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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Enoxacin

Gyrasehemmer (Chinolone

Medikamentenallergene 

  • Cinoxacin 
  • Enoxacin 
  • Norfloxacin 
  • Ofloxacin 
  • Ciprofloxacin 
  • Fleroxacin 
  • Grepafloxazin 
  • Levofloxazin 
  • Pipemidsäure 
  • Sparfloxacin 

Allergologische Relevanz 

Die Chinolone sind eine synthetische Antibiotikagruppe, die keine einheitliche Grundstruktur aufweisen und weder chemisch noch strukturell mit anderen antibakteriellen Wirkstoffen verwandt sind. 

Neben toxischen Schäden (Knorpel, ZNS) sind relativ selten auch allergischer Nebenwirkungen bekannt geworden, vor allem an der Haut in Form von makulo-(papulösen) Exantheme und Juckreiz. Diese allergischen Reaktionen mit Hautbeteiligung wurden bei 0,5 bis 2 % der Patienten beobachtet. Fieber, Urtikaria, Angioödeme und anaphylaktoide Reaktionen sind selten und wurden bei Gabe von Cinoxacin, Ciprofloxacin und Pipemidsäure beobachtet. Ein fixes Arzneimittelexanthem durch Pipemidsäure wurde beschrieben, Norfloxacin hat eine pustulösen Ausschlag verursacht. Eine allergische leukozytoklastische Vaskulitis wurde sowohl unter Therapie mit Ofloxacin als auch mit Ciprofloxacin beobachtet. Ciprofloxacin wurde in Einzelfällen mit einer toxischen epidermalen Nekrolyse in Verbindung gebracht. 

Die meisten Gyrasehemmer sind Photosensibilisatoren und können dann vorwiegend phototoxische Reaktionen mit Blasenbildung auslösen. Auch Photo-Onycholysen können beobachtet werden. 

In seltenen Fällen manifestieren sich Nebenwirkungen am hämatopoetischen System (Leukopenie oder Thrombopenie), an Blutzellen (hämolytische Anämie), am Gefäßsystem (Vaskulitis), als Lupus erythematodes oder an der Leber in Form einer intrahepatischen Cholestase. 

Gyrasehemmer wirken auch auf die Bildung und Freisetzung einzelner T-Lymphozyten-beeinflussender Zytokine, insbesondere das Il-2, was möglicherweise auch pseudoallergische Reaktionen verursachen kann. Kreuzreaktionen innerhalb der Gruppe sind nicht selten. 

Diagnostik 

Da Gyrasehemmer eine direkte mastzellaktivierende Potenz besitzen, kommen falsch positive Hautreaktionen nicht selten vor, so dass die Hauttestungen mit Verdünnungsreihen durchgeführt werden sollten. 

Literatur: 7, 8, 9, 12 

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