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Suchbegriffe zu diesem Artikel: Gerste

(16.6.2015)

Gerste 

Typ I-Nahrungsmittelallergen, inhalatives Typ I-Soforttypallergen, (potenzielles) Typ IV-Kontaktallergen

Vorkommen und Beschreibung

Die Gerste (Hordeum vulgare) ist eine Pflanzenart in der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie ist eine der wichtigsten Getreide-Arten.Gerste scheint die am frühesten in Kultur genommene Getreideart zu sein. Heute findet sie sich im gemäßigten Klima, ist aber noch weiter nach Norden und Süden als der Roggen verbreitet und gedeiht in den Subtropen und Tropen. Gerste wird in unseren Regionen vor allem zur Bierherstellung genutzt (siehe hierzu auch unter ”Malz”), in geringerem Maße unmittelbar als Nahrungsmittel (Graupen, Grütze). Als Brotgetreide für Fladenbrot wird Gerste in Entwicklungsländer mit extremem Klima eingesetzt. Daneben wird es zur Erzeugung von Kornbranntwein und Whiskey genutzt.

Verwendung als kosmetischer Inhaltsstoff

Hordeum vulgare extract (INCI). Extrakt aus den grünen Teilen der Mehrzeiligen Gerste. Funktion: geschmeidig machend, hautpflegend

Hordeum vulgare flour (INCI). Mehl aus dem Korn der Mehrzeiligen Gerste. Funktion: adsorbierend, quellend

Hordeum vulgare juice (INCI). Extrakt aus den grünen Teilen der Mehrzeiligen Gerste. Funktion: geschmeidig machend, hautpflegend

Hordeum vulgare leaf juice (INCI). Aus dem Blatt der Mehrzeiligen Gerste gepresster Saft. Funktion: geschmeidig machend, hautpflegend

Hordeum vulgare root extract (INCI). Extrakt aus der Wurzel der Mehrzeiligen Gerste. Funktion: geschmeidig machend, hautpflegend

Hordeum vulgare wax (INCI). Wachs aus dem erschöpften Korn der Mehrzeiligen Gerste. Funktion: geschmeidig machend, hautpflegend

Hordeum distichon extract (INCI). Extrakt aus den grünen Teilen der Zweizeiligen Gerste. Funktion: hautschützend

Allergologie (Relevanz)

Gerstenmehl kann inhalativ wie auch oral sensibilisieren. Nahrungsmittelallergien auf Gerste finden sich im Vergleich zu Weizen und auch zu Roggen wesentlich seltener (lediglich 6 Fälle bei 10, 11). 

Analog dem Weizen enthält Gerste einen alpha Amylase-Inhibitor mit der Bezeichnung Hor v1 (siehe auch unter “Getreide”) . Weitere Gerstenallergene sind eine alpha- und beta-Amylase (54 und 64 kD).

Gerste ist zum Teil nur selbst bestäubend und setzt daher nur relativ geringe Pollenmengen frei und ist daher allenfalls in seltenen Fällen von regionaler Bedeutung bei der Auslösung einer Pollinosis (Juni bis Juli).

Allergologische Diagnostik 

Prick, i.c. mit Gerstenmehl, -kleie (Al.), RAST (Ph.: Gerstenmehl) 

Literatur: 1, 2, 3

https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/lebensmittelkontrolle/l_09720060405de00010528.pdf?4e90vw

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