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Feige/Ficus 

Echte Feige (Ficus carica), Birkenfeige (Ficus benjamina), Gummibaum (Ficus elastica), Geigenfeige (Ficus lyrata), Fam.: Moraceae 

Inhalatives Typ I-Soforttypallergen/
Typ I-Nahrungsmittelallergen

Vorkommen 

Die Feige ist die essbare Frucht des Feigenbaumes (Ficus carica). Die getrockneten Früchte gelten in vielen Mittelmeerländern als wichtiges Grundnahrungsmittel. 

Die Gattung Ficus umfasst mehr als 1000 Arten, von denen etwa 10 als Zimmerpflanzen Verwendung finden, darunter der neben der Feige in Mitteleuropa bekannteste Vertreter das Benjaminsbäumchen/Birkenfeige (Ficus benjamina). Weitere Zimmerpflanzen sind der Gummibaum und die Geigenfeige. Die Birkenfeige ist in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Grünpflanzen in Innenräumen geworden. Allergische Reaktionen auf Feigen bzw. Feigenblätter wurden Anfang der 80er Jahre zunächst als phototoxische Reaktionen, verursacht durch die in Blättern und im Blattsaft enthaltenen Psoralene und Gergaptene, beschrieben.

Energiegehalt

Dim.    Eiweiss Fett       Kohlen-
hydrate

org.
Säuren

Alkohol Gesamt
kcal 5 5 52 0 0 61
kJoule 22 19 219 0 0 260

Inhaltsstoffe

Stoffname Dim. Mittelw.
Hauptbestandteile  
Wasser g 80,2   
Gesamtstickstoff g 0,21
Protein g 1,3
Fett g 0,5
Verwertb. Kohlenhydr. g 12,9
Gesamt-Ballaststoffe g 2,02
Mineralstoffe g 0,6
Mineralstoffe einsch. Spurenelemente  
Natrium  mg  1,3
Kalium  mg  250
Magnesium  mg  20
Calcium  mg  54
Mangan  mikrog 43
Eisen  migrog  600

Kupfer

 mikorg  85
Zink  mikorg  235
Phosphor  mg  32
Chlorid  mg  18
Fluorid  mikrog  20
Jodid  mikrog  1,5
Bor  mikrog  130
Selen  mikrog  1,6
Vitamine  
 Rtinolequivalent  mikrog  8,0
 Gesamtcarotinoide  mikrog  48
 Beta-Carotin  mikrog  48
 Vitamin B1  mikorg  46
 Vitamin B2  mikrog  50
 Nicotinamid  mikorg  427
 Pantothensäure  mikorg  300
 Vitamin B6  mikrog  110
 Folsäure  mikorg  6,7
 Vitamin C  mg  2,7
 Biogene Amine  
 Serotonin  mg  1,3
 Fruchtsäuren  
 Salicylsäure  mikorg  180
 Spezielle Kohlenhydrate  
 Invertzucker  g  12,9
 Fettsäuren  
 Myristinsäure  mg  3,2
 Palmitinsäure  mg  68 
 Stearinsäure  mg  18
 Ölsäure  mg  98
 Linolsäure  mg  214

 Sterine

 Gesamtsterine  mg  31
 Campesterin  mg  1,0
 Beta-Sitosterin  mg  27
 Stigmasterin  mg

 3,0

 Sonstiges  

 Ballaststoffe, wasserl.

 mg  630
 Ballaststoffe, wasserunl.  mg  1390

Inhalatives Typ I-Soforttypallergen 

Inhalative Typ I-Allergien in Form von Rhinokonjunktivitis und Asthma bronchiale können durch Ficus benjamina ausgelöst werden. Diese werden in zunehmender Zahl beobachtet, in einzelnen Fällen auch Lidödeme, Kontakturtikaria, Quincke-Ödem und Schocksymptomatik, bedingt durch die zunehmende Verbreitung dieser dekorativen Grünpflanze. Betroffen sind überwiegend Atopiker, monovalente Sensibilisierungen sind selten. In der Mehrzahl der gefunden Sensibilisierungen handelt es sich um asymptomatische Fälle ohne klinische Relevanz. Echte Allergien sind jedoch nicht selten und keine exotischen Fälle. Die Dunkelziffer unerkannter Fälle scheint dabei relativ hoch zu sein. Oft sind vermeintliche Hausstaubmilbenallergiker mit perennialer Beschwerdesymptomatik, die trotz hausstaubmilbenbezogener Wohnraumsanierung oder Hyposensibilisierungsbehandlung keine Beschwerdebesserung erfahren, betroffen. Kreuzreaktionen sind zu den anderen Ficusspezies, zu Compositae sowie zu Latex und Südfrüchten (v.a. Banane, Avocado, Esskastanie, Kiwi) beschreiben. 

Wie der zur Gummiherstellung kultivierte Hevea brasiliensis produziert Ficus benjamina einen milchigen Latexsaft, der die allergenen Substanzen enthält. Durch Immunoblotuntersuchungen konnten 11 allergene Komponenten aus Fb-Latex identifiziert werden, 3 davon (25 kD, 28 kD, 29 kD) scheinen Major-Allergene zu sein. Die allergenen Proteine werden über die Blattoberfläche abgegeben und lassen sich an Staubpartikel gebunden auch wochenlang nach Entfernen der Pflanze noch im Hausstaub nachweisen. Die Allergene sind thermolabil. 

Diagnostik 

Prick mit nativen Blätter oder Blattsaft, der nach Abbrechen eines Ficusblattes mit Stengel vom Bäumchen entsteht, Reibetest mit den Blättern, RAST (Ph.), ggf. nasaler und bronchialer Provokationstest. 

Typ I-Nahrungsmittelallergen 

Lediglich einzelne Kasuistiken berichten über anaphylaktische Reaktionen nach Feigengenuss (u.a. rhinokonjunktivale Beschwerden, Angioödem und Asthma bronchiale) (1 Fall bei 10, 11). Die primäre Sensibilisierung erfolgte in diesen Fällen wohl durch den inhalativen Kontakt zu Ficus benjamina. Zwischen diesem und dem echten Feigenbaum (Ficus carica) besteht botanisch eine enge Verwandtschaft. Zu beachten ist dabei, dass Feigen auch gelegentlich versteckt in der Nahrung vorhanden sind (Bestandteil von Laxanzien oder Ficin als Fleischweichmacher). 

Diagnostik 

Prick/Scratch mit Nativmaterial, RAST (Ph.) 

Literatur: 139, 140, 141

Hipler et al: Ficus benjamina-Allergie ohne Kreuzreaktivität zu Latex. Allergologie 11, 490-496 (2003)

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