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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Clodronsäure

Hormone und deren Antagonisten 

Medikamentenallergene 

Hormone des Hypothalamus und der Hypophyse 

Releasing Hormone 

  • Corticorelin = CRH 
  • Gonadorelin = GnRH 
  • Somatorelin = GHRH 
  • LHRH-Agonisten (Goserelin, Triptorelin, Leuprorelin, Nafarelin, Buserlin

Allergologische Relevanz 

Allergische Reaktionen sind extrem selten; beobachtet werden können jedoch kutane Nebenwirkungen z.T. relativ häufig, in Form von Flush und Papeln, Urtikaria und Schmerzen an der Injektionsstelle. 

Gonadotropine 

  • Choriongonadotropin (human) (= HCG
  • Follitropin (human), Urofollitropin (= FSH
  • Menopausengonadotropin (human) = Urogonadotropin 
  • Mentropin (= HMG

Allergologische Relevanz 

Allergische Reaktionen sind extrem selten 

Prolactinhemmer/Dopamin-Agonisten 

  • Bromocriptin 
  • Cabergolin 
  • Lisurid 
  • Metergolin 
  • Quinagolid 

Allergologische Relevanz 

Bei Bromocripin sind in sehr seltenen Fällen Anaphylaxie, Exantheme, Flush zu beobachten, häufiger eine reversibles ”Weißwerden” der Finger und eine Livedo reticularis. 

Hypophysenvorderlappenhormone 

  • Corticotropin (= ACTH), synthetisch = Tetracosactid 
  • TSH 
  • STH (Octreotid, Somatostatin, Somatotropin

Allergologische Relevanz 

Allergische Hautreaktionen (Urtikaria, Flush, Angioödeme) und Bronchospasmus wurden besonders bei ACTH vom Schwein, kaum dagegen bei synthetischem ACTH beobachtet (Diagnostik: RAST (Ph.)). Jedoch können allergische Reaktionen, auch anaphylaktischer Schock, auch mit synthetischem ACTH nicht ausgeschlossen werden. 

Allergische Reaktionen auf TSH (Urtikaria, Angioödeme) sind selten. 

Allergische Reaktionen auf STH sind aufgrund des hohen Reinheitsgrades bei heutigen Präparaten extrem selten. 

Hypophysenhinterlappenhormone 

  • Oxytocin 
  • Vasopressin und Analoga (Argipressin, Desmopressin, Felypressin, Lypressin, Ornipressin, Terlipressin

Allergologische Relevanz 

Bei Oxytocin können allergische Reaktionen vorkommen, sind aber äußerst selten. 

Bei systemischer Anwendung von Vasopressin sind allergische Reaktionen sehr selten. Soweit sie auftreten bestehen sie in Urtikaria, Fieber und Flush, Bronchokonstriktion, Exazerbation einer Neurodermitis sowie anaphylaktischem Schock. Bei nasaler Anwendung kann es zu Asthmaanfällen kommen. Ohne Gefahr für allergische Reaktionen kann jedoch bei Allergikern das synthetische Lypressin als Nasenspray verwendet werden. Antikörper werden vor allem nach der Behandlung mit Rinder- und Schweinevasopressin beobachtet. Intravenös zur Kontrolle von Blutungen aus Ösophagusvarizen oder als lokaler Vasokonstriktor eingesetzt, hat Vasopressin bei Extravasation zu Hautnekrosen geführt, gelegentlich entwickelten sich auch an entfernten Stellen Blasen bzw. Nekrosen. 

Hormone der Schilddrüse 

  • Diiodthyrosin 
  • Levothyroxin (T3) 
  • Diothyronin (T4) 

Allergologische Relevanz 

Allergische Reaktionen sind nicht beschrieben. 

Bei einem Patienten wurden eine chronische Urtikaria und ein Angioödem in Verbindung mit einer exogenen Thyreotoxikose infolge einer Substitutionstherpie beobachtet. 

