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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Benzbromaron

Gicht 

Medikamentenallergene 

Urikosurika 

  • Benzbromaro
  • Probenecid 

Allergologische Relevanz 

Bei Benzbromaron sind bis auf sehr selten beobachtete Exantheme keine kutanen oder allergischen Nebenwirkungen beschrieben. Bei Probenecid werden allergische Reaktionen relativ häufig in Form von harmlosen Exanthemen, seltener in schwereren Reaktionen gesehen. 

Urikostatika 

  • Allopurinol 

Allergologische Relevanz 

Bei der Behandlung mit Allopurinol kommt es häufig (in bis zu 10 % der Fälle) zu dermatologischen Komplikationen wie Exantheme (v.a. makulo-papulös), exfoliative Dermatitis, Pruritus, Purpura, Erythema exsudativum multiforme, Purpura, Temperatursteigerungen und Bluteosinophilie. Auch das Auftreten von Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermale Nekrolyse wurde beschrieben. Die Nebenwirkungsreaktionen sind besonders häufig zu Beginn einer Therapie oder bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion beobachten und bei Patienten mit gleichzeitiger Thiazid-Therapie. In Einzelfällen wurden auch schwerere Reaktionen beschrieben, z.B. interstitielle Nephritiden und akute Leberschädigungen; diese Komplikationen treten meist erst nach 6-8wöchiger Behandlung auf. Die Leber zeigt eine lymphmozytäre Infiltration, z.T. auch granulomatöse Veränderungen. Hinweise auf ein immunologisches Geschehen sind der Aktivierungszustand der infiltrierenden Lymphozyten und positive Lymphozytentransformationstests. Relativ häufig ist auch das Auftreten einer TEN zu beobachten. Auch ein Baboon-Syndrom nach Allopurinol wurde beschrieben. 

Neben dem unveränderten Allopurinol ist das in der Leber entstehende Oxy-purinol als eigentliches Allergen zu sehen. 

Wenn allergische Reaktionen nach Allopurinol aufgetreten sind, ist es wichtig, das Medikament sofort abzusetzen. Eine Hyposensibilisierung mit ansteigenden geringen Dosen von Allopurinol war in einigen Fällen erfolgreich. 

Arzneistoffe bei akuten Gichtanfall 

  • Colchicin 
  • Glukokortikoide (siehe dort) 
  • Indometacin, Phenylbutazon (siehe unter “Analgetika/Antiphlogistika, nichtsteroidale”) 

Allergologische Relevanz 

Nach Colchicin können in seltenen Fällen makulopapulöse Exantheme, Pruritus, Urtikaria, Angioödeme, Dermatitis (exfoliativ, ekzematös, pustulös, bullös), Purpura, Vaskulitis oder TEN sowie eine diffuse Alopezie auftreten. 

Literatur: 7, 8, 9, 15, 167 

Nitti et al: Rush desensitization to allopurinol. Allergy 58, 690 (2003) 

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