Glutaraldehyd
Typ IV-Kontaktallergen
Vorkommen
Als Konservierungsstoff in Arzneimitteln, z.B.
- Warzentherapeutika
- Fußsprays
Als Desinfektionsmittel
- zur Haut- und Flächendesinfektion
In Kosmetika wie z.B.
- Haarwaschmittel, Haarpflegemittel
- Zahnpasten
- Mundwässern
Weiterhin kann die Substanz in der Technik Verwendung finden
- zur Kaltsterilisation von medizinischen Geräten, Thermometern, Gummi- und Kunststoffteilen usw.
- in Entwicklern für Röntgenfilme
- in gegerbten Lederwaren
- in abwaschbaren Tapeten
- in Farben
Allergologische Relevanz
Nachdem der Formaldehyd Ende der 80er Jahre als Allergen und potentielles Kanzerogen beanstandet worden war, wurde er in etlichen Produkten durch Glutaraldehyd ersetzt. Nach Kontakt mit Glutaraldehyd werden relativ häufig Kontaktekzeme beobachtet, die wie bei Formaldehyd auch aerogen ausgelöst werden können. Vornehmlich medizinisches Personal (Krankenschwestern, Technische Assistenten, Radiologen, Zahnarzthelferinnen) und Reinigungskräfte sind beruflich exponiert und können deshalb von der Sensibilisierung betroffen sein. Kontaktsensibilisierungen bei der Verwendung von Glutaraldehyd zu Desinfektionszwecken sind wiederholt beschrieben worden. Bei den klinischen Symptomen handelt es sich in aller Regel um Handekzeme, die trotz Protektion durch Handschuhe auftreten können. Gelegentlich ist zusätzlich das Gesicht betroffen.
Epikutantestung
Block Hermal Desinfektionsmittel; Testkonzentration 0,3 % in Vaseline
Typ I-Reaktion
Glutaraldehyd kann auch Soforttypallergien in Form von Asthma bronchiale auslösen. Allerdings lässt sich bei Betroffenen eher selten die Allergie sichern, in den meisten Fällen dürfte die Symptomatik durch die Reizwirkung des Aldehyds bedingt sein.
Literatur: 6, 20