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Erdnuss
Typ I-Nahrungsmittelallergen
Arachis hypogaea, Fam.: Leguminosae
Vorkommen und Verwendung
Die Heimat des Erdnussstrauches ist das tropische Südamerika. Als Öllieferant hat sich die Erdnuss über die Tropen und Subtropen der ganzen Erde verbreitet.
Erdnüsse erfahren zunehmende Verbreitung und Anwendung auch außerhalb der USA vor allem als Fett- und Eiweißquelle. Sie werden als Gemüse, gemahlen als Butter, geröstet oder als Zusatz zu zahlreichen Speisen verwendet. Biskuits, anderes Gebäck, Flips, Speisen in asiatischen Restaurants enthalten nicht selten Erdnussbestandteile. Zudem werden Erdnüsse zunehmend so verarbeitet, dass sie andere Nahrungsmittel (Walnüsse, Mandeln) imitieren, ohne dass dies immer deklariert ist. Erdnuss wird als sog. ”verstecktes Allergen” bezeichnet, da sie als Zusatz in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Dies gilt besonders für Süßigkeiten und Fertiggerichte. Erschwert wird dadurch nicht nur die Diagnose, sondern auch die Diäteinhaltungen des Patienten. Zudem ist die Erdnuss ein wichtiger Öl- und Fettlieferant und in vielen Ländern aus der Nahrung nicht wegzudenken. In der Nahrungsmittelindustrie werden Erdnussmehl und -paste, die als Proteinlieferanten einen preisgünstigen Ersatz für den Rohstoff Milch darstellen, immer häufiger verwendet. Erdnussmehl dient als Bindemittel oder Geschmackkorrigens. In medizinischen Produkten ist Erdnussöl z.T. undeklariert enthalten.
Allergologie (Relevanz)
In Ländern, in denen Erdnüsse verbreitet genossen werden, gehören sie zu den häufigsten und - wegen ihres nicht selten hohen Sensibilisierungsgrades - auch zu den bedeutsamsten Nahrungsmittelallergenen - mit steigender Tendenz. In den USA machen sie bei Kindern und Jugendlichen etwa 20 % der Nahrungsmittelallergien aus. Bei uns sind Erdnussallergien seltener (bei ca. 7 % der Patienten bei 10 und 11).
Gründe für die in der Literatur vergleichsweise häufige Darstellung der Erdnussallergie sind sicher ihre Häufigkeit (vor allem bei Kindern) und die sehr starken Reaktionen, die zum Teil lebenslang bestehen. Eine Sensibilisierung kann beim ungeborenen Kind sogar im Mutterleib stattfinden oder nach der Geburt über die Muttermilch erfolgen. Bereits Spuren von Erdnuss genügen um schwere Reaktionen auszulösen. Die meisten tödlichen anaphylaktischen Reaktionen auf Nahrungsmittel werden auf Erdnüsse zurückgeführt. Im Gegensatz zu kalt gepresstem Erdnussöl enthält heiß gepresstes (raffiniertes) Erdnuss enthält sehr wenig Protein und wird daher von einem Teil der Erdnussallergikern vertragen. Die Erdnussallergene sind z.T. relativ widerstandsfähig - sowohl gegen Temperatureinfluss als auch gegen enzymatische Einwirkungen. Die Allergenaktivität kann je nach Herkunft der Erdnüsse um den Faktor 5 schwanken. Durch Rösten sinkt die Aktivität auf etwa 25 %.
Die Symptomatik reicht von oropharyngealen und gastrointestinalen Beschwerden bis zu Urtikaria, Quincke-Ödem, Asthma bronchiale oder gar anaphylaktischem Schock. Die Symptomatik verstärkt sich durch Alkoholgenuss oder körperliche Anstrengung. Die Erdnussallergie steht an der Spitze der lebensbedrohlich oder gar tödlich verlaufenden Nahrungsmittelallergien. Häufiger Auslöser eines oralen Allergiesyndroms bei atopischen Kindern sowie auch möglicher Auslöser von Ekzemschüben. In Einzelfällen ist die Sensibilisierung des Säuglings über die Muttermilch beschrieben, so normalisierten sich die Stuhlunregelmäßigkeiten bei einem 2 Wochen alten Jungen nachdem die Muter den Genuss von Erdnuss butter mied - ein Pricktest, der in der 10. Lebenswoche durchgeführt wurde ergab eine positive Reaktion auf native Erdnus . Bei hochgradiger Sensibilisierung kann schon der Scratchtest systemische Reaktionen auslösen.
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Identifizierte Nahrungsmittelallergene der Erdnuss
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Name des Allergens
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Bezeichnung
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Molekulargewicht (kD)
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Substanz
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Arachin
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momoner: 170
dimer: 330
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Glykoprotein
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Conarachin
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140-295
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Glykoprotein
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-
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Ara h1
Ara h2
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63
17
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Glykoprotein
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Agglutinin
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31
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Glykoprotein
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Peanut-I
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180
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Glykoprotein
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ConA-reaktives Glykoprotein
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65
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Glykoprotein
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Weizenkeim-Lektin-reaktives Material
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Glykoprotein
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Trotz nachgewiesener Kreuzreaktivitäten zu andern Leguminosen wie Erbsen, Bohnen und Linsen ist keine generelle Leguminosen-Karenz erforderlich, da diese Sensibilisierungen in der Regel ohne klinische Relevanz sind.
Diagnostik
Prick und i.c. mit kommerziellen Extrakten (Al.), Scratch mit nativem Material, RAST (Ph.), orale Provokationstestung in stationärer Notfallbereitschaft.
Literatur: 1, 2, 3
Des Roches et al: An allergica reaction to peanut in an exclusively breastfed infant. Allergy 60, 266-267 (2005)