Antithyreoidal wirksame Stoffe 

Iodisationshemmer 

  • Carbimazol 
  • Methylthiouracil 
  • Propylthiouracil 
  • Thiamazol 

Iodinationshemmer 

  • Natriumperchlorat 

Iodpräparate 

  • Iod und organisch gebundenes Iod 
  • Kaliumiodid 
  • Natriumiodid 

Allergologische Relevanz 

Kutane Hautreaktionen sowie allergische Reaktionen sind bei Iodisationshemmern häufige Nebenwirkungen. Sie bestehen im Auftreten von Exanthemen, Urtikaria, Lymphadenopathie, Leukopenie, Hepatitis und Vaskulitis. Selten sind Fieber, Gelenkschwellungen, Ödeme und Thrombozytopenie zu beobachten. Auch Gelbsucht und Agranulozytose sind wahrscheinlich auf eine Immunreaktion zurückzuführen. Auch über Fälle von Serumkrankheit wird berichtet, sie gingen einher mit Vaskulitis, Purpura, Anämie, Nephritis, Lungenveränderungen und Bluterbrechen. 

Bei Methyl- und Propylthiouracil überwieg makulopapulöse Exanthemen (bis zu 3-5 %), seltener sind Urtikaria, Angioödeme und allergische Vaskulitis beschrieben. Relativ häufig kann auch ein Lupus erythematodes oder eine Periarteriitis nodosa-artige Symptomatik ausgelöst werden. Bei Propylthiouracil wurde zudem das Auftreten eine Asthma bronchiales beobachtet sowie auch relativ häufig verschiedene andere Lungenerkrankungen wie interstitielle Pneumonitis oder eosinophile Pleuritis. 

Bei Thiamazol sind kutane Nebenwirkungen dosisabhängig, bei hohen Dosen sind kutane Nebenwirkungen in 28 % der Behandlungsfälle beschrieben, bei niedrigen Dosen entsprechend seltener. Am häufigsten sind Exantheme, Pruritus und Urtikaria zu beobachten, auch ein Lupus erythematodes kann ausgelöst werden. 

Auch bei Perchlorat sind allergische Nebenwirkungen möglich, sie können in Form von makulopapulösen Exanthemen, Lymphadenopathien und Fieber auftreten. Sie sind aber nicht häufig, wenn die tägliche Dosis unter 1 g bleibt. 

Bei Carbimazol sind lediglich seltene Fälle von Exanthemen oder Vaskulitis beschrieben. 

Haarausfall wurde nach Carbimazol, Methylthiouracil und Thiamazol beobachtet. 

Die häufigste Jod-Nebenwirkungen - akneiforme Hautveränderungen und Vergrößerungen der Speicheldrüsen - sind dosisabhängig und haben wahrscheinlich keine immunologische Genese. Berichtet wird hier über zahlreiche Patienten mit Akne, die über mehrere Jahre iodiertes Salz genommen hatten, bei allen begann eine rasche Besserung, nachdem die Zufuhr des iodhaltigen Salzes gestoppt wurde. Echte allergische Reaktionen dürften jedoch der Urtikaria, dem Erythema nodosum, bullösen Hautveränderungen, Fieber und der Periarteriitis nodosa zugrunde liegen; diese Reaktionen sind jedoch selten zu beobachten. 

Hormone der Nebenschilddrüse und Antagonisten 

  • Parathormon 
  • Calcitonin (vom Lachs, human) 

Biphosphonate 

  • Alendronsäure 
  • Clodronsäure 
  • Etidronsäure 
  • Ibandronsäure 
  • Pamidronsäure 
  • Tiludronsäure 

Allergologische Relevanz 

Nach längerer Anwendung von tierischem Parathormon kommt es zur Antikörperbildung, bei intravenöser Applikation tritt gelegentlich ein anaphylaktischer Schock auf. 

Bei Calcitonin kann häufig ein Flush beobachtet werden, bei Calcitonin vom Lachs häufiger als bei humanem. Bei Calcitonin vom Lachs sind auch seltene Fälle von anaphylaktischen Reaktionen beschrieben. 

Bei Biphosphonaten sind allergische Reaktionen nicht bekannt. 

Literatur: 7, 8, 9, 12, 15 

Nguyen et al: Propylthiouracil-induced asthma. Allergy 59, 889-890 (2004) 

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