch relevant waren. Letztlich besteht eine monovalente klinische Sensibilisierung. Die prophylaktische Testung aller Leguminosen bei einer Allergie auf einen einzelnen Vertreter hat daher keinen klinischen Wert. 

Literatur: 1, 2, 193, 194 

